Vancouver Island ist nicht nur für Wale, Surfen, moosbehangene Wälder und neblige Küsten bekannt, sondern beherbergt auch die weltweit höchste Dichte an Schwarzbären. 7.000, zumindest wenn man Google Glauben schenken darf und meine zwei übermütigen Begleiter, aka Ty und Sunny, bestehen darauf, dass wir zumindest einige davon persönlich treffen. Ich hoffe nur, dass wir dabei nicht integraler Bestandteil eines Bärensnacks werden. Angeblich hilft ja auch Abstand halten – mindestens 15 Meter, besser noch mit einem Fluss dazwischen. Gibt’s tragbare Flüsse? Nein? Dann sollte ich vielleicht doch besser in Bärenspray investieren.

https://www.travellerspoint.com/external/#/show/1222930/1598250/



Donnerstag, 14.05.26 / DUS > Vancouver, BC

N meint, wir hätten diesmal keinen großen Plan, nur eine grobe Richtung: Vancouver Island. Regenwald, Pazifik, vielleicht ein paar Seeotter und Wale, wenn wir Glück haben. Alles andere würde sich unterwegs ergeben – wie es auf Vancouver Island eben üblich sei.

Sunny: "Haha, wer`s glaubt. Ich glaube aber, ich kann das Abenteuer schon riechen – oder ist das vielleicht Fisch?"
Ty: "Ich würde es ja mal mit Pfoten waschen versuchen."

Noch einmal zurück zum tragbaren Fluss und zum Bärenspray: N hat alternativ einen 130-dB-Alarm besorgt. Der sollte selbst für Bären unangenehm laut sein – hofft sie zumindest.

Da der Flug nach Frankfurt erst um 10.30 Uhr geht, kann N ausschlafen – zumindest, wenn man das Aufstehen um 7 Uhr an einem Feiertag so nennen möchte. Die drei Miezen zu versorgen und noch zu duschen dauert dann doch etwas länger, aber um 8 Uhr ist sie abfahrbereit. Auf der A40 geht sie im Kopf noch einmal alles durch: Pass – check, Führerschein – check, Bären – … Moment. BÄREN?!

Für den Bruchteil einer Sekunde steht die Entscheidung im Raum: Bären holen oder den Flug noch rechtzeitig erreichen? N nimmt sofort die nächste Ausfahrt und fährt so schnell wie möglich zurück. Wie gut, dass heute Feiertag ist und die Straßen entsprechend leer sind. Wir sind jedenfalls sehr froh, dass N uns doch noch abholt – wir waren schon ziemlich sprachlos, als wir die Haustür ins Schloss fallen hörten.

Der Umweg kostet uns zwar 20 Minuten, trotzdem sind wir um 9 Uhr am Parkhaus. Dann geht es mit dem SkyTrain weiter zur Gepäckabgabe. Dort herrscht glücklicherweise gähnende Leere, und weil wir Fast Lane auf dem Boarding Pass haben, kommen wir auch ziemlich zügig durch die Sicherheitskontrolle – nur der Reiseführer im Rucksack sorgt noch für ein Second Screening. Danach bleibt uns immerhin noch knapp eine halbe Stunde für das Frühstück in der Business Lounge. Eigentlich war das Ganze etwas entspannter geplant, aber am Ende hat doch alles geklappt.

Der Flug nach Frankfurt ist mit 28 Minuten nur ein kurzer Hüpfer. Kaum sind wir da, heißt es allerdings erst einmal: warten auf dem Rollfeld. Die Fluggastbrücke lässt sich Zeit, weil sie offenbar beschlossen hat, heute nicht mitzuarbeiten. Feiertag halt. Erst als drei Herren gemeinsam anrücken, setzt sich das gute Stück schließlich doch noch in Bewegung – wir möchten fast applaudieren.

Da wir zwei Stunden Umsteigezeit haben, bleiben wir zunächst ganz entspannt. Der Weg vom Ankunftsgate zum Abfluggate zieht sich allerdings ordentlich, sodass uns bis zum Boarding nur noch etwa eine Dreiviertelstunde in der Lounge bleibt. Immerhin liegt sie direkt neben unserem Abfluggate A26. Während N sich ein alkoholfreies Bier und Cevapcici holt, passen wir auf unsere Siebensachen auf und machen schon einmal Bekanntschaft mit den freundlichen Damen an der Leckereien-Theke, die anlässlich des 100. Geburtstags der Lufthansa aufgebaut ist.

Ty & Sunny: "Wir Bären können Prioritäten schließlich richtig setzen."

Endlich sind wir an Bord der 747. In der Notausgangsreihe auf Platz 32H machen wir es uns bequem, und N plaudert mit der sehr netten Flugbegleiterin, die vor uns sitzt.

Es gibt heute sogar eine Speisekarte – laut N etwas Neues in der Lufthansa Economy-Class. Zur Auswahl stehen Nudeln mit Bolognese Sauce, vegetarisches Thai-Curry und BBQ-Hähnchen. N entscheidet sich zunächst für das Thai-Curry. Später, zum Abendessen oder eigentlich eher zu einem zweiten Mittagessen, wählt N dann Butter Chicken statt Käsespätzle.

Kurz nach 14 Uhr landen wir in Kanada. Die Einreise verläuft schnell und unkompliziert, weil N die Angaben bereits vorab auf der ArriveCAN-Webseite eingetragen hat. Vor Ort müssen wir nur noch den Pass am Automaten scannen und den Ausdruck beim Verlassen der Halle abgeben. Ein Interview gibt es nicht. Unser bäriges Fazit: Pfoten hoch für Kanada.

Im Prinzip geht auch die Abholung des Autos bei Alamo schnell – wenn der Drucker mitspielen würde, aber genau daran hapert es allerdings zunächst. Erst im dritten Versuch funktioniert der Ausdruck, und wir können endlich mit dem Papierkram zum Auto. Wir bekommen einen Nissan Kicks AWD mit etwa 5.500 Kilometern auf dem Tacho zugewiesen. N meint das Modell hätten wir schon mal gehabt, hm, vielleicht 2022 in Florida? Und noch ein kleiner Glücksfall, der Wagen ist offenbar jünger als sechs Monate, sodass der kostenfreie Testzeitraum von Sirius noch läuft. Yup, läuft.... ähm oder so ähnlich.

Mit Hilfe von Google Maps fahren wir zu unserem Hotel in Delta, südlich von Vancouver. N bringt unser Gepäck aufs Zimmer und dann machen wir uns auf den Weg zu Walmart für den Basiseinkauf: Frühstücks- und Margaritazutaten. Hier setzt N Prioritäten. 

In British Columbia bekommt man Alkohol nur im Liquor Store, am besten bei BC Liquor. Dort fällt uns ein Tabasco Vodka ins Auge. Hm, N überlegt kurz, entscheidet sich dann aber doch dagegen, auch wenn die Flasche ziemlich witzig aussieht.

Wie der Name schon sagt, gibt es bei BC Liquor ausschließlich Alkohol. Da wir zuvor auch bei Walmart keine Limeade für die Margarita gefunden haben, folgen wir dem Rat der Kassiererin und gehen anschließend noch in den benachbarten Thrifty Supermarkt. Der ist ungefähr vergleichbar mit Publix in Florida. Dort besorgt N schließlich noch Margarita-Mixer.

Zum Abendessen noch irgendwo hinzugehen, darauf hat N keine Lust – und ehrlich gesagt auch keinen Hunger. Stattdessen ein ruhiger Ausklang, N mixt uns eine Urlaubsmargarita und rechtschaffen müde fallen wir gegen halb neun ins Bett.

Unsere Bleibe: Delta - Coast Tsawwassen Inn



Freitag, 15.05.26 / Delta, BC > Victoria, BC

Der Jetlag schlägt zu wie ein mittelgroßer Grizzly: früh, unhöflich und ohne Vorwarnung. N ist schon um halb 6 Uhr wach. Wir auch – aber nur, weil wir grundsätzlich wach sind, sobald jemand die Augen öffnet. Bärenlogik: Wenn jemand in deiner Höhle wach wird, bist du automatisch auch wach.

Aber zurück zum Geschehen: Für neun Stunden Zeitverschiebung finden wir halb 6 gar nicht schlecht. N macht sich Kaffee und um halb Sieben geht es für N erst einmal unter die Dusche, danach zum Frühstück, das sich als eher überschaubar erweist. Um 8 Uhr ist alles wieder im Wagen verstaut, und wir fahren zum nahegelegenen Fährterminal. N hat uns bereits vor einigen Wochen auf die 9-Uhr-Fähre von Tsawwassen nach Swartz Bay gebucht.

Drinnen zu bleiben, kommt für uns nicht in Frage. Lieber lassen wir uns die Seeluft um die Nasen wehen und suchen uns daher auf Deck 5 einen halbwegs windgeschützten Platz. Dort genießen wir die Aussicht, auch wenn sie durch das Wetter etwas eingeschränkt ist. N ist verdammt froh, dass sie die warme Jacke mitgenommen hat, die schon in Alaska gute Dienste geleistet hat. Wir erspähen ein paar Seehunde und fragen uns, wieviel Speck so ein Tier wohl braucht, um in dem eisigen Wasser nicht zu frieren.

Nach anderthalb Stunden Überfahrt erreichen wir Vancouver Island und N beschließt kurzfristig eine Planänderung wegen des Wetters: Die eigentlich eingeplanten Butchart Gardens wirken bei Regen nämlich wenig verlockend. Stattdessen fahren wir gemütlich an der Küste entlang nach Victoria und kommen gegen halb eins am Parliament Building an. Das hätten wir sonst nicht besichtigen können, denn an den nächsten Tagen, die wir hier sind, ist es geschlossen. Alles hat halt zwei Seiten. Also ab geht es hinein.

Was nun? N hatte mit dem Restaurant im Parlamentsgebäude geliebäugelt. Ein Schild informiert uns jedoch, dass wir heute nur mit Reservierung hineinkämen. Also gehen wir stattdessen ins nahegelegene Discovery Café und genießen dort einen Apple Fritter mit einem Cappuccino. Danach machen wir uns auf den Weg zur Fisherman’s Wharf, denn dort befindet sich für die nächsten drei Nächte unser Zuhause, das Floating B&B.

Unten links ist unser Zimmer, der Poppy Room.

In dem dunklen Schrank verbirgt sich übrigens die "Küche"; will meinen: Kaffeemaschine und Kühlschrank.

Wir bekommen eine ausführliche Einweisung durch die Besitzerin des B&Bs und dann machen wir uns zu Fuß, ähm Pfote, auf den Weg zum nahegelegene Restaurant Aura für ein frühes Abendessen zur Happy Hour. N nimmt einen Sparkling Rosé als Aperitif und dann einen Chicken Burger mit Feta und Hummus in Begleitung eines sehr leckeren Salats.

Genaugenommen nimmt Sunny den Sekt.

