Donnerstag, 28.5.26 / Port Hardy, BC

Gestern hat N uns ordentlich über den Fort‑Rupert‑Trail gescheucht. Sunny behauptet immer noch, sie hätte mindestens drei neue Muskeln entdeckt, von denen sie vorher nichts wusste.

N: "Ähm, getragen und so???"

Heute also: Erholung. Zumindest in Ns Definition davon. „Wir machen einen Ausflug nach Port Alice“, verkündet sie beim Frühstück. Sunny und ich nicken sofort. Autoausflug bedeutet: sitzen, gucken, nichts tun. Ein Traum.

Da Port Alice nicht weit ist, lassen wir uns Zeit. Viel Zeit. Bis 11 Uhr trödeln wir herum, trinken Kaffee (N), schnuppern an Kaffee (Sunny und ich). Dann geht’s los, aber bevor es so richtig los geht, biegt N noch nach Port Hardy ab, denn wir sind jetzt schon 2 Nächte hier und haben den Ort noch gar nicht gesehen.

Hardy Bay

Warum steht hier eine angebissene Möhre?

Der Himmel ist heute nur partiell blau, die Straße aber ruhig und wir sitzen wie immer auf dem Armaturenbrett, genießen die Aussicht und kommentieren gelegentlich die Landschaft. Sunny zählt Bäume. Ich zähle Autos. Es bleibt bei sehr wenigen. Also Autos, denn Bäume gibt es massig.

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Port Alice begrüßt uns mit einer Mischung aus Ruhe und Wasser. Kein Stress, genau richtig für einen Tag, an dem wir nicht wandern wollen. N parkt das Auto, wir steigen aus, strecken die Pfoten, wahlweise Beine und schauen uns um.

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Sunny Icon Sunny: "Es ist nett hier."

Wir beschließen einstimmig: Erst mal Kaffeepause.

Das Foggy Mountain Café riecht nach Gebäck, das ist es, was Bären mögen. N bestellt Kaffee Latte und dazu einen Carrot Cake, wir schnuppern fachkundig daran. Sunny findet den Kaffee interessant. Ich finde den Kuchen interessanter. Wir setzen uns nach draußen, schauen aufs Wasser und fühlen uns, als hätten wir uns diesen entspannten Tag redlich verdient. Gestern war schließlich Wandertag. Heute ist Kuchentag. Ein sehr gutes System.

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Tja, die Rechnung ohne N gemacht, die kann einfach nie lange still sitzen.

Wir schlendern den Sea Walk entlang. „Schlendern“ ist hier das entscheidende Wort: Der Weg ist gepflastert und 1,5 km hin und 1,5 km wieder zurück, perfekt für einen gemütlichen Bärenausflug. Keine Steigung, keine Treppen, keine Wurzeln, die uns zum Stolpern bringen könnten. Wir schauen auf die Berge, die Wolken, das Wasser – und lesen natürlich alle Schilder, die hier aufgestellt sind. Von einer der Infotafeln erfahren wir, dass Port Alice „Sea Otter Capital of Canada“ sei. Das hat sich aber offenbar noch nicht zu den Seeottern herumgesprochen, denn wir sehen keinen einzigen. 

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Port Alice liegt am Neroutsos Inlet.

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Gemeine Akelei, Common Columbine (Aquilegia vulgaris)

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Klippen-Austernfischer, Black Oystercatcher (Haematopus bachmani)

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N macht ein paar Fotos und ruft plötzlich: "Eine Schnauze im Wasser!“ Die erweist sich allerdings als Seehund. Okay – nehmen wir auch. N schaut auf die Uhr und meint, dass wir langsam zurückfahren könnten. Sunny zählt diesmal keine Bäume mehr – sie döst.

Ty Icon Ty: "Ein Ausflug ohne Hektik, ohne Höhenmeter, ohne Gänse. Das nenne ich: bärentauglich."
Sunny Icon Sunny nickt ernst: "Und keine Treppen“, fügt sie hinzu. "Das ist wichtig."

Unsere Bleibe: Port Hardy - Port Hardy Cabins

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