Sonntag, 17.5.26 / Victoria, BC
Für den Vormittag hat N einiges geplant. Da wir bereits um 9.20 Uhr am „Flughafen“ sein sollen, gehen wir früh zum Frühstück ins nahegelegene Shoal Point Coffeehouse, denn das macht bereits um 7 Uhr auf und nicht erst um 10 Uhr wie das gestrigen Imagine Studio Café. Im Shoal Point Coffeehouse fühlen wir uns auf jeden Fall gut aufgehoben: Drei Polizisten – zwei Sergeants und ein Staff Sergeant – sitzen draußen in der Sonne und genießen ihre Kaffeepause. Und nein, keine Sorge: N erkennt die Dienstgrade der kanadischen Polizei natürlich nicht einfach an den Abzeichen. Dafür gibt es schließlich Google.
N nimmt einen überbackenen English Muffin mit Bacon, Käse und Ei zum Kaffee. Danach gehen wir zu Pfote am Wasser entlang zum Harbour Airport, denn N hat für uns einen 30-minütigen Classic Panorama Rundflug mit dem Wasserflugzeug gebucht. Mit normalen Flugzeugen sind wir vertraut, und auch einen Helikopterflug haben wir auf Hawaii schon erlebt. Ein Wasserflugzeug ist für uns jedoch eine Premiere – entsprechend aufgeregt sind wir. Nur Ns neuer Ring scheint das völlig anders zu sehen, der bleibt stoisch bei dunkelblau.

Bis zum Boarding lassen wir uns draußen noch ein wenig die Sonne auf den Bärenpelz bzw. die Nase scheinen, bevor es Zeit wird einzusteigen. Das Flugzeug ist winzig und sieht fast aus wie ein Spielzeug. Und beim Anschnallen gibt es gleich eine Besonderheit dazu: Zusätzlich zum Sicherheitsgurt schnallt man sich auch noch einen Schwimmring um. Wir fahren (ist das der korrekte Terminus technicus bei einem Wasserflugzeug?) etwas aus dem Hafen heraus und heben dann ab. Wasser ist übrigens eine recht holprige Startbahn. Es sei auch sehr laut erlaubt sich Ns Uhr anzumerken.
Zu unserer Rechten tauchen die schneebedeckten Gipfel der Olympic Range auf. Dort waren wir schon 2019 – damals bei genauso blauem Himmel wie heute. Von hier aus fliegen wir über Victoria bis zu den Butchart Gardens und anschließend wieder zurück. Einige Male ruckelt es so ordentlich, dass N denkt, wir würden gleich vom Himmel fallen.
Victoria Harbour und nach oben hin die Gorge.
Da wo der rote Kran steht, wird ein neues Schiffsterminal für die Fähren in die USA gebaut.
Fisherman's Wharf
Butchart Gardens. Irgendwie hatte N sich die aktuell etwas bunter vorgestellt. Vielleicht war es ja gut so, dass es Freitag geregnet hat.
Fisguard Lighthouse
Auch die Landung auf dem Wasser erweist sich als ebenso holprig wie der Start. Das Aufsetzen kommt N allerdings weniger hart vor, als sie es schon bei manch einem Flug mit einem normalen Flugzeug erlebt hat. Zurück am Flughafen erklingt aus dem benachbarten Inner Harbour vor dem Empress Hotel klassische Musik, während die kleinen Wassertaxis dazu eine Art Wasserballett aufführen. Einfach herrlich. Viel Zeit zum Verweilen bleibt uns aber nicht, denn N hat uns für 11 Uhr auf die 90-minütige Gorge-Bootstour gebucht.
Christopher, unser Kapitän, ist sehr unterhaltsam, baut immer wieder Fragen an uns ein und antwortet dann mit interessanten Erklärungen. Eine Tour, die sich absolut lohnt und so unterhaltsam ist, dass N total vergisst, auch nur ein einziges Photo zu machen. Wieder an Land bummeln wir ganz gemächlich durch Downtown.
Diese Chinatown ist die älteste in Kanada.
Fan Tan Alley ist bekannt dafür, die schmalste Geschäftsstraße in Nordamerika zu sein, und angeblich so schmal, um damit die Polizei bei Durchsuchungen am schnellen Fortkommen zu hindern, also damals, als hier noch illegales Glückspiel stattfand und Opium verkauft wurde.
Wir bekommen Hunger und N sucht uns ein Japanisches Restaurant aus.... äh war das nicht gerade CHINAtown? Egal, wir gehen zu UNI, das hat gute Kritiken und N hat Appetit auf Sushi.
N erklärt, das sei ein Pomegranate Sake Martini mit Lychee... naja, jetzt bin ich immer noch nicht schlauer. Mit Essen kenne ich mich dafür besser aus. N hat Wakame Salad, Wild Salmon Nigiris und Salmon Tempura Rolls bestellt. Hmmmm, lecker Lachs. Die komischen, glibberigen Braunalgen soll N mal alleine essen, da stehen Sunny und ich nicht so drauf. Seit in den letzten Jahren an der Taxonomie geschraubt wurde, hat N das Gefühl, dass fast alles, was sie an der Uni dazu gelernt hat, eh nicht mehr stimmt.

Hui, hier ist was los.
Wieder an der Fisherman's Wharf zurück, läuft dieser Otter, N vermutet es handelt sich um einen Nordamerikanischen Flussotter (Lontra canadensis), über den Parkplatz. Er scheint etwas verwirrt, vielleicht ist ihm auch nur warm, denn er sucht immer wieder den Schatten auf.
N setzt sich auf unseren kleinen Balkon, da der jedoch im Schatten liegt wird es nach einer Weile doch recht kühl und wir gehen wieder hinein. Hm. Was nun. Keine drei Schritte von unserem B&B entfernt ist Jackson's Ice Cream, na und wenn eine Eisdiele sooo nah ist... N nimmt je einen Scoop Coffee- und Mint Ice Cream.
N macht es sich auf einer Bank in der Sonne bequem, hach herrlich warm hier, und während sie so genüsslich ihr Eis löffelt, lauscht sie der Einweisung für die abendliche Whale Watching Tour.
Unsere Bleibe: Victoria - Fisherman's Wharf Floating Bed & Breakfast