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Eieiei, und das nach nur einem Sekt... und Cinco de Mayo ist doch auch schon vorbei.

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Nach dem Essen bummeln wir am Wasser entlang zurück zu unserem B&B.

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Niedliche Wasser-Taxis flitzen von A nach B...

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...und alle naslang startet und landet ein Wasserflugzeug.

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Den restlichen Abend verbringen wir mit Harry Potter and the Chamber of Secrets als Full Cast Edition.

Unsere Bleibe: Victoria - Fisherman's Wharf Floating Bed & Breakfast



Samstag, 16.5.26 / Victoria, BC

Nach sechs Stunden Schlaf ist N gegen 3 Uhr nachts wieder wach. Hm, gestern hat das noch besser geklappt. Egal – wir nutzen die Zeit, laden die Bilder von gestern und vorgestern hoch, und diktieren N ein wenig Reisebericht, da sie schneller tippen kann als ich mit den Pfoten, denn mal ehrlich die Tasten sind doch eindeutig viiiiiiiel zu klein.

Langsam wird es hell, Zeit aufzustehen.

Gerade als wir unser Zimmer verlassen, kommt auch die Dame aus dem benachbarten Ivy Room heraus und fragt als Erstes, ob N allein unterwegs sei. Ähmmm – seltsam. Wir gehen hinüber ins Imagine Studio Café zum Frühstück. N überreicht den Frühstücksgutschein des B&B und entscheidet sich für eine Quiche mit Salat und dazu Kaffee. Wir setzen uns ans Fenster, und während N noch einmal nachschaut, welchen Weg wir gleich am besten nehmen, setzt sich die Dame von vorhin neben uns und versucht N hartnäckig, ein Gespräch aufzuzwingen.

Sie möchte wissen, woher wir kommen – ah, aus Deutschland. Sie sei hier, um später bei einem deutschen Festival im Chor zu singen; das wäre doch sicher auch für uns interessant. Nun ja: Wir sind bestimmt nicht nach Kanada gereist, um auf ein deutsches Chorfest zu gehen – wahrscheinlich würden wir nicht einmal in Deutschland hingehen. Ob N nicht Lust hätte mitzumachen? Sie träfen sich regelmäßig in Richmond. Ähm … wir wohnen, wie gesagt, in Deutschland.

Leider scheint die Dame zwischenmenschliche verbale und nonverbale Signale nicht besonders gut zu deuten, denn sie versucht es gleich noch einmal und fragt, wie unser Bett im B&B sei. Oookay … ihres sei kaputt gewesen, und sie überlege, ob sie der Besitzerin Bescheid geben solle. Puh. N trinkt ihren Kaffee zügig aus, und mit einem Gruß an die Dame, die glücklicherweise heute weiterfährt, verlassen wir das Café.

Da es heute Vormittag regnen soll, entscheiden wir uns für einen Museumsbesuch und gehen ins Royal BC Museum direkt neben den Parliament Houses. Die Eintrittskarte hat N bereits gestern Abend erheblich günstiger online über tiqets besorgt. In der zweiten Etage befindet sich eine mit viel Liebe zum Detail gestaltete Ausstellung über die Naturräume British Columbias. Besonders die Dioramen beeindrucken uns, ebenso der „echte“ Tidepool im Küstendiorama. Laut Hinweisschild darf man dort allerdings nur hineinfassen, wenn man Kiemen oder Flossen besitzt – das trifft auf uns dann wohl eher nicht zu.

Sunny: "Ist der echt?"
Ty: "Genauso echt wie wir."

Besonders lohnenswert finden wir auch die nachempfundene historische Straße. Ähnliches haben wir zwar schon in anderen Museen gesehen, doch hier ist der besondere Reiz, dass man einige der Gebäude tatsächlich betreten kann.

  • Im Kino kann man in den Sesseln platznehmen und eine Dokumentation schauen.
  • Man kann das Hotel und den Flur zu den Zimmern in der 1. Etage betreten.
  • In Chinatown gelangt man in ein Fotostudio im oberen Stockwerk und kann dort sogar ein „Photo“ machen lassen.
  • In der Wartehalle des Bahnhofs kann man Platz nehmen und ab und an fährt ein Zug vorbei. (Obwohl das etwas seltsam ist, denn Ns Info nach hat(te) Victoria keinen Bahnhof.)

Insgesamt ist das alles aber sehr ansprechend umgesetzt und es gibt viele detaillierte Kleinigkeiten zu entdecken.

Der Weg durch die Ausstellung führt auch durch die HMS Discovery, die unter Kapitän George Vancouver im Rahmen der Vancouver Expedition das erste europäische Schiff im Victoria Harbour war.

Im Shop des angegliederten IMAX Kinos wird N unverhofft fündig, denn sie hatte noch nie so einen Ring, der je nach Temperatur die Farbe wechselt und da der nur knapp 5€ kostet, nimmt sie einen mit.

Mit dem angekündigten Regen war es wohl nichts: Als wir das Museum nach etwa drei Stunden kurz vor Zwei verlassen, scheint herrlich die Sonne und vor den Parliament Buildings ist einiges los mit Musik und Ständen.

Wir gehen ins benachbarte Fairmont Empress Hotel, denn N hat uns dort für 14 Uhr einen Tisch zum Afternoon Tea reserviert. Auf Empfehlung unseres Kellners Raymond, der sich sehr aufmerksam um uns kümmert, entscheiden wir uns für den Lady Londonderry Tee. Normalerweise werden zum Champagner Pralinen serviert erfahren wir, da Raymond jedoch nicht ausschließen kann, dass Haselnüsse enthalten sind, schlägt er vor, uns stattdessen einfach die doppelte Menge Champagner zu geben, sofern das für uns in Ordnung ist. Mit einem Lächeln fügt er hinzu, dass er das ohnehin für die bessere Wahl gegenüber den Pralinen halte.

Vielleicht wird Raymond nicht allzu oft nach Empfehlungen gefragt, denn zum Abschied bekommen wir von ihm noch etwas Lady Londonderry Tee zum Mitnehmen, damit wir ihn auch daheim noch einmal genießen können.

Da es inzwischen zu regnen begonnen hat (der Wetterfrosch hat offenbar Schwierigkeiten Vor- und Nachmittag auseinanderzuhalten), verschieben wir den eigentlich geplanten Stadtbummel auf morgen und setzen uns stattdessen in die Q-Bar des Hotels. N bestellt einen Negroni Sbagliato. Der Bartender muss allerdings erst beim Mixologen nachfragen, was genau das ist – etwas überraschend für eine Bar, die angeblich eine der Top-50-Bars Kanadas ist. Serviert wird der Drink dann im Sektglas und zunächst ohne Eis. Das geht für N gar nicht, also bestellt sie noch Eis nach. Geschmacklich kann der Negroni den etwas holprigen ersten Eindruck zum Glück aber wieder wettmachen. Das gilt allerdings nicht für das mit Kohlegewürz angerichtete Popcorn. Sieht eher aus als wäre es schlecht geworden finden wir. Der lokale Empress Indigo Gin, der hier in der Bar verwendet wird, ist für optisch eindrucksvolle Cocktails gemacht. Gibt man Tonic, Zitronen- oder Limettensaft dazu, verändert sich durch den geänderten pH-Wert die tiefblaue Farbe in Rosa-, Fuchsia- oder Lavendelfarbtöne.

Sunny: "Hach, genau mein Ding."
Ty: "Mädchen...!"

N weist dezent darauf hin, dass viele Herren an der Bar diesen Gin trinken. Unser Urteil: die Bars in London hatten mehr Stil und die Bartender konnten ihr Handwerk Ns Eindruck nach besser, dennoch verbringen wir hier eine angenehme Zeit und N unterhält sich nett mit dem Paar aus Vancouver neben uns. Leider regnet es noch immer, als wir uns gegen 17 Uhr auf den Rückweg zum B&B machen. Abendessen brauchen wir heute dank des üppigen Tees vorhin nicht mehr.

Unsere Bleibe: Victoria - Fisherman's Wharf Floating Bed & Breakfast



Sonntag, 17.5.26 / Victoria, BC

Für den Vormittag hat N einiges geplant. Da wir bereits um 9.20 Uhr am „Flughafen“ sein sollen, gehen wir früh zum Frühstück ins nahegelegene Shoal Point Coffeehouse, denn das macht bereits um 7 Uhr auf und nicht erst um 10 Uhr wie das gestrigen Imagine Studio Café. Im Shoal Point Coffeehouse fühlen wir uns auf jeden Fall gut aufgehoben: Drei Polizisten – zwei Sergeants und ein Staff Sergeant – sitzen draußen in der Sonne und genießen ihre Kaffeepause. Und nein, keine Sorge: N erkennt die Dienstgrade der kanadischen Polizei natürlich nicht einfach an den Abzeichen. Dafür gibt es schließlich Google.

N nimmt einen überbackenen English Muffin mit Bacon, Käse und Ei zum Kaffee. Danach gehen wir zu Pfote am Wasser entlang zum Harbour Airport, denn N hat für uns einen 30-minütigen Classic Panorama Rundflug mit dem Wasserflugzeug gebucht. Mit normalen Flugzeugen sind wir vertraut, und auch einen Helikopterflug haben wir auf Hawaii schon erlebt. Ein Wasserflugzeug ist für uns jedoch eine Premiere – entsprechend aufgeregt sind wir. Nur Ns neuer Ring scheint das völlig anders zu sehen, der bleibt stoisch bei dunkelblau.

Bis zum Boarding lassen wir uns draußen noch ein wenig die Sonne auf den Bärenpelz bzw. die Nase scheinen, bevor es Zeit wird einzusteigen. Das Flugzeug ist winzig und sieht fast aus wie ein Spielzeug. Und beim Anschnallen gibt es gleich eine Besonderheit dazu: Zusätzlich zum Sicherheitsgurt schnallt man sich auch noch einen Schwimmring um. Wir fahren (ist das der korrekte Terminus technicus bei einem Wasserflugzeug?) etwas aus dem Hafen heraus und heben dann ab. Wasser ist übrigens eine recht holprige Startbahn. Es sei auch sehr laut erlaubt sich Ns Uhr anzumerken.

Zu unserer Rechten tauchen die schneebedeckten Gipfel der Olympic Range auf. Dort waren wir schon 2019 – damals bei genauso blauem Himmel wie heute. Von hier aus fliegen wir über Victoria bis zu den Butchart Gardens und anschließend wieder zurück. Einige Male ruckelt es so ordentlich, dass N denkt, wir würden gleich vom Himmel fallen.

Victoria Harbour und nach oben hin die Gorge.

Da wo der rote Kran steht, wird ein neues Schiffsterminal für die Fähren in die USA gebaut.

Fisherman's Wharf

Butchart Gardens. Irgendwie hatte N sich die aktuell etwas bunter vorgestellt. Vielleicht war es ja gut so, dass es Freitag geregnet hat.

