18.5.07 Freitag DUS - Miami, FL (30 mi)

Kurz nach halb Acht geht es endlich los (haben auch lange genug gewartet und vorbereitet), mit der U-Bahn nach Bochum. Unser Frühstück findet am Bochumer Bahnhof statt, während wir auf den Zug warten, die RE 6 nach Düsseldorf. In der Regionalbahn ist eine Truppe, die offenbar nach Mallorca fliegt und unserer AIDA Family Konkurrenz macht... in Zahl und Lautstärke ;-)

Wir haben ja schon gestern abend eingecheckt und so haben wir nur unser Handgepäck, wie angenehm. Nico meint, ich solle nicht so rumtönen, ich hätte ja noch nie was getragen. Einer der Kontrolleure beim Sicherheitscheck will uns veralbern, wir wären hier falsch, wenn wir in die USA wollten, das sei woanders hier sei Lanzarote.... als ob wir darauf hereinfallen würden. Micha meint, er hätte ihm geglaubt, na nur gut, dass er nicht allein hier ist, sondern uns dabei hat, tststs.

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Wo sind denn unsere Tickets? Sind wir etwa blinde Passabären?

Der Flug ist recht unspektakulär, wir haben wieder XL Seats und die LTU peppt ihr Image auf: das Essen ist deutlich leckerer und leichter geworden und es gibt soviel zu Trinken, dass wir kaum hinterherkommen. Mit Lesen, Film schauen und Immigration Zettel ausfüllen vergeht die Zeit. Nach 10h und 20min: es reicht! In Miami angekommen, puh die Luftfeuchte ist immer wieder nett hier im Süden. Immigration, Zoll, alles ok. Bei Alamo Diskussion, ob der zusätzliche Fahrer in unserem Preis inbegriffen ist. Die Alamo Dame meint "nein", Nico "ja"... das kann dauern! Wir kommen nicht weiter und zahlen die Gebühr, die Alamo Dame meint versöhnlich, wir sollten uns das Geld zurückzahlen lassen von unserem Tourveranstalter. Da ist wohl ein Anruf fällig, wenn wir zurück sind.

(Info nebenbei: buybye hat die Gebühr anstandslos zurückerstattet. Danke!)

Im fullsize choiceline Bereich: Hm? Ein Auto "vergriffen", das andere abgeschlossen, eins offen aber mit Hieroglyphen auf dem Fenster. Nico fragt ne Servicedame, "nein, den könnten wir nicht nehmen, der sei nicht "fine". Gute Güte, das wollen wir natürlich nicht. Der nächste Wagen kommt an und Micha läßt ihn sich von 4 jungen Kerlen aus D wegschnappen ohne was zu sagen... knurr. Langsam wird es blöd. Wir können zum gleichen Preis nen Minivan bekommen, Micha mag nicht. OK, er muß ihn ja auch fahren, also darf er Nein sagen. Es ziehen Gewitterwolken auf, nicht die sprichwörtlichen (obwohl...?), sondern echte. Irgendwann, empfundene Stunden später: ein Wagen... Pontiac. Der Kofferraum ist eindeutig zu klein. Weiter warten. Endlich, ein Chevy, passt! Wir setzen uns rein, nachdem das Gepäck verstaut ist und... oh, wo ist denn die Gangschaltung? Nico ruft nen Servicemann zur Hilfe. Ah!, am Lenkrad! Aber komisch ist es irgendwie schon... Wir finden uns ansonsten ganz gut zurecht mit dem Wagen, wieder ein Impala wie letztes Jahr, aber mit nem kleineren Motor nehmen wir an, nur ein Auspuff statt zwei, stellt Micha fest. Ohne uns zu verfahren, düsen wir zum Hotel in Miami Beach. Sehr schön! Nico zahlt vor Ort, danke lieber Dollarkurs.

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Wo ist denn der blaue Himmel?

Wir haben eine komplett eingerichtete Küche, aber keine Vorräte, also los zum Walmart. Der nächste ist im Norden von Miami. Es dauert etwas, bis wir dort ankommen im Feierabendverkehr, aber egal, ist ja Urlaub.

