Dienstag, 26.5.26 / Campbell River, BC > Port Hardy, BC
Gegen halb elf verlassen wir unsere Unterkunft und machen uns auf den Weg nach Norden. N hofft, dort endlich ein paar weniger Menschen und mehr Bären um sich zu haben. Und tatsächlich: So langsam wird es auf der Straße leerer. Trotzdem müssen wir immer wieder rechts ranfahren, um die schnelleren Fahrzeuge hinter uns vorbeizulassen. Mit unseren 70 km/h sind wir deutlich langsamer als die hier erlaubten 100 km/h.
Das liegt vor allem daran, dass wir mit offenem Schiebedach das gute Wetter genießen und gleichzeitig die Augen überall haben — auf der Straße, rechts, links... wir halten Ausschau nach Wildlife.
Statt Wildlife finden wir Landschaft.
So gegen 14 Uhr sehen wir den Abzweig nach Telegraph Cove. N hofft, dort etwas Essbares zu finden. Der Ort wirkt jedoch noch ein bisschen wie im Winterschlaf: ein paar geschlossene Türen, wenig Bewegung, alles sehr still. Wir laufen einmal kurz durch, stellen fest, dass hier heute nichts zu holen ist, und fahren unverrichteter Dinge weiter Richtung Port Hardy.
Der Bär läuft eine ganze Weile am Straßenrand entlang, und wir trauen uns nicht, an ihm vorbeizufahren. Also warten wir geduldig, bis er die Straße überquert und im Wald verschwindet. N schaut ihm nach und meint, dass sie ihn im Dunkel des Waldes nie gesehen hätte, wenn sie nicht wüsste, dass er dort ist.

Hier wohnen wir für die nächsten 5 Tage.
Wir checken ein, und sobald N das Auto leergeräumt und alles in die Cabin getragen hat, wärmt sie uns die Pseudo‑Chili‑Burritofüllung auf. Davon war noch genug übrig — und wir drei hatten seit einer Stunde einen ziemlich ernstzunehmenden Bärenhunger.
Nach dem Essen strecken wir kurz die Pfoten aus und machen uns dann auf, das Gelände rund um unsere Hütte zu erkunden. Gleich nebenan gibt es eine BBQ‑Ecke mit mehreren Gas‑ und Kohlegrills, eine gemeinsame Feuerstelle und überall über das Areal verteilt stehen Picknickbänke. Kein Wunder: Das hier ist schließlich auch ein RV‑ und Campingplatz.
Sunny betrachtet die Reihe aus Gas‑ und Kohlemodellen mit dieser leicht prüfenden Art, die sie manchmal hat.
Mit einem Getränk ausgestattet machen wir es uns in der Sonne im Adirondack‑Stuhl vor unserer Hütte gemütlich. Irgendwann wird es dann doch zu frisch, und wir ziehen ins Innere der Hütte um. Auf dem Sofa ist es warm, und der Blick aus dem Fenster reicht uns fürs Draußensein.
Für heute steht der neue Jack Ryan‑Film auf Netflix auf unserem Abendprogramm.
Unsere Bleibe: Port Hardy - Port Hardy Cabins