Fisguard Lighthouse

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Auch die Landung auf dem Wasser erweist sich als ebenso holprig wie der Start. Das Aufsetzen kommt N allerdings weniger hart vor, als sie es schon bei manch einem Flug mit einem normalen Flugzeug erlebt hat. Zurück am Flughafen erklingt aus dem benachbarten Inner Harbour vor dem Empress Hotel klassische Musik, während die kleinen Wassertaxis dazu eine Art Wasserballett aufführen. Einfach herrlich. Viel Zeit zum Verweilen bleibt uns aber nicht, denn N hat uns für 11 Uhr auf die 90-minütige Gorge-Bootstour gebucht.

Ty: "Puh, ganz schön straffes Programm."
Sunny: "Wir ja sind schließlich nicht zum Vergnügen hier."
Ty: "Ach...."

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Christopher, unser Kapitän, ist sehr unterhaltsam, baut immer wieder Fragen an uns ein und antwortet dann mit interessanten Erklärungen. Eine Tour, die sich absolut lohnt und so unterhaltsam ist, dass N total vergisst, auch nur ein einziges Photo zu machen. Wieder an Land bummeln wir ganz gemächlich durch Downtown.

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Diese Chinatown ist die älteste in Kanada.

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Fan Tan Alley ist bekannt dafür, die schmalste Geschäftsstraße in Nordamerika zu sein, und angeblich so schmal, um damit die Polizei bei Durchsuchungen am schnellen Fortkommen zu hindern, also damals, als hier noch illegales Glückspiel stattfand und Opium verkauft wurde.

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Wir bekommen Hunger und N sucht uns ein Japanisches Restaurant aus.... äh war das nicht gerade CHINAtown? Egal, wir gehen zu UNI, das hat gute Kritiken und N hat Appetit auf Sushi.

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Ty: "Was ist das?"
Sunny: "Ein Scarlet Letter."
Ty: "Ah."

N erklärt, das sei ein Pomegranate Sake Martini mit Lychee... naja, jetzt bin ich immer noch nicht schlauer. Mit Essen kenne ich mich dafür besser aus. N hat Wakame Salad, Wild Salmon Nigiris und Salmon Tempura Rolls bestellt. Hmmmm, lecker Lachs. Die komischen, glibberigen Braunalgen soll N mal alleine essen, da stehen Sunny und ich nicht so drauf. Seit in den letzten Jahren an der Taxonomie geschraubt wurde, hat N das Gefühl, dass fast alles, was sie an der Uni dazu gelernt hat, eh nicht mehr stimmt.

Ty: "Haha, als ob sie die Algen je richtig verstanden hätte. Warum heißen die Braunalgen Braunalgen?"
N: "Öhhhh..."
Ty: "Siehste, sag ich doch bei den Algen hat sie offenbar geschlafen."

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Hui, hier ist was los.

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Wieder an der Fisherman's Wharf zurück, läuft dieser Otter, N vermutet es handelt sich um einen Nordamerikanischen Flussotter (Lontra canadensis), über den Parkplatz. Er scheint etwas verwirrt, vielleicht ist ihm auch nur warm, denn er sucht immer wieder den Schatten auf.

N setzt sich auf unseren kleinen Balkon, da der jedoch im Schatten liegt wird es nach einer Weile doch recht kühl und wir gehen wieder hinein. Hm. Was nun. Keine drei Schritte von unserem B&B entfernt ist Jackson's Ice Cream, na und wenn eine Eisdiele sooo nah ist... N nimmt je einen Scoop Coffee- und Mint Ice Cream.

Sunny: "Schau mal Ty, die Eiskugeln sind so groß, die gehen daheim locker für die doppelte Menge durch."

N macht es sich auf einer Bank in der Sonne bequem, hach herrlich warm hier, und während sie so genüsslich ihr Eis löffelt, lauscht sie der Einweisung für die abendliche Whale Watching Tour.

Unsere Bleibe: Victoria - Fisherman's Wharf Floating Bed & Breakfast



Montag, 18.5.26 / Victoria, BC > Port Renfree, BC

Wir haben genug von Menschenansammlungen und sind froh, Victoria heute zu verlassen. Über das lange Wochenende war es hier ohnehin ziemlich voll, denn für viele Kanadier ist der heutige Victoria Day ein Feiertag. N ist früh wach und so sind wir um halb Acht beim Frühstück, während wir auf den Kaffee warten, schauen wir uns um.

Das sind mal hilfreiche Informationen.

Heute nimmt N den Bagel und der erweist sich als noch besser als der English Muffin gestern. N hat vorhin schon ein paar Sachen ins Auto gepackt, da das ja hier vor dem Café steht, und als wir nach dem Frühstück losfahren, kommt gerade wieder die Polizei zur Kaffeepause an. Wir halten in der 20-Minuten-Ladezone und N holt noch den Koffer aus dem Zimmer und bringt den Parkausweis und den Schlüssel zurück.

Für die später anlässlich des Victoria Days stattfindende Parade sind bereits einige Straßen gesperrt, sodass es gar nicht so einfach ist, die Stadt in der Richtung zu verlassen, die N eingeplant hat. Nach einigem Hin und Her finden wir schließlich einen Weg. Vor der Weiterfahrt legen wir allerdings noch zwei kurze Stopps ein: zuerst bei Walmart, weil noch geriebener Käse fehlt, und danach an der Tankstelle, sicher ist sicher. Dann geht es weiter die Südwestküste entlang und nach und nach wird es leerer auf der Straße.

Unser erster Stopp heute ist der Sandcut Beach, und wir sind das dritte Auto auf dem Parkplatz. Aus den anderen beiden Autos quillt eine Großfamilie mit vielen schulpflichtigen Kindern, hm? Ach ja, der Feiertag. 

Es wird offenbar feuchter, denn hier finden wir Riesen-Schachtelhalm, Giant Horsetail, (Equisetum telmateia). 

Wir genießen die wärmende Sonne am Sandcut Beach.

Auf dem Rückweg treffen wir jede Menge Leute und als wir wieder am Parkplatz ankommen, stehen hier mindestens 20 Autos herum; wir verschwinden zum nächsten Ziel.

Wir fahren weiter nach Westen begleitet von einem Meer aus blühendem Stechginster, Gorse (Ulex europaeus), der zwar schön anzusehen ist, aber hier nicht hingehört, wie der Name vermuten lässt. Port Renfrew erreichen wir zur Mittagszeit und da N findet, wir könnten ruhig was essen, gehen wir ins Renfrew Pub. N bestellt einen Salmon Burger und probiert ein Wild Renfrew Lager, das von der Phillips Brewing & Malting Co. in Victoria, BC, exklusiv für das Renfrew Pub gebraut wird.

Da wir erst um 16 Uhr in unsere Hütte können, machen wir uns gestärkt auf zu unserem nächsten Ziel dem Botany Bay & Botanical Beach Rundweg. Obwohl auch hier auf dem Parkplatz viele Autos stehen – es ist immer noch Feiertag – verteilt sich der Andrang durch die rund 3 Kilometer lange Strecke ganz gut. N entscheidet, dass wir den Weg gegen den Uhrzeigersinn laufen. So erreichen wir nach etwas weniger als einem Kilometer die Botany Bay.

Botany Bay

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Ty: "Ah, doch was hängengeblieben vom Studium."

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Wir gehen weiter an der Küste entlang Richtung Süden zum Botanical Beach.

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This tree changed its mind it seems.

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 Da hinten im Hintergrund die Landspitze, das ist Cape Flattery in Washington. Da waren wir 2019 bei etwas besserem Wetter.

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Nach dem kurzen Blick auf die Küste, verschwindet der Weg wieder im Wald.

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Immer wieder andere Farben und noch mehr verdrehte Baumstämme.

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Hier muss man beim Gehen ganz schön aufpassen, um nicht von Wurzeln ...

Sunny: "...oder Matsch!"

...  gefangen zu werden.

Ty: "Ich versuche hier gerade ernsthaft zu berichten. Bitte keine Zwischenrufe mehr."

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Wir erreichen den nördlichen Teil des Botanical Beach, der als eine der besten Stellen auf Vancouver Island gilt, um Tidepools zu sehen. Die meisten Besucher kommen genau deshalb hierher – wir können die Begeisterung allerdings nicht ganz teilen. N findet Tidepools irgendwie nicht besonders spannend. Vielleicht liegt das an einer unangenehmen Begegnung mit einer Seeanemone in Schottland in den 80er-Jahren? Wer weiß. Stattdessen lassen wir uns auf einem der vielen Baumstämme nieder – deutlich bequemer und wärmer als die Felsen – und genießen einfach die Aussicht.

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Das haben wir nicht selbst gemacht – das war schon vorher so.

Als wir wieder am Auto ankommen, ist es inzwischen halb vier. Wir machen uns auf den Weg zu unserer Unterkunft für die Nacht. Dort treffen wir kurz vor vier ein, doch der Türcode funktioniert zunächst nicht. N wartet noch bis exakt 16 Uhr – dann lässt sich die Tür problemlos öffnen. Moderne Technik.

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N bringt unsere Siebensachen hinein und macht erst einmal einen Kaffee, den wir draußen in der Sonne genießen. Herrliche Stille umgibt uns. Da wir vorhin reichlich Mittagessen hatten, knabbert N heute Abend nur noch ein paar Cracker mit Erdnussbutter.

Unsere Bleibe: Port Renfrew - Captain's Cabin



Dienstag, 19.5.26 / Port Renfree, BC > Ucluelet, BC

Wir frühstücken Toast und Joghurt in unserer Hütte und um halb Neun sind wir fertig zur Abfahrt.

Offenbar stören wir diese Schwarzwedelhirschkuh, Columbian black-tailed deer (Odocoileus hemionus columbianus) beim Frühstück

 Blick von der San Juan River Bridge nördlich von Port Renfree.

Fairy Lake Bonsai Tree

Es geht weiter in nord-östlicher Richtung nach Lake Cowichan, dort tankt N kurz etwas nach, da es hier günstiger ist als in Victoria und da die Dichte der Tankstellen auf der Insel nicht so hoch ist. Um die Mittagszeit erreichen wir die Ostküste der Insel. Im Norden von Nanaimo legen wir im Longwood Brewpub eine Pause ein. Das Lokal ist gemütlich, viel Holz, große Fenster, ein bisschen Industrie‑Charme. N bestellt Fish & Chips. Sunny und ich bestellen „ein bisschen was von allem, was runterfällt“. Es fällt genug. Der Fisch ist frisch, knusprig, nicht überwürzt – und dazu gibt es ein Longwood Ale, bernsteinfarben, leicht malzig, perfekt für eine Mittagspause nach ein paar Stunden Fahrt meint N. Den Coleslaw lassen wir allerdings links, wahlweise rechts, liegen, denn der sagt uns gar nicht zu.

Es geht weiter, N öffnet die Dachverdunkelung und das Schiebedach.

