Donnerstag, 14.05.26 / DUS > Vancouver, BC

N meint, wir hätten diesmal keinen großen Plan, nur eine grobe Richtung: Vancouver Island. Regenwald, Pazifik, vielleicht ein paar Seeotter und Wale, wenn wir Glück haben. Alles andere würde sich unterwegs ergeben – wie es auf Vancouver Island eben üblich sei.

Sunny: "Haha, wer`s glaubt. Ich glaube aber, ich kann das Abenteuer schon riechen – oder ist das vielleicht Fisch?"
Ty: "Ich würde es ja mal mit Pfoten waschen versuchen."

Noch einmal zurück zum tragbaren Fluss und zum Bärenspray: N hat alternativ einen 130-dB-Alarm besorgt. Der sollte selbst für Bären unangenehm laut sein – hofft sie zumindest.

Da der Flug nach Frankfurt erst um 10.30 Uhr geht, kann N ausschlafen – zumindest, wenn man das Aufstehen um 7 Uhr an einem Feiertag so nennen möchte. Die drei Miezen zu versorgen und noch zu duschen dauert dann doch etwas länger, aber um 8 Uhr ist sie abfahrbereit. Auf der A40 geht sie im Kopf noch einmal alles durch: Pass – check, Führerschein – check, Bären – … Moment. BÄREN?!

Für den Bruchteil einer Sekunde steht die Entscheidung im Raum: Bären holen oder den Flug noch rechtzeitig erreichen? N nimmt sofort die nächste Ausfahrt und fährt so schnell wie möglich zurück. Wie gut, dass heute Feiertag ist und die Straßen entsprechend leer sind. Wir sind jedenfalls sehr froh, dass N uns doch noch abholt – wir waren schon ziemlich sprachlos, als wir die Haustür ins Schloss fallen hörten.

Der Umweg kostet uns zwar 20 Minuten, trotzdem sind wir um 9 Uhr am Parkhaus. Dann geht es mit dem SkyTrain weiter zur Gepäckabgabe. Dort herrscht glücklicherweise gähnende Leere, und weil wir Fast Lane auf dem Boarding Pass haben, kommen wir auch ziemlich zügig durch die Sicherheitskontrolle – nur der Reiseführer im Rucksack sorgt noch für ein Second Screening. Danach bleibt uns immerhin noch knapp eine halbe Stunde für das Frühstück in der Business Lounge. Eigentlich war das Ganze etwas entspannter geplant, aber am Ende hat doch alles geklappt.

Der Flug nach Frankfurt ist mit 28 Minuten nur ein kurzer Hüpfer. Kaum sind wir da, heißt es allerdings erst einmal: warten auf dem Rollfeld. Die Fluggastbrücke lässt sich Zeit, weil sie offenbar beschlossen hat, heute nicht mitzuarbeiten. Feiertag halt. Erst als drei Herren gemeinsam anrücken, setzt sich das gute Stück schließlich doch noch in Bewegung – wir möchten fast applaudieren.

Da wir zwei Stunden Umsteigezeit haben, bleiben wir zunächst ganz entspannt. Der Weg vom Ankunftsgate zum Abfluggate zieht sich allerdings ordentlich, sodass uns bis zum Boarding nur noch etwa eine Dreiviertelstunde in der Lounge bleibt. Immerhin liegt sie direkt neben unserem Abfluggate A26. Während N sich ein alkoholfreies Bier und Cevapcici holt, passen wir auf unsere Siebensachen auf und machen schon einmal Bekanntschaft mit den freundlichen Damen an der Leckereien-Theke, die anlässlich des 100. Geburtstags der Lufthansa aufgebaut ist.

Ty & Sunny: "Wir Bären können Prioritäten schließlich richtig setzen."

Endlich sind wir an Bord der 747. In der Notausgangsreihe auf Platz 32H machen wir es uns bequem, und N plaudert mit der sehr netten Flugbegleiterin, die vor uns sitzt.

Es gibt heute sogar eine Speisekarte – laut N etwas Neues in der Lufthansa Economy-Class. Zur Auswahl stehen Nudeln mit Bolognese Sauce, vegetarisches Thai-Curry und BBQ-Hähnchen. N entscheidet sich zunächst für das Thai-Curry. Später, zum Abendessen oder eigentlich eher zu einem zweiten Mittagessen, wählt N dann Butter Chicken statt Käsespätzle.

Kurz nach 14 Uhr landen wir in Kanada. Die Einreise verläuft schnell und unkompliziert, weil N die Angaben bereits vorab auf der ArriveCAN-Webseite eingetragen hat. Vor Ort müssen wir nur noch den Pass am Automaten scannen und den Ausdruck beim Verlassen der Halle abgeben. Ein Interview gibt es nicht. Unser bäriges Fazit: Pfoten hoch für Kanada.

Im Prinzip geht auch die Abholung des Autos bei Alamo schnell – wenn der Drucker mitspielen würde, aber genau daran hapert es allerdings zunächst. Erst im dritten Versuch funktioniert der Ausdruck, und wir können endlich mit dem Papierkram zum Auto. Wir bekommen einen Nissan Kicks AWD mit etwa 5.500 Kilometern auf dem Tacho zugewiesen. N meint das Modell hätten wir schon mal gehabt, hm, vielleicht 2022 in Florida? Und noch ein kleiner Glücksfall, der Wagen ist offenbar jünger als sechs Monate, sodass der kostenfreie Testzeitraum von Sirius noch läuft. Yup, läuft.... ähm oder so ähnlich.

Mit Hilfe von Google Maps fahren wir zu unserem Hotel in Delta, südlich von Vancouver. N bringt unser Gepäck aufs Zimmer und dann machen wir uns auf den Weg zu Walmart für den Basiseinkauf: Frühstücks- und Margaritazutaten. Hier setzt N Prioritäten. 

In British Columbia bekommt man Alkohol nur im Liquor Store, am besten bei BC Liquor. Dort fällt uns ein Tabasco Vodka ins Auge. Hm, N überlegt kurz, entscheidet sich dann aber doch dagegen, auch wenn die Flasche ziemlich witzig aussieht.

Wie der Name schon sagt, gibt es bei BC Liquor ausschließlich Alkohol. Da wir zuvor auch bei Walmart keine Limeade für die Margarita gefunden haben, folgen wir dem Rat der Kassiererin und gehen anschließend noch in den benachbarten Thrifty Supermarkt. Der ist ungefähr vergleichbar mit Publix in Florida. Dort besorgt N schließlich noch Margarita-Mixer.

Zum Abendessen noch irgendwo hinzugehen, darauf hat N keine Lust – und ehrlich gesagt auch keinen Hunger. Stattdessen ein ruhiger Ausklang, N mixt uns eine Urlaubsmargarita und rechtschaffen müde fallen wir gegen halb neun ins Bett.

Unsere Bleibe: Delta - Coast Tsawwassen Inn

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