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Zimmer 304

Wir kaufen nur das Allernötigste: Bier, Wasser, Obst, Gemüse, Mikrowellenfutter, Kaffee, Muffins etc. Dann zurück, Nico hält erstaunlich gut durch, sie sitzt vorm Fernseher, schaut CSI Miami (wie passend) und futtert Walnuß- Rosinenbrot und das um 22 Uhr!

 

19.5.07 Samstag Miami, FL (18 mi)

Oh Bär! Nico ist schon gegen 4 Uhr wach, kann sich aber bis fast halb Sieben retten. Dann wird Kaffee gekocht und am Bett serviert. Nachrichten, oh ein süßes Koalabärenbaby in den Nachrichten, tja Amerika. Obwohl... Knut hat es daheim ja auch in die Tagesschau geschafft. Nico ruft nochmal daheim an, die Liebsten waren gestern vom Anruf offenbar aus dem Tiefschlaf geweckt und wer weiß, ob sie sich noch an den Anruf erinnern? Schnell duschen und dann ab an die beiden kostenlosen Internetterminals im Hotel, die AIDA Family will auf dem Laufenden gehalten werden. Wir schlendern den Strand und den Ocean Drive entlang zum Art Deco Welcome Center, hier soll die geführte Art Deco Tour ($ 15 pP) starten.

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SoBe

Nach 90 Minuten Laufen, Erklären und Besichtigen von innen und aussen sind wir schlau gemacht worden und erkennen überall die Stilelemente wieder, irgendwie witzig. Obwohl es sich bei der Polizei nicht um Art Deco handelt, sondern nur um einen Stil der sich dem Art Deco optisch anpasst, da als echt nur gilt, was in einem bestimmten Zeitraum gebaut wurde, danach darf nichts mehr so gebaut und benannt werden. Ich hoffe ich hab richtig aufgepasst vorhin...

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Haus von Versace

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Miami Beach Police

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So es ist Mittag und wir alle haben Hunger, ab ins 11th street Diner. Lecker Fish und Burger...

Nun sind wir wieder aufnahmebereit für ne weitere Runde Kultur, wir parken am Bayside Marketplace Center für lächerliche $ 10 (puh) und fahren mit dem kostenlosen Metromover von der College/Bayside Station zum Government Center, dort ist das Historical Museum of Southern Florida unser nächstes Bildungsziel. Da heute hier Tag der offenen Tür ist, sparen wir die $ 5 pP Eintritt und holen so das Parkhaus wieder raus. Passt! Für den Nachmittag planen wir eine Bootsfahrt im Hafen von Miami, das aufziehende Gewitter hält uns allerdings davon ab, Hunger haben wir momentan nicht, daher kaufen wir im HRC im Bayside Marketplace nur die T-Shirts und schlendern etwas durch das Shopping Center. Hm, zurück im Hotel haben wir nun doch Hunger... also ab zu publix Futter kaufen. Snack in unserer Küche... kriegen wir auch was ab vom Huhn und dem Salat? Nach dem Essen machen Nico und Micha einen Spaziergang am Ocean Drive entlang, Sunny und ich schauen lieber fern.

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20.5.07 Sonntag Miami, FL - Naples, FL (139 mi)

Heute Morgen scheint die Welt unterzugehen, sintflutartige Regenfälle füllen den Hotelparkplatz auf Schwimmbadniveau, zumindest hat Micha patschnasse Füsse, als er das Auto näher an den Eingang stellt. Hoffentlich wird das Wetter besser, sonst können wir gar nichts sehen, weil sie uns doch dann immer in den Rucksack stecken. Hier im Auto geht es ja, da sitzen wir ja immer auf dem dashboard.