Sunny: "Jetzt fahren wir schon mehrere Tage mit dem Wagen herum und N entdeckt erst jetzt, dass wir ein Schiebedach haben?"
Ty: "Als ob DU es eher entdeckt hättest..."
Sunny: "Pffft, du doch auch nicht."

Die Route führt uns auf den Highway 19. Der Verkehr lichtet sich, und auch die Besiedlung wird spärlicher. Wälder, kleine Seen, vereinzelte Farmen ziehen vorbei, während die Straße nach Norden führt. Kurz hinter Parksville biegen wir auf den Highway 4 ab – die einzige größere Ost‑West‑Verbindung quer über Vancouver Island. Die Straße wird sofort kurviger und enger. N hält sich brav an die Geschwindigkeitsbegrenzung und muss immer wieder rechts ranfahren, um die schnelleren Fahrzeuge hinter uns vorbeizulassen. Es geht bergauf durch die Cathedral Grove. Nadelbäume, moosige Stämme, gedämpftes Waldlicht. Die Strecke fordert Ns Aufmerksamkeit, ist aber sehr schön – eine dieser Passagen, die man trotz aller Kurven gern fährt.

Wir passieren Port Alberni, das ist dann noch einmal eine "Stadt", bevor es weiter nach Westen geht. Schneebedeckte Berge zur Linken werden sichtbar und nach einigen weiteren Kilometern folgt die Straße dem Ufer des Kennedy Lake, den N für einen Moment tatsächlich für einen Meeresarm des Pazifiks hält. Kurz darauf erreichen wir dann tatsächlich den Pazifik. Eine unscheinbare Gabelung, hier liegt das Visitor Center. Es hat noch fünf Minuten geöffnet, das lohnt sich nicht mehr, vor allem nicht, wenn man Ns Geschwindigkeit an solchen Orten bedenkt. Wir verschieben den Besuch auf den geplanten Tofino‑Ausflug, den N ohnehin für die nächsten Tage vorgesehen hat. Jetzt zählt erst einmal nur: ankommen. Rechts geht es nach Tofino, links nach Ucluelet. Die meisten Fahrzeuge biegen nach rechts ab, wir dagegen nach links – der ruhigere Weg, weniger Verkehr. Kurz darauf erreichen wir unsere Unterkunft für die nächsten 5 Nächte und da es später Nachmittag ist, können wir auch direkt hinein.

Wir machen es uns mit einem Kaffee auf unserem Balkon bequem und genießen das Panorama.

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Besuch

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Da wir hier einen Fernseher haben, vertreiben wir uns den Abend gemütlich am Gaskamin mit Sheriff Country, denn Hunger haben wir nach dem üppigen Mittagessen nicht mehr.

Unsere Bleibe: Ucluelet - Black Beach House



Mittwoch, 20.5.26 / Ucluelet, BC

N ist schon gegen 5 Uhr wach – deutlich zu früh. Mit einem Kaffee ausgestattet setzen wir uns aufs Sofa und genießen den herrlichen Ausblick, ein Weißkopfseeadler, Bald Eagle (Haliaeetus leucocephalus) lässt sich blicken; die Schwarzwedelhirschkuh scheint dagegen erst abends vorbeizukommen. Wir lernen, dass "bald" früher mal die Bedeutung "weiß" hatte, was deutlich mehr Sinn macht als "kahl".

Ebbe

Ebbiger

Wir könnten den ganzen Tag auf dem Sofa verbringen und auf die Bucht schauen. Da gutes Wetter angesagt ist, beschließt N, dass wir zumindest die knapp 2,5 Kilometer des Lighthouse Loop, ein Teil des Wild Pacific Trails, laufen. Schon auf den ersten Metern fällt uns auf, wie viele deutsche Touristen hier unterwegs sind. Insgesamt ist hier einiges los. Der Weg ist geschottert und deutlich weniger urwüchsig als der Botanical Beach Loop gestern, trotzdem bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf den Pazifik und es gibt zahlreiche Sitzgelegenheiten.

Amphitrite Point Lighthouse

Wow, das sind wirklich viele Schiffe, die hier gesunken sind.

Roter Fingerhut, Common Foxglove (Digitalis purpurea) noch eine schön anzusehende Art, die hier nicht hingehört.

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Da drüben auf der anderen Seite wohnen wir...

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...und zwar ganz links neben dem alten toten Baumstamm.

Bevor wir zum Black Beach House zurückfahren, hält N noch schnell beim Co‑op und besorgt Eiswürfel – endlich wieder eine richtig kalte Margarita. Dazu wandern noch Kaffeeeis am Stiel und etwas Salat in den Korb. In der Unterkunft kocht N Nudeln mit Tomatensauce, schlicht, aber jetzt genau richtig. Danach machen wir es uns auf dem Balkon gemütlich. Die Luft ist mild, die Sonne scheint und während wir unser Nachtischeis essen, hören wir irgendwo in der Ferne immer wieder das typische „Bellen“ eines Seelöwen. Zu sehen ist das Tier nicht, aber angeblich kann man die Rufe über erstaunlich große Entfernungen hören.

Den restlichen Nachmittag verbringen wir faul mit Cold Open von Andrew Raymond und der steigenden Flut.

Unsere Bleibe: Ucluelet - Black Beach House



Donnerstag, 21.5.26 / Tofino, BC / Ucluelet, BC

Wir wachen gegen 7 Uhr auf und sehen... eine weiße Welt.

Nur das regelmäßige dumpfe Nebelhorn und das unregelmäßige Bellen der Seelöwen ist zu hören.

Wir lernen: Marine Layer ist nicht die Bezeichnung für den Nebel selbst, sondern für die Gegebenheiten, die zur Nebelbildung führt. Every day's a school day.

Wir frühstücken in Ruhe und machen dazu den Kamin an, weil es so schön ist und auch nur ein Knopfdruck, derweil kämpft die Sonne gegen den Nebel an, der sich langsam lichtet und die Welt wird wieder sichtbar.

Erster Stopp heute das Pacific Rim Visitor Center, N besorgt einen Tagespass für den Pacific Rim National Park, denn sonst können wir nirgends anhalten. Das Visitorcenter ist übrigens so klein, dass sogar für N vermutlich die 5 Minuten gestern noch ausgereicht hätten, aber vielleicht hätten wir keinen Pass für den heutigen Tag bekommen? Egal, wir sind jetzt legal unterwegs und fahren weiter zum Kwisitis ("other end of the beach" in der Sprache der Nuu-chah-nulth) Center dem eigentlichen Visitorcenter des Nationalparks. Das war im Internet hochgelobt, aber N findet es ist nur ok, da haben wir schon deutlich bessere gesehen, dennoch begutachten wir die Exponate, schauen einen Film über die Walwanderung und genießen die Aussicht vom Außendeck, das ist das Beste hier finden wir.

Die beiden Menschen da unten lassen als Größenvergleich die Ausmaße des Strandes erahnen und das hier ist nur der Blick zum kurzen Teil nach links, denn nach rechts ist noch alles im Nebel versteckt.

Für uns geht es jetzt erst einmal weiter nach Norden bis zum Ende der Straße in Tofino. Hier, am gefühlten Ende der Welt, geht es zu wie auf dem Jahrmarkt. Dagegen war Idaho menschenleer. N bummelt ein wenig herum und dann meldet sich der kleine Hunger, schließlich ist es mittlerweile 13 Uhr. N findet man sollte dort essen, wo viele Gäste sind (Anmerkung der Autors: die meisten Restaurants sind bis abends geschlossen und das erklärt vermutlich die höhere Menschendichte in den anderen) daher kehren wir im Shed ein und N nimmt eine Poke Bowl in Begleitung eines Blonde Ales.

Sunny: "Sind da schon wieder die komischen Algen drauf?"
Ty: "Yup!"

N befindet, dass die Bowl und das Bier schmecken, egal was die Mitreisenden meinen.

Ty & Sunny: "Pffft." 

Wir gehen nach dem Essen zur Tofino Coffee Roasting Company N bestellt einen Cafe latte und während der in der Mache ist, unterhält sie sich ein wenig mit der Angestellten, die aus der Schweiz kommt. Die Welt ist ein Dorf. Mit dem sehr leckeren Kaffee ausgestattet, setzen wir unseren Stadtbummel fort.

Das haben wir bisher auch noch nicht gesehen: eine Surfbretthalterung an einem Fahrrad.

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Hägar wohnt in einer Bushaltestelle?

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Normalerweise bringt N ja ein Armband als Andenken mit, diesmal ersteht sie eine tragbare Welle für den Finger bei Rubio. Wir werden von der Mutter des Inhabers beraten und erfahren, dass sie aus Polen stammt. Wie gesagt, ein Dorf und so. Nächster edukativer Stopp: Tofino Brewing Company.

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Das Surfeza - Cerveza - finden wir ganz gut und das Blonde Ale, das wir vorhin zu Mittag hatten, auch.

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Auf dem Rückweg stoppen wir am Long Beach, der mittlerweile auch sichtbar ist, da sich der Nebel verzogen hat. Wieder zurück im Black Beach House: N macht Kaffee, und Sunny und ich setzen uns strategisch günstig auf den Balkon, damit die letzten Sonnenstrahlen des Tages uns direkt aufs Fell scheinen.

Später schauen wir noch ein wenig Sheriff Country. Sunny kommentiert jede zweite Szene. Ich kommentiere Sunnys Kommentare. N tut so, als würde sie uns nicht hören.

Unsere Bleibe: Ucluelet - Black Beach House



Freitag, 22.5.26 / Ucluelet, BC

Heute Morgen erneut: alles weiß. Der Nebel hat sich wieder über alles gelegt.

Sunny: "… ich sehe nichts."
Ty: "Ich auch nicht.."

Wir drehen uns also noch einmal um und schlafen ein Stündchen weiter. N macht das Gleiche, nur mit deutlich weniger Eleganz als wir.

Nach dem Aufstehen gibt es Frühstück – wobei „Früh“ hier wirklich nur noch aus Höflichkeit im Wort steckt. Sunny nennt es „zweite Chance auf Kaffee“.

Nach dem Frühstück beschließt N, dass wir heute den restlichen Wild Pacifíc Trail erkunden wollen. Wir parken im Sea Star Lot und machen uns sehr gemütlich auf den Weg nach Nordwesten. Der Weg ist geschottert, mit vielen Aussichtspunkten und Sitzgelegenheiten, genau wie der Lighthouse Loop.

N: "Perfekt für zwei Bären, die gerne so tun, als würden sie wandern, während sie eigentlich nur strategisch von Bank zu Bank hüpfen."
Ty & Sunny: "Pffft"
Sunny: "Heute gehen wir aber langsam."
Ty: "Wir gehen immer langsam."

Die hier sehen wir nicht, aber ein Weißkopf Seeadler Paar.

