Mittwoch, 27.5.26 / Port Hardy, BC
Für heute ist gutes Wetter angesagt. N meint dann könnten wir ja mal eine ordentliche Wanderung machen. Sunny und ich schauen uns an. Ordentliche Wanderung?
Da der Fort Rupert Trail quasi vor unserer Haustür beginnt und über den Estuary Nature Trail mit unserer Unterkunft verbunden ist, sparen wir uns das Auto und laufen einfach los.
Das Estuary empfängt uns mit … Kanadagänsen.
Die Gänse schnattern beleidigt zurück.
Langsam kommt das Gefühl auf, dass heute ein guter Wandertag wird – selbst wenn die Wildlife‑Auswahl bisher eher… bekannt ist. Wir erreichen den Trailhead und werden dort vor allem Möglichen gewarnt.
Der Weg ist geschottert und deutlich sonniger als N erwartet hatte.
Wir treffen auch hier alte Bekannte. Oben: Amerikanerkrähe, American Crow (Corvus brachyrhynchos), unten: Diademhäher, Steller's Jay (Cyanocitta stelleri)
Der Bewuchs wird dichter und ab und an führt der Weg jetzt über Boardwalk.
Und es wird waldiger.
Wir erreichen auf etwa halber Strecke des Weges einen See und legen auf einer roh gezimmerten Bank eine Pause im Schatten ein.
Indianer-Teichrose, Western Yellow Pond-Lily (Nuphar polysepala)
Von hier aus wird der Weg so wie wir bereits einige Wege hier kennengelernt haben. Hohe Bäume und weicher Waldboden.
Und immer wieder Boardwalk.
Columbiakröte, Western toad (Anaxyrus boreas)
Nach fast 2 Stunden erreichen wir den Storey’s Beach. Wir machen es uns in der Sonne auf einem Baumstamm gemütlich und genießen die Aussicht. Herrlich hier, allerdings deutlich frischer als auf dem Trail, denn hier weht eine steife Brise.
Da wir den ganzen Weg später wieder zurück müssen, reißen wir uns irgendwann los. Sunny hätte ja noch weiter geguckt, aber N meint, wir sollten langsam umdrehen. Also gut. Nach einer Weile kommen wir wieder am See vorbei – derselbe wie vorhin, nur jetzt mit dem beruhigenden Wissen, dass es ab hier nur noch bergab geht. N freut das, denn sie spürt ihre Pfoten, aber Menschen bestehen ja darauf, dass das Füße heißen muss. Wie auch immer: Sie merkt sie jetzt. Für uns Bären ist das natürlich kein Problem. Wir sind leicht, kompakt und haben ein eingebautes Federungssystem.
Der Rückweg erscheint uns irgendwie kürzer, vielleicht weil wir den Weg schon kennen oder weil N Audible einschaltet: The long dark von Andrew Raymond. Man soll ja Lärm machen, um Bären fernzuhalten, und da N weder die ganze Zeit laut reden will oder gar singen, glaubt sie, dass das Hören eines Hörbuchs das Gleiche bewirkt. Vielleicht glaubt sie aber auch, dass die hiesigen Bären keine schottischen Krimis mögen und uns dann meiden? Also Sunny und ich mögen die Bücher ja....
Unsere Bleibe: Port Hardy - Port Hardy Cabins