Gegen 10 sind wir am Shark Valley Visitor Center in den Everglades, was das bloß mit Haien zu tun hat??? Nico findet, jetzt macht sich unser National Park Pass von 2006 so richtig bezahlt, schließlich gilt der bis August 07. Auf der tramtour hören und sehen wir 2 h lang Interessantes: Alligatoren, Schildkröten, Vögel, Pflanzen und und und. Echt nett. Vor allem die Bremsen von ca. 2 cm Größe erschrecken die Mädels ordentlich. Hihi!

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Wir halten Ausschau nach gefährlichen Tieren, Micha mehr nach denen im Wasser, Nico nach den Fliegenden. Jeder hat so seine Ängste...

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Mr Al E. Gator in ca. 1 m Abstand... jaja. viel zu nah ich weiß.

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Lady Anhinga

Von hier aus geht es auf die Loop Road durch die Big Cypress National Preserve. Hier kommt ein wenig "swamp feeling" auf mit Zypressen und Epiphyten.

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Allerdings sind die Minibäume nix gegen die beeindruckenden swamps in den Südstaaten. Mitten auf der Loop Road steht plötzlich ein Tier vor uns. Nico ruft "ne Giraffe". Ne ist klar, in den USA und das von ner Biologin. Wohl etwas aus der Übung?!? Tatsächlich ist es ein white tailed deer. Mittlerweile ist es heiß 32 °C geworden. Nico treibt zur Eile, bis 17.00 Uhr müssen wir im Bel Mar in Naples einchecken. Rose, die Besitzerin, empfängt uns sehr herzlich (Nico ist allerdings nicht sicher, ob Rose etwas mit uns anfangen kann...). Die Anlage ist sehr ordentlich und gut organisiert: jedes Auto hat nen zugewiesenen Parkplatz, Tor bitte immer schließen... uns gefällt's, wir sind ja auch ganz pflegeleicht. "Jaja" meint Nico "ihr seid waschbar bei 30 °C" Haha, wie witzig! Zimmer 4 ist unseres, jedes Zimmer hat nen Sitzplatz vor der Tür, unserer ist mit großem Tisch und Sonnenschirm ausgestattet, das schreit nach Frühstück im Freien... außerdem haben wir wieder ne komplette Küche.

Einkaufen? Zuerst etwas sightseeing, der Strand ist nur 2 Blocks weg. 3rd Street Shops. Sehr niedlich, hier ist auch das Olde Naples Pub, von dem Nico gute Kritiken im Netz gelesen hat. Wir inspizieren die Speisekarte, schnell fällt unsere Entscheidung, heute wird doch nicht gekocht, sondern hier gegessen. Gute Entscheidung, lecker und reichlich und Bier für Nico. Einkaufen fahren wir dann aber dennoch, da der Strand keinen Schatten hat, geht's zum Walmart, neben Futter besorgen wir dann auch gleich noch Liegestuhl und Sonnenschirm. Der Stuhl färbt ab vom Metall, blöd. Nur gut, dass wir unsere Pfoten bei uns behalten haben. Daheim ist extreme couching und CSI Vegas angesagt.

 

21.5.07 Montag Naples, FL

Ah Ausschlafen, bärig lang bis gegen 9 Uhr. Dann Frühstücken unterm Sonnenschirm im Garten.

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Muß ich mich auch eincremen? Ich hab doch so empfindliches Fell.

Gleich geht es an den Strand von Old Naples, keine Hochhäuser im Hintergrund, sondern nur Gärten mit viel Grün. Ach ist das herrlich! Leichte Brise, Ruhe, keine kleinen Kinder, kein Geschrei, nur Nico, die mit dem Klappstuhl hadert. Irgendwie färbt das Alugestell ab und überall, wo sie damit in Kontakt kommt, hat sie schwarze Streifen wie ein Zebra, hihi.

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Micha leiht mir seine Sonnenbrille, bei dem weißen Sand hier blendet es ganz doll.

Nachmittags verlagern wir uns an den Pool des Bel Mar und sind dort ganz allein. Von den anderen theoretischen 14 Gästen ist nichts zu sehen. Nico schwärmt und möchte nochmals herkommen, in ein gemietetes Ferienhaus, hier oder in Grayton Beach.