 Schöne Akelei, Red Columbine (Aquilegia formosa)

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Rippenfarn, Deer Fern (Struthiopteris spicant). N hat den in der Uni noch als Blechnum spicant kennengelernt.

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Weiße Zimt-Himbeere, Thimbleberry (Rubus parviflorus)

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Salal, Shallon (Gaultheria shallon)

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Breitblättrige Schattenblume, Western Lily of The Valley (Maianthemum dilatatum)

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Westamerikanischer Schwertfarn, Western sword fern (Polystichum munitum)

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Giant Red Paintbrush (Castilleja miniata)

 

Wir laufen bis zum Ancient Cedars Loop, was in Bärenzeit eigentlich nur ein kurzer Spaziergang wäre. In Menschenzeit – und vor allem in N‑Zeit – dauert es allerdings etwas länger. In ihrem bewährten Schneckentempo sind wir erst gegen 13 Uhr wieder am Auto. Sunny behauptet, das liege daran, dass ich ständig an jedem zweiten Farn schnuppere.

Ty Icon Ty: "Das ist hochwissenschaftliche Feldforschung."

Sunny verdreht die Augen. Ich ignoriere das professionell.

Auf dem Rückweg fahren wir durch die „Innenstadt“ von Ucluelet – ein großes Wort für ein paar Häuser – und sehen, dass das Brauhaus geöffnet hat, Für mich ist das ein Zeichen. Für Sunny auch. Für N sowieso.

Wir gehen hinein und setzen uns entgegen unserer Gewohnheit nicht an die Bar, sondern draußen auf die Terrasse, das Wetter ist einfach zu schön. N bestellt etwas, was wir noch nie gehört haben: Pacific Cod Brandade. Laut Speisekarte besteht das aus whipped cod, potato, and olive oil emulsion topped with capers.

Ty Icon Ty: "Ich verstehe nur Kartoffel."

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Dazu bestellt N ein "flight" und wir probieren uns durch die Biere. N findet das Kölsch überraschend gut.

Ty Icon Ty: "... für ein Kölsch."

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Unsere Bleibe: Ucluelet - Black Beach House



Samstag, 23.5.26 / Ucluelet, BC

Offenbar hat N heute eine Menge Schlaf nachzuholen. Nach rund elf Stunden regt sie sich endlich. Sunny und ich sind schon seit… na ja, gefühlt seit der letzten Eiszeit... wach. Wir trommeln seit Stunden mit den Pfoten – dezent natürlich, wir können uns ja benehmen.

N trinkt ihren Kaffee bei Vogelgesang auf dem Balkon.

Nach dem Frühstück ...

Sunny: "... ähm Spätstück."

... also nach dieser sehr verspäteten Stärkung machen wir uns auf den Weg. Der Wild Pacific Trail liegt direkt vor der Tür, und wir biegen Richtung Big Beach ab. Am Big Beach schauen wir uns gründlich um. Sunny untersucht das Treibholz, ich inspiziere die Wellen, und N macht das, was Menschen eben so machen: Fotos, viele Fotos.

Das ist alles, was nach über 100 Jahren von dem Schiff übrig ist.

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Links: Pacific Silverweed (Argentina pacifica) und rechts: Strand Platterbse, Beach Pea (Lathyrus japonicus)

Nach unserem kleinen Spaziergang kehren wir noch einmal im Ucluelet Brewing Co. ein. Das erhoffte Kölsch ist leider aus, vermutlich von besonders durstigen Menschen geleert. Wir lassen uns daher mit einem Red Ale auf der Terrasse nieder, mit Blick auf die Boote im Hafen — es gibt wahrlich Schlimmeres.

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Bevor wir zu unserem Quartier zurückgehen, macht N noch einen kurzen Abstecher in den Coop Supermarkt nebenan, der ist überraschend groß und sehr gut ausgestattet, kein Vergleich zu dem Laden in Jasper aber wer weiß, vielleicht hat sich dort ja auch was getan, ist ja schon 10 Jahre her, dass wir dort waren. Während N im Supermarkt so vor sich hin sinniert, warten Sunny und ich draußen in der Sonne und begutachten fachkundig die Einkaufstaschen der vorbeikommenden Menschen. Auf unserer Einkaufsliste stehen Mais und Chilibohnen, denn heute Abend gibt es Burritos à la N. Mit einem leichten Red‑Ale‑Schwung in den Pfoten gehen wir zurück zum Black Beach House.

Unsere Bleibe: Ucluelet - Black Beach House



Sonntag, 24.5.26 / Ucluelet, BC > Campbell River, BC

N verkündet, dass heute ein Fahrtag auf dem Programm steht, denn es geht auf die andere Seite der Insel nach Campbell River.

Sunny: "Und das wo ich gerade in Wanderstimmung bin."
Ty: "Sunny, du wanderst nie. N trägt dich."
Sunny: "Pah, dich doch auch."

Port Alberni, hier machen wir Mittagspause. 

Dog Mountain Brewing, hier testen wir ein wenig und essen dazu ein Chili. Ach ja, so ein Hundeglas nimmt N auch mit. Was die Miezen daheim wohl dazu sagen werden? Na, ich weiß nicht. Am späten Nachmittag erreichen wir dann Campbell River und beziehen unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage. Dann noch kurz einkaufen und wir sind fertig für heute.

N hat diese Unterkunft strategisch ausgewählt. Ne, nicht der Lage wegen, ok irgendwie auch, aber vor allem hat sie eine Unterkunft mit Waschmaschine und Trockner in die Mitte des Urlaubs gelegt, dann müssten wir nicht so viel Kleidung mitnehmen hat sie gemeint. Also sie, Sunny und ich haben ja bekannterweise Allwetterfell. Jedenfalls wandert jetzt alles in die Waschmaschine, während wir uns dem Abendessen widmen. Heute gibt es Nudeln mit Gemüsesauce und einen gemischten Salat - danach sind Sunny und ich offiziell bereit für die wichtigste Aufgabe des Tages: den besten Platz auf dem Sofa sichern. N nimmt was übrigbleibt. Also wie gesagt, wir drei machen es uns auf dem Sofa mit Blick auf die Discovery Passage, die Strait of Geogia und Quadra Island bequem. Ganz im Hintergrund sind die Berge der Coastal Mountains auf dem Festland zu sehen.

Ab und an fährt ein Kreuzfahrtschiff hier durch. Das hier ist eines von Disney. N hat sich eine App heruntergeladen, mit der man die Schiffe bestimmen kann.

Wenn ich mal kurz aufzählen darf: wir haben jetzt eine Vogelbstimmungs App, eine Flugzeugbestimmungs App eine Tier- und Pflanzenbestimmungs App und nun auch noch eine Schiffsbestimmungs App?

N: "Yup!"

N sortiert Fotos. Sunny sortiert Snacks. Ich sortiere meine Gedanken.

Sunny Icon Sunny: "Ty, gefällt dir Campbell River?"
Ty Icon Ty: "Ja."
Sunny Icon Sunny: "Weshalb?"
Ty Icon Ty: "Weil wir hier sind."

Sunny lächelt.

N auch.

Unsere Bleibe: Campbell River - Ocean and Island View Suite



Montag 25.5.26 / Campbell River, BC

Es regnet.

Es stürmt.

Hm, nicht so ganz das Wetter, das wir uns für unseren Ausflug in den Strathcona Provincial Park ausgemalt haben. Wir halten Rat und beschließen, nö lieber nicht. Stattdessen erst mal ganz in Ruhe frühstücken und Alternativen überlegen.

Die Sonne kommt ein wenig zum Vorschein.

Es stürmt heftiger.

N beschließt, dass wir jetzt erst einmal ins hiesige Museum fahren und das erweist sich als eine gute Entscheidung, denn das Museum ist ausgesprochen gut gemacht.

Vor dem Museum ist ein Lehrpfad zu einheimischen Pflanzen, das gefällt uns schon mal sehr gut, und drinnen ist alles sehr anschaulich mit Liebe zum Detail hergerichtet.

Ich glaube das rechts und links sollten Lachse sein, und das in der Mitte haben wir vergessen.

Wir stehen am Steg des Hausboots, das hier in der Ausstellung direkt vor uns liegt. Sunny beugt sich weit über das Geländer, so weit, dass ich kurz überlege, ob ich sie am Fell festhalten muss. Sunny taucht wieder auf und erklärt, dass da sogar Seesterne an den Pfeilern sind. Also künstliche, keine echten. Nicht, dass das jemand jetzt falsch versteht. Man muss ja Missverständnisse vermeiden. Besonders bei Seesternen.

Man kann in das Willows Hotel hineingehen oder auch in das Hausboot und, und, und...irgendwann fängt es an: dieses leise, aber sehr bestimmte Magenknurren.

Sunny: "Ich glaube, ich verhungere."
Ty: "Du hast erst vor drei Stunden gegessen."
Sunny Icon Sunny: "Ja, ja. Und jetzt ist es drei Stunden später.“

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Leider hat die hiesige Brauerei heute geschlossen, teilt N uns nach kurzer Internetrecherche mit, daher fahren wir jetzt zum Hafen und gehen alternativ ins Session. Das klang in den Bewertungen ganz ansprechend.

Da man auch hier eine "flight" bestellen kann, machen wir das doch glatt.

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Nummer 3 schmeckt uns am besten

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Hot Hawaii Pizza, sehr lecker und nur ein wenig scharf.

Das Wetter hat sich deutlich verbessert, daher geht es jetzt zwar nicht in den Strathcona Provincial Park aber zumindest zu den nähergelegenen Elk Falls. Durch einen Wald mit altem Baumbestand geht es zu den zwei Highlights hier: dem Wasserfall und der Hängebrücke.

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Hier gibt es Douglas Fir, Western Hemlock und Western Red Cedar, N übt noch die drei auseinanderzuhalten.

ElkFalls COLLAGE

Und auch die vier hier wollen beim Namen genannt werden, denn auch Pflanzen legen Wert auf Höflichkeit. N versucht es von oben links nach unten rechts mit: Vanilla Leaf (Achlys triphylla), Devil's Club (Oplopanax horridus), Western Starflower (Lysimachia latifolia) und Amerikanischer Stinktierkohl, Western Skunk Cabbage (Lysichiton americanus).

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Der, die, das Elk Falls (hier von der links gelegenen Plattform aus gesehen) begrüßt uns sehr laut.

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Wir stehen gemütlich auf der Hängebrücke, genießen den Blick – und dann entdecken wir sie. Vier Zweibeiner, die unten auf dem Felsen herumturnen, genau dort, wo die Absperrung sehr eindeutig sagt: „Nein.“ 

Sunny Icon Sunny seufzt: "Menschen!"
N: "Die haben wohl beschlossen, heute am Darwin Award teilzunehmen."

Als Größenvergleich im Video taugen sie allerdings hervorragend. Erst wenn man diese winzigen Punkte da unten sieht, versteht man, wie gewaltig die Fälle wirklich sind. Und wie wenig Lust wir hätten, dort unten zu stehen. Wir bleiben brav auf der Brücke, wo Menschen ...

