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So, 3.6.12 Bar Harbor, ME - Boothbay Harbor, ME

Und wieder der verführerische Duft am frühen Morgen, so macht Aufstehen Spaß. Der Blick aus dem Fenster verheißt dafür nicht allzu Gutes, es wird gar nicht richtig hell und regnet leicht.

N hat gestern Abend endlich Zeit gefunden, sich über die gelbe Flagge mit der Schlange und dem Schriftzug "Don't tread on me" schlau zu lesen. Das hier hat sie gefunden: Es handelt sich um die Gadsden Flag, die im Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitskrieg entstanden ist. Heute wird sie genutzt, um z. B. Unzufriedenheit mit der Regierung auszudrücken, die Tea Party Bewegung benutzt sie ebenfalls und in South Carolina ist sie öfter zu sehen, da Gadsden von dort stammt.

Für M gibt es wieder homemade blueberry pancakes mit bacon (eine interessante Kombi) und für N eine spinach artichoke quiche, dazu wieder frisches Obst, homemade granola, Vanille Joghurt und selbstgebackene Himbeer-Apfeltarte. Ein Frühstücksparadies.

Draußen erwartet uns heftiger unparadiesischer Regen, wie schön, wenn man das Gepäck verladen will. Unser heutiges Programm an einem der schönsten Küstenabschnitte Maines fällt förmlich ins Wasser. Glücklicherweise hat der Wagen Sitzheizung, meint N.

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Die Sichtweite ist mehr als bescheiden, rumlaufen in schönen Städtchen wie Camden entfällt genauso, wie die Wanderung im Camden Hills State Park auf den Mt. Beattie, da wäre ja eh nicht viel von der Aussicht zu genießen gewesen. Die geplante lobster roll am Hafen entfällt, gut, dass N gestern eins im Side Street Cafe gegessen hat. Viele Geschäfte haben heute geschlossen und das liegt vermutlich nicht am Sonntag, sondern am Wetter, da bleiben offenbar alle lieber zuhause. Ein paar nette Dinge sehen wir heute dennoch:

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Pemaquid Lighthouse

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Auf der Pemaquid Halbinsel

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Auf der Boothbay Halbinsel

Nicht ganz so nett sind die zwei Stellen, an denen die Straße überflutet ist. Gegen 15 Uhr kommen wir etwa 4 Stunden eher als geplant in Boothbay Harbor im Topside Inn an, netterweise bekommen wir ein Upgrade auf das größte Zimmer mit der besten Aussicht im Haupthaus, sehr lieb. N ist zuerst etwas unschlüssig, ob sie das gut findet, denn das Zimmer #8 im Nebengebäude, was sie ausgesucht hat, hatte Kühlschrank, sitting room und eine eigene Veranda. M meint Veranda bei dem Wetter, darauf können wir verzichten, Kühlschrank fände er jetzt auch nicht so schlimm. OK überzeugt, am überzeugendsten ist allerdings das Bad: stylish, riesig und mit 2 Waschbecken.

Was tun? N&M legen erst mal ein Picknick im Zimmer ein, beim Hannaford haben sie sich gerade dafür mit seafood salad, rolls, Sam Adams und Würstchen eingedeckt, aus der Küche in B&B holt N heißen Kakao zum Aufwärmen. Im Fernsehen laufen The Wedding Planner und Two Week's Notice, die richtigen Filme für einen verregneten Sonntag, M legt sich ein wenig hin und N tippt Reisebericht. Sunny und ich frieren ja mit unserem Fell nicht, aber M macht tatsächlich die Heizung an.

Es hört einfach nicht auf zu regnen, also müssen N&M wohl oder übel da hinaus für ihr Abendessen, Sunny und ich wollen nicht nass werden und bleiben im Topside Inn. N berichtet, dass sie im empfohlenen Boathause Bistro auch seafood risotto und Chardonnay hatte, der im McKays aber besser war, die Bedienung dort war ebenfalls deutlich aufmerksamer.

Auf der Fahrt haben N&M diskutiert, was der Plural von "moose" ist, denn N meint, sie hätte einen Elch im Acadia National Park im Unterholz gesehen, spontan einigen sie sich auf "mousse au chocolat".

10 °C, Dauerregen, Topside Inn, Room #4, 155 miles