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Micha und Nico haben am Strand eine Theorie aufgestellt: Angeblich verliert man im Urlaub ca. 10 % seines IQs, was ist dann nach mehreren Urlauben? Drauf gekommen sind sie, da beide heute Sprachstörungen aufweisen. Micha meinte z. B. "Oh, die Dame da hinten baut einen Stuhl auf." Es war eindeutig ein Campingtisch! (Vielleicht hat er auch nur was an der Optik???).

Am Pool sind viele lästige schwarze Fliegviecher, scheinen allerdings nicht zu stechen. Wir finden raus, dass die Eidechsen diese Viecher zum Fressen gern haben. Gegen 17.00 Uhr steigt die Zahl der Menschen am Pool auf 7 (wow), die der Bären bleibt konstant bei 2, die Temperatur klettert derweil auf 28 °C. Oh Mann, jetzt haben wir Bärenhunger, Nico hat für heute Knoblauchbrot und Pizza versprochen, brummmmmm.

 

22.5.07 Dienstag Naples, FL - Everglades City, FL - Naples, FL (102 mi)

Irgendwer weckt uns um halb 6, indem er auf dem Handy anruft. Na Klasse, wer war der anonyme Anrufer? Wir dösen noch ne Weile und frühstücken dann um 8. Nico hatte gestern schon vermutet, dass die Besitzer hier morgens aufräumen im Garten, der sieht immer wie gestaubsaugt aus und auf den zwei Tischen im Garten (also auch auf unserem) liegt früh morgens schon die aktuelle Tageszeitung. Während wir draussen essen, kommt Tom, der Eigentümer, und fragt, ob er das Laub, das neben uns liegt, einsammeln darf und entschuldigt sich sogleich, dass er heute so spät dran sei, das mache er sonst früher. Na uns stört es nicht!

Die ersten Gäste drehen ihr Runden im Pool und wir machen uns auf, heute geht es auf's Wasser, das kennt Sunny ja noch nicht, sie ist auch schon ganz aufgedreht. In Everglades City angekommen, erfährt Nico, dass die nächste Tour schon in 2 min startet.... wir eilen. Wir sehen Manatees... kaum zu glauben. Nico ist beeindruckt, sie hat nicht erwartet überhaupt welche außer im Zoo zu sehen.

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Mangroven, soweit das Auge reicht, Sunny ist beeindruckt, was sie so alles durch uns zu sehen bekommt. Jetzt hat sie mich schon wieder geknufft. "Dolphins" schreit plötzlich einer von der Bootstruppe. Sind das coole Viecher... die Delphine, nicht die Mannschaft, obwohl so eigentlich...

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Flipper!

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Coole Mannschaft

Die zwei Delphine springen immer wieder aus der Welle hinter uns ganz nah am Boot. Nach etwa zwei Stunden Erklärungen und Nationalpark Quiz durch die Besatzung (die sehr merkwürdig schaute, weil die deutschen Touris, also wir, die richtigen Antworten wußten, z.B. "Welches ist der flächenmäßig größte Nationalpark?" Na logo: Death Valley!) sind wir wieder heil an Land. Was nun? Sunny quengelt, jetzt will sie noch mehr Tiere sehen. Also gut, auf zur Turner River Road in die Big Cypress National Preserve. Das ist ne prima Idee, hier sammeln sich am Ende der Trockenzeit, die wir jetzt haben, massig Alligatoren. Unterwegs machen wir natürlich den Pflichtstopp am kleinsten Post Office der USA: Ochopee.

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Bei Alligator Nr. 43 (George) machen wir Mittagspause, sicherheitshalber im Auto, wir wollen ja nicht als Futter für George oder die Riesenbremsen enden, sondern selber futtern.

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Einsam auf der Turner River Road, mal abgesehen von Alligatoren und Mörderbremsen.

Bis zur Kreuzung der Turner River Road mit der Wagonwheel Road sehen wir 52 Alligatoren auf 