Sunny Icon Sunny: "... und Bären!"

... hingehören – und genießen das Donnern, den Sprühnebel und begrüßen die Tatsache, dass wir Absperrungen nicht für Dekoration halten.

So. Genug Treppen für heute. Über 100 Stufen runter und – was noch viel schlimmer ist – wieder rauf. Wir einigen uns darauf, dass Treppen ab sofort nur noch in homöopathischen Dosen akzeptiert werden. Es ist nach 17 Uhr, und wir stimmen demokratisch ab, was als Nächstes passieren soll. einstimmig votieren wir für "Sofa" als nächsten Tagesordnungspunkt. Abendessen? Fällt aus, die Pizza war ziemlich groß. 

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Die Sonne ist wieder da...

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Und wieder weg. Dafür sind die Berge wieder da. Ein Kommen und Gehen.

Unsere Bleibe: Campbell River - Ocean and Island View Suite



Dienstag, 26.5.26 / Campbell River, BC > Port Hardy, BC

Gegen halb elf verlassen wir unsere Unterkunft und machen uns auf den Weg nach Norden. N hofft, dort endlich ein paar weniger Menschen und mehr Bären um sich zu haben. Und tatsächlich: So langsam wird es auf der Straße leerer. Trotzdem müssen wir immer wieder rechts ranfahren, um die schnelleren Fahrzeuge hinter uns vorbeizulassen. Mit unseren 70 km/h sind wir deutlich langsamer als die hier erlaubten 100 km/h.

Das liegt vor allem daran, dass wir mit offenem Schiebedach das gute Wetter genießen und gleichzeitig die Augen überall haben — auf der Straße, rechts, links... wir halten Ausschau nach Wildlife.

Statt Wildlife finden wir Landschaft.

So gegen 14 Uhr sehen wir den Abzweig nach Telegraph Cove. N hofft, dort etwas Essbares zu finden. Der Ort wirkt jedoch noch ein bisschen wie im Winterschlaf: ein paar geschlossene Türen, wenig Bewegung, alles sehr still. Wir laufen einmal kurz durch, stellen fest, dass hier heute nichts zu holen ist, und fahren unverrichteter Dinge weiter Richtung Port Hardy.

Sunny schaut aus dem Fenster: "Immerhin war es ruhig."
Ty: "Zu ruhig."

Telegraph Cove

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Ty & Sunny: "Ha, da ist einer, nur noch 6.999!"
Ty Icon Ty: "Schau mal seine Pfoten sind auf der Unterseite ganz hell."
Sunny Icon Sunny: "Deine doch auch."
Ty Icon Ty: "Oh ja, jetzt wo du es sagst..."

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Der Bär läuft eine ganze Weile am Straßenrand entlang, und wir trauen uns nicht, an ihm vorbeizufahren. Also warten wir geduldig, bis er die Straße überquert und im Wald verschwindet. N schaut ihm nach und meint, dass sie ihn im Dunkel des Waldes nie gesehen hätte, wenn sie nicht wüsste, dass er dort ist.

Ty Icon Ty: "Also bringt das ganze in-den-Wald-Starren heute nichts?"
Sunny Icon Sunny: "Doch. Es macht die Fahrt spannender."

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Hier wohnen wir für die nächsten 5 Tage.

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Wir checken ein, und sobald N das Auto leergeräumt und alles in die Cabin getragen hat, wärmt sie uns die Pseudo‑Chili‑Burritofüllung auf. Davon war noch genug übrig — und wir drei hatten seit einer Stunde einen ziemlich ernstzunehmenden Bärenhunger.

Nach dem Essen strecken wir kurz die Pfoten aus und machen uns dann auf, das Gelände rund um unsere Hütte zu erkunden. Gleich nebenan gibt es eine BBQ‑Ecke mit mehreren Gas‑ und Kohlegrills, eine gemeinsame Feuerstelle und überall über das Areal verteilt stehen Picknickbänke. Kein Wunder: Das hier ist schließlich auch ein RV‑ und Campingplatz.

Sunny betrachtet die Reihe aus Gas‑ und Kohlemodellen mit dieser leicht prüfenden Art, die sie manchmal hat.

Sunny Icon Sunny: "Ganz schön viele, ich vermute im Sommer ist hier ne Menge los."

Mit einem Getränk ausgestattet machen wir es uns in der Sonne im Adirondack‑Stuhl vor unserer Hütte gemütlich. Irgendwann wird es dann doch zu frisch, und wir ziehen ins Innere der Hütte um. Auf dem Sofa ist es warm, und der Blick aus dem Fenster reicht uns fürs Draußensein.

Für heute steht der neue Jack Ryan‑Film auf Netflix auf unserem Abendprogramm.

Unsere Bleibe: Port Hardy - Port Hardy Cabins



Mittwoch, 27.5.26 / Port Hardy, BC

Für heute ist gutes Wetter angesagt. N meint dann könnten wir ja mal eine ordentliche Wanderung machen. Sunny und ich schauen uns an. Ordentliche Wanderung?

Ty: "„Naja, solange sie uns trägt, machen wir alles mit, oder?"

Da der Fort Rupert Trail quasi vor unserer Haustür beginnt und über den Estuary Nature Trail mit unserer Unterkunft verbunden ist, sparen wir uns das Auto und laufen einfach los.

Das Estuary empfängt uns mit … Kanadagänsen.

Sunny seufzt: "Hmpf. Die haben wir auch zuhause."
Ty Icon Ty seufzt: "Ich hätte ja auf etwas Exotischeres gehofft."

Die Gänse schnattern beleidigt zurück.

Langsam kommt das Gefühl auf, dass heute ein guter Wandertag wird – selbst wenn die Wildlife‑Auswahl bisher eher… bekannt ist. Wir erreichen den Trailhead und werden dort vor allem Möglichen gewarnt.

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Der Weg ist geschottert und deutlich sonniger als N erwartet hatte.

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Wir treffen auch hier alte Bekannte. Oben: Amerikanerkrähe, American Crow (Corvus brachyrhynchos), unten: Diademhäher, Steller's Jay (Cyanocitta stelleri) 

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 Der Bewuchs wird dichter und ab und an führt der Weg jetzt über Boardwalk. 

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 Und es wird waldiger. 

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 Wir erreichen auf etwa halber Strecke des Weges einen See und legen auf einer roh gezimmerten Bank eine Pause im Schatten ein.

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Indianer-Teichrose, Western Yellow Pond-Lily (Nuphar polysepala)

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 Von hier aus wird der Weg so wie wir bereits einige Wege hier kennengelernt haben. Hohe Bäume und weicher Waldboden.

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Und immer wieder Boardwalk.

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Columbiakröte, Western toad (Anaxyrus boreas)

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Nach fast 2 Stunden erreichen wir den Storey’s Beach. Wir machen es uns in der Sonne auf einem Baumstamm gemütlich und genießen die Aussicht. Herrlich hier, allerdings deutlich frischer als auf dem Trail, denn hier weht eine steife Brise.

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Da wir den ganzen Weg später wieder zurück müssen, reißen wir uns irgendwann los. Sunny hätte ja noch weiter geguckt, aber N meint, wir sollten langsam umdrehen. Also gut. Nach einer Weile kommen wir wieder am See vorbei – derselbe wie vorhin, nur jetzt mit dem beruhigenden Wissen, dass es ab hier nur noch bergab geht. N freut das, denn sie spürt ihre Pfoten, aber Menschen bestehen ja darauf, dass das Füße heißen muss. Wie auch immer: Sie merkt sie jetzt. Für uns Bären ist das natürlich kein Problem. Wir sind leicht, kompakt und haben ein eingebautes Federungssystem.

N: "Darf ich nochmals dezent darauf hinweisen: Ihr werdet von mir getragen."

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Der Rückweg erscheint uns irgendwie kürzer, vielleicht weil wir den Weg schon kennen oder weil N Audible einschaltet: The long dark von Andrew Raymond. Man soll ja Lärm machen, um Bären fernzuhalten, und da N weder die ganze Zeit laut reden will oder gar singen, glaubt sie, dass das Hören eines Hörbuchs das Gleiche bewirkt. Vielleicht glaubt sie aber auch, dass die hiesigen Bären keine schottischen Krimis mögen und uns dann meiden? Also Sunny und ich mögen die Bücher ja....

Unsere Bleibe: Port Hardy - Port Hardy Cabins



Donnerstag, 28.5.26 / Port Hardy, BC

Gestern hat N uns ordentlich über den Fort‑Rupert‑Trail gescheucht. Sunny behauptet immer noch, sie hätte mindestens drei neue Muskeln entdeckt, von denen sie vorher nichts wusste.

N: "Ähm, getragen und so???"

Heute also: Erholung. Zumindest in Ns Definition davon. „Wir machen einen Ausflug nach Port Alice“, verkündet sie beim Frühstück. Sunny und ich nicken sofort. Autoausflug bedeutet: sitzen, gucken, nichts tun. Ein Traum.

Da Port Alice nicht weit ist, lassen wir uns Zeit. Viel Zeit. Bis 11 Uhr trödeln wir herum, trinken Kaffee (N), schnuppern an Kaffee (Sunny und ich). Dann geht’s los, aber bevor es so richtig los geht, biegt N noch nach Port Hardy ab, denn wir sind jetzt schon 2 Nächte hier und haben den Ort noch gar nicht gesehen.

Hardy Bay

Warum steht hier eine angebissene Möhre?

Der Himmel ist heute nur partiell blau, die Straße aber ruhig und wir sitzen wie immer auf dem Armaturenbrett, genießen die Aussicht und kommentieren gelegentlich die Landschaft. Sunny zählt Bäume. Ich zähle Autos. Es bleibt bei sehr wenigen. Also Autos, denn Bäume gibt es massig.

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Port Alice begrüßt uns mit einer Mischung aus Ruhe und Wasser. Kein Stress, genau richtig für einen Tag, an dem wir nicht wandern wollen. N parkt das Auto, wir steigen aus, strecken die Pfoten, wahlweise Beine und schauen uns um.

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Sunny Icon Sunny: "Es ist nett hier."

Wir beschließen einstimmig: Erst mal Kaffeepause.

Das Foggy Mountain Café riecht nach Gebäck, das ist es, was Bären mögen. N bestellt Kaffee Latte und dazu einen Carrot Cake, wir schnuppern fachkundig daran. Sunny findet den Kaffee interessant. Ich finde den Kuchen interessanter. Wir setzen uns nach draußen, schauen aufs Wasser und fühlen uns, als hätten wir uns diesen entspannten Tag redlich verdient. Gestern war schließlich Wandertag. Heute ist Kuchentag. Ein sehr gutes System.

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Tja, die Rechnung ohne N gemacht, die kann einfach nie lange still sitzen.

Wir schlendern den Sea Walk entlang. „Schlendern“ ist hier das entscheidende Wort: Der Weg ist gepflastert und 1,5 km hin und 1,5 km wieder zurück, perfekt für einen gemütlichen Bärenausflug. Keine Steigung, keine Treppen, keine Wurzeln, die uns zum Stolpern bringen könnten. Wir schauen auf die Berge, die Wolken, das Wasser – und lesen natürlich alle Schilder, die hier aufgestellt sind. Von einer der Infotafeln erfahren wir, dass Port Alice „Sea Otter Capital of Canada“ sei. Das hat sich aber offenbar noch nicht zu den Seeottern herumgesprochen, denn wir sehen keinen einzigen. 

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Port Alice liegt am Neroutsos Inlet.

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Gemeine Akelei, Common Columbine (Aquilegia vulgaris)

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Klippen-Austernfischer, Black Oystercatcher (Haematopus bachmani)

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N macht ein paar Fotos und ruft plötzlich: "Eine Schnauze im Wasser!“ Die erweist sich allerdings als Seehund. Okay – nehmen wir auch. N schaut auf die Uhr und meint, dass wir langsam zurückfahren könnten. Sunny zählt diesmal keine Bäume mehr – sie döst.

Ty Icon Ty: "Ein Ausflug ohne Hektik, ohne Höhenmeter, ohne Gänse. Das nenne ich: bärentauglich."
Sunny Icon Sunny nickt ernst: "Und keine Treppen“, fügt sie hinzu. "Das ist wichtig."

Unsere Bleibe: Port Hardy - Port Hardy Cabins



Freitag, 29.5.26 / San Josef Bay / Port Hardy, BC

Heute steht wieder was Schönes an. N hat uns bei Cove Adventure Tours auf den geführten Tagesausflug zur San Josef Bay gebucht. N nennt es „San Josef Bay“. Sunny nennt es „Strand“. Ich nenne es: „Wir fahren ans Ende der Welt."

Treffpunkt ist kurz vor halb Neun in Port Hardy, daher muss N tatsächlich mal den Wecker stellen. Wir treffen unsere 2 Mitreisenden und unsere Guide-"in" und machen uns auf den Weg, der ist… sagen wir mal… abenteuerlich. Und auch der Grund, warum N die geführte Tour gebucht hat, anstatt selbst zu fahren, denn es geht 63 km über Schotter und Schlaglöcher... und das pro Richtung wohlgemerkt.

Sunny: "Bären im Schüttelmodus."

Am Trailhead angekommen stehen hier deutlich mehr Fahrzeuge, als N erwartet hätte. Unser Guide erklärt, dass hier mehrere Trails starten, daher würden sich die Leute verteilen und tatsächlich treffen wir unterwegs nur eine Handvoll Leute. Der Weg ist breit, gut zu gehen und voller hoher Bäume, die so alt sind, dass sie vermutlich schon alles gesehen haben – inklusive Bären wie uns. Sunny schnuppert an jedem zweiten Baum. Ich an jedem dritten. Man muss ja Prioritäten setzen.

Und dann lichtet sich der Wald – und da liegt sie vor uns: die San Josef Bay, hell, weit, einsam und einfach wunderschön.

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Wir schlendern am Wasser entlang, schauen auf die Weite, den Himmel, die Wellen, die Felsen.

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Apropos Felsen, natürlich gehen wir auch zu den berühmten Sea Stacks. Sunny fragt, ob man da hochklettern kann. Ich sage nein. N sagt auch nein. Damit ist die Sache geklärt.

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Nachdem genug Fotos gemacht sind, setzen wir uns auf einen der herumliegenden Baumstämme und genießen unsere Mittagspause in der Sonne. Die Menschen essen leckere Sandwiches (geben uns nix ab!) und unterhalten sich, während wir 2 Bären einfach die herrliche Natur in uns aufsaugen.

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Irgendwann müssen wir uns aber auf den Rückweg machen denn es geht wieder 1 Stunde zu Pfote durch den Wald zurück zum Parkplatz und dann nochmals zwei Stunden im Auto über die Rüttelstrecke.

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Unterwegs machen wir noch einen kurzen Stopp bei der größten Sitka Spruce von Kanada ...

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... und im Scarlet Ibis, dem laut eigener Aussage, "most remote pub" on Vancouver Island.

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Da die Longwood Brewery in Nanaimo ein spezielles Bier braut, das es nur im Scarlet Ibis gibt und sonst nirgends, ist die Sache natürlich klar: Das müssen wir probieren. Unsere kleine Reisetruppe aus vier Menschen und zwei Bären ist mit der Pause einverstanden. Durch die beiden letzten außerplanmäßigen Stopps trudeln wir allerdings etwas später als geplant wieder in Port Hardy ein – so gegen halb sechs. Jetzt noch irgendwo essen zu gehen, dafür hat N keinerlei Energie mehr. Also fahren wir direkt zurück zur Cabin. Dort setzen wir uns, mit Hot Dogs und einem kalten Bier bewaffnet, in die Sonne vor unsere Hütte und lassen, wen auch immer, einen guten Mann wahlweise Frau sein.

Unsere Bleibe: Port Hardy - Port Hardy Cabins



Samstag, 30.5.26 / Sea Otter & Whale watching day trip / Port Hardy, BC

N hat schon vor Monaten die heutige Tour mit Coastal Rainforest Safaris gebucht. Und so stehen wir an diesem Morgen kurz vor halb Zehn vor dem kleinen Büro in der Market Street. N wird ausgerüstet mit Mütze, Fernglas und einer Art Taucherbrille gegen den Wind und einem dicken, warmen Flotation Suit.

Ty: "Also ich finde ja, N bewegt sich darin wie ein zu dicker Bär."
N: "Na, herzlichen Dank. Ich fühle mich eher wie ein Michelin Männchen"
Ty Icon Ty: "Wir Bären brauchen sowas nicht – wir haben Fell – …und eine natürliche Grundwürde."
N: "Ich hab das gehört!"

Es geht die wenigen Schritte hinunter zum Boot und nach dem Sicherheitsbriefing geht es auch sofort los. Das offene Boot lässt N zuerst etwas zweifeln aber die gefederten Sitze sind spitze. N sitzt erstaunlich bequem – selbst wenn das Boot über die Wellen düst.

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Die ersten Seeotter lassen nicht lange auf sich warten, sie treiben entspannt auf dem Rücken, oder beäugen uns neugierig.

Sunny Icon Sunny: "Ich glaube, die finden uns genauso spannend wie wir sie."

Die Guides erklären, wie wichtig diese Tiere für das Ökosystem sind – und wie knapp sie hier dem Aussterben entkommen sind. Wir bleiben in respektvollem Abstand, aber nah genug, um mit dem Fernglas jedes Schnurrhaar zu sehen.

Sunny Icon Sunny: "Heißen die nicht eigentlich nur bei Katzen Schnurrhaare?"
Ty Icon Ty doziert: "Also tatsächlich heißen die Vibrissen."
N grinst: "Tja, auch Bären können schlaumeiern. Ich weiß gar nicht, von wem Ty das hat."

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Irgendwann ankern wir in einer Bucht. Zeit für Lunch. Es gibt Nudelsalat und ein sehr leckeres Sandwich von Guido’s. Zum Nachtisch gibt es Kaffee und selbstgebackene Kekse. Dummerweise fängt es an zu regnen, daher fahren wir...

Sunny Icon Sunny: " …fliegen trifft es wohl eher…"

Wir … f a h r e n ... bis wir der Regenwolke entkommen und wieder die Sonne erreichen. Wir sind jetzt in der Nähe von Pine Island und werden von den dort liegenden Steller-Seelöwen, angebrüllt. Nach einer Weile brüllen sie sich dann untereinander an.

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Nächster Stopp: Buckelwale. Wir sehen überall Fontänen und schätzen, dass es insgesamt um die 5 Tiere sind.

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Boot günstig abzugeben.

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Wir sehen eine ganze Reihe Weißkopfseeadler und immer wieder Seeotter. Seeotter allein, Seeotter in Gruppen, Seeotter mit Babys. Nach ungefähr sechs Stunden auf dem Wasser kehren wir zurück. Durchgefroren? Nein. Zufrieden? Sehr. In urgent need of a restroom? Oh yes! N ist daher erstaunlich flink wieder zurück im Büro.

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Wieder zurück in unserer Cabin, setzen wir uns in die Sonne und genießen ein verdientes Bier aus einem Glas, das N gestern im Scarlet Ibis erstanden hat. Besonders ansprechend findet N die "Panic Line".

Unsere Bleibe: Port Hardy - Port Hardy Cabins



Sonntag, 31.5.26 / Port Hardy; BC > Lantzville, BC

Heute steht ein langer Fahrtag an, es geht von der Nordspitze der Insel fast 400 km nach Süden. Das Wetter ist herrlich und so genießen wir wieder bei offenem Dach die Fahrt und die Landschaft.

Wapitihirsche sehen wir leider nicht, aber ein Schwarzwedelhirsch läuft auf die Straße und N kann rechtzeitig vom Gas gehen, denn wir sind mal wieder deutlich langsamer als erlaubt unterwegs und so kommt das Tier sicher von A nach B.

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Mittagspause machen wir in Campbell River und kehren bei Beach Fire Brewing ein. Die Idee hatten eine Menge Leute, denn heute ist Sonntag, daher können wir leider nicht draußen sitzen, alles voll. N bestellt eine Korean Chicken Bowl und die Kellnerin empfiehlt das Baikie Island Spruce Ale. Und das erweist sich als ein guter Tipp, denn das ist ein wenig süßlich und hat dennoch einen leicht herben Fichtengeschmack. Verdammt lecker. N nimmt daher noch eine Dose mit.

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Am Nachmittag erreichen wir unsere Unterkunft in Lantzville, nördlich von Nanaimo. Wir stellen die Taschen ab, also N schleppt sie die Treppe hoch und wir beaufsichtigen das und dann holen wir (äh N kocht) uns einen Kaffee und setzen uns erst einmal auf den Balkon. Die Aussicht wirkt fast übertrieben: ganz weit draußen die Skyline von Vancouver, dahinter der schneebedeckte Mt. Baker, der aussieht, als hätte ihn jemand absichtlich ein bisschen zu groß in die Landschaft gestellt. Wir sitzen eine Weile einfach nur da und lassen die Aussicht auf uns wirken. Ob die Menschen, die hier jeden Tag wohnen, das überhaupt noch wahrnehmen? Oder ist es für sie irgendwann einfach nur „der Blick von zu Hause“.

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Heute schauen wir The Boroughs auf Netflix, etwas schräg.

Unsere Bleibe: Lantzville - Ocean Ridge Guest House



Montag, 1.6.26 / Lantzville, BC

Vormittags wandern wir ein wenig kreuz und quer durch den Neck Point Park. Uns gefällt dieser Park. Er ist übersichtlich, aber nicht langweilig. Man kann immer irgendwo aufs Wasser schauen. Und auch von hier sieht man die Skyline von Vancouver und den Mt. Baker.

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Ty Icon Ty: "Puh ... ich... hab... es... geschafft... hier... hinaufzuklettern."
Sunny Icon Sunny: "Uff... ich... auch."

N genießt den Tag, aber es schwingt auch dieses kleine Gefühl mit, "der Abschied kommt näher". Auch Bären spüren so etwas. Wenn man weiß, dass ein Ort bald „das war’s dann“ sagt, schaut man noch mal genauer hin. Allerdings, einen Tag in Nanaimo zu verbringen ohne einen Nanaimo Bar zu essen… Das macht man einfach nicht. Das wäre unhöflich. Gegenüber dem Nanaimo Bar. Also fahren wir jetzt zu Drip an der Departure Bay. 

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Ein Nanaimo Bar ist nicht irgendein Snack — es ist ein regionaler Pflichttermin. Auch wenn N findet, dass er schon verdammt süß ist. So, erledigt, wir fahren jetzt in den Süden von Nanaimo zur Wolf Brewing Company. N probiert ein wenig und unterhält sich gut mit den anderen Gästen und dem Eigentümer und so vergeht die Zeit wie im Flug. Zum Abschied bekommt N ein Glas Koozie geschenkt. Das ist nett, so was haben wir noch nicht

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 Das Lime Cerveza schmeckt uns.

Unsere Bleibe: Lantzville - Ocean Ridge Guest House



Dienstag, 2.6.26 / Lantzville, BC

Heute früh meldet N, dass ihre Nebenhöhlen „Alarm schlagen“. Ich wusste gar nicht, dass Nebenhöhlen sprechen können, aber offenbar tun sie das — und zwar laut. Sunny und ich schauen uns an: Das klingt nach Schnupfen im Anmarsch. Nicht ideal. Zum Glück hat N Nasenspray dabei. Menschen haben ja für alles ein Spray. Für uns Bären wäre das nichts, wir mögen keine Dinge, die in Nasen gesprüht werden. Unsere Nasen sind schließlich für wichtigere Aufgaben da, zum Beispiel für die Analyse von Snacks.

Da N sich nicht topfit fühlt, entscheiden wir uns für eine eher gemütliche Mission: Shoppen. Sunny findet das super, denn Shopping bedeutet: viele Regale, viele Dinge, viel anzusehen und Möglichkeiten, sich irgendwo reinzusetzen, wo man eigentlich nicht sitzen sollte. Den Vormittag verbringen wir daher im Woodgrove Centre, N kauft zwei T-Shirts, lässt sich die Augenbrauen richten und dann essen wir etwas Sushi. N wirkt allerdings etwas gedämpft, so ein bisschen wie ein Smartphone mit 23 % Akku: Es geht noch, aber man merkt, dass man nicht mehr die ganz großen Sprünge machen sollte.

Nachmittags fahren wir nach Nanaimo „Downtown“ ins Nanaimo Museum. Das ist sehr überschaubar —  sogar N braucht nur eine Stunde. Ursprünglich hatte N geplant, ein wenig durch die Stadt zu schlendern und die White Sails Brewery aufzusuchen aber heute ist einfach nicht der Tag für große Abenteuer, also fahren wir zurück.

Unsere Bleibe: Lantzville - Ocean Ridge Guest House



Mittwoch, 3.6.26 / Lantzville, BC > Delta, BC

Der Morgen begrüßt uns mit einem wunderbaren Sonnenaufgang, den wir dank Ns Planung live erleben dürfen, denn heute früh geht’s wieder zurück aufs Festland – was Sunny und ich natürlich erst mal mit einem langen, synchronen Seufzer quittieren.

Die Vermieter hatten gestern Abend ganz freundlich gemeint, wir könnten ruhig spät abreisen, niemand würde heute nach uns kommen. Sunny fand das „angenehm bärengerecht“ und ich hatte schon angefangen, mir ein spätes Frühstück auszumalen.

Aber dann erinnert N uns an die bereits Monate‑im‑Voraus‑gebuchte‑Fähre. Wenn N einmal eine Uhrzeit festgelegt hat, ist das für uns so verbindlich wie die Schwerkraft. 10.15 Uhr, geht es auf die Fähre von Duke Point nach Tsawwassen. Keine Diskussion, keine Verzögerung.

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N meint trocken: "Die Fähre wartet nicht auf zwei Bären, die noch gemütlich auf dem Balkon sitzen."

Das ist wohl leider korrekt. Also packen wir unsere Siebensachen, wir tun so, als würden wir helfen, und dann verlassen wir die Unterkunft. Ein letzter Blick zurück, ein kleiner Stich Wehmut, aber auch dieses leise Kribbeln, wenn eine neue Etappe beginnt. Pünktlich sind wir am Fährterminal, es fallen ein paar Regentropfen, daher gestaltet N die Wartezeit mit dem erneuten Versuch, einen Bösewicht im Schottischen Hochland dingfest zu machen und trinkt dabei in Ruhe den Kaffee, den sie vorhin noch in weiser Voraussicht in die Thermos Tasse gefüllt hat. Auf der Fähre muss sie dann aber auch erstmal ein gewisses Örtchen aufsuchen, um den Kaffee wieder zu entsorgen.

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Ein letzter Blick auf Nanaimo.

Danach schlendern wir über das Deck. Diesmal verläuft die Fährstrecke allerdings weniger malerisch, nicht wie auf der Hinfahrt zwischen den Inseln, die Aussicht wirkt entsprechend breiter, aber auch ein bisschen… na ja, generischer. Nach ein paar Minuten nicken wir uns zu — genug frische Luft — wir gehen wieder unter Deck.

N besucht "kurz" den Bordshop, denn dort wartet die rote Thermoskanne mit Teesieb und Rabenmotiv, die sie auf der Hinfahrt schon so unauffällig beäugt hat, dass es eigentlich auffällig war. Jetzt nimmt sie sie einfach mit. Entscheidung getroffen, Rabe adoptiert. Wir finden ja, N hat schon genug Kannen und Flaschen, aber wer fragt uns schon, wir sind ja nur die Begleitbären.

Nach etwa zwei Stunden legen wir wieder an. N fährt zum Hotel, um das Gepäck abzuladen, mit der kleinen Hoffnung, dass vielleicht schon ein Zimmer frei ist. Und tatsächlich: Glück gehabt. Wir können direkt hoch. Das Gepäck nach oben zu bringen ist dank Tiefgarage und Fahrstuhl ein Bären… ähm, Kinderspiel. Für N jedenfalls.

N will ihr mittelblaues Paar Skechers gegen ein neues eintauschen. Verständlich: Die Schuhe, die sie gerade an den Hinterpfoten trägt, haben mehrere Jahre Dauereinsatz hinter sich und sehen inzwischen so aus, als hätten sie persönlich jeden Wanderweg auf Vancouver Island kartiert. Also stehen jetzt die nahegelegenen Tsawwassen Mills auf der Agenda. Ty und Sunny nicken das ab — Shopping ist schließlich eine Aktivität, bei der man zuverlässig getragen wird und trotzdem so tun kann, als würde man beratend eingreifen.

Natürlich findet sie 2 Paar, typisch. Das mittelblaue Paar an den Pfoten wird aber noch in der Mall gegen das neue Paar getauscht.

Danach steht Kofferpacken auf der Tagesordnung, und als Abendessen gibt es Reste — die klassische Ende‑der‑Reise‑Kombination. Das Zimmer hat zwar eine Wetbar, aber keinerlei Geschirr oder Besteck. Für die meisten wäre das ein kleines logistisches Problem, für N eher ein Moment stiller Genugtuung: In unserer Kühltasche befindet sich nämlich nicht nur ein Korkenzieher/Flaschenöffner, sondern auch ein kompletter Satz Besteck. Wir beobachten das mit professioneller Anerkennung. Vorbereitung ist schließlich die halbe Miete.

Unsere Bleibe: Delta - Coast Tsawwassen Inn



Donnerstag, 4.6.26 / Vancouver, BC > DUS

Unser Flug geht erst spät am Nachmittag, wir schlafen aus, gehen spät auf einen Kaffee nach unten und verlassen dann das Hotel. Wir fahren ein wenig in Tsawwassen herum, eine Halbinsel, deren Südspitze, Point Roberts, mehr durch ein Versehen zu den USA und nicht Kanada gehört.

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Um die Mittagszeit kehren wir im Four Winds Beach House & Brewery ein, das uns sehr an das Lake House in Babcock Ranch erinnert, allerdings fehlt hier der See und das Lake House ist auch keine Brauerei...  ach egal. Wir machen es uns auf der Terrasse im Schatten bequem. Das Wetter ist herrlich, nicht zu heiß und dazu geht eine erfrischende Brise.

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Der alkoholfreie Cocktail ist ziemlich lecker befinden wir.

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Ein letzter Snack bevor es zum Flughafen geht.

N hat uns für den Rückflug Premium Economy spendiert und wir haben eine ganze Reihe für uns allein. Wir können uns ausbreiten, quer Hinlegen ist allerdings leider nicht, da wir die erste Reihe haben und die hat feste Armlehnen.

Sunny Icon Sunny: "Das ist Jammern auf hohem Niveau."

Nach einem Stopover in Frankfurt, den N nutzt, um in der Lounge zu duschen, geht es dann endlich zurück nach DUS.



Unser Fazit

Wir haben Wälder gesehen, die älter sind als jede Bärenweisheit, Strände, die so leer waren, dass selbst Sunny kurz still wurde, und genug Pflanzen und Wildlife, um Ns Kamera in den Dauerbetrieb zu schicken. Na ja, fast. Fischotter, Seelöwen, Weißkopf Seeadler, Schwarzwedelhirsche, Seehunde, Seeotter, Buckelwale  – wir haben sie alle fachkundig kommentiert, während N die eigentliche Foto- und Bestimmungsarbeit erledigt hat.

Wir haben Fähren getestet, Wanderwege inspiziert, Boardwalks abgenickt, Museen durchgeschnuppert, Kaffeehäuser bewertet, Brauereien auditiert und festgestellt, dass Vancouver Island eine erstaunlich gute Mischung aus Natur, Ruhe, Nebel und Snacks bietet. Und dass N eine bemerkenswerte Fähigkeit besitzt, uns überall hin mitzunehmen, egal wie viele Treppen, Wurzeln oder Schlaglöcher im Weg liegen.

Unterm Strich:

Wir sind nicht nass geworden (meistens), nicht verloren gegangen (nie), nicht gefressen worden (erfreulich), wurden gut getragen (immer) und hatten jeden Tag genug zu gucken, zu schnuppern und zu kommentieren.

Für zwei kleine Bären war es eine große Reise und wir würden sofort wieder losfahren. Aber erstmal muss N ein wenig arbeiten, bis es dann im Herbst heißt: Florida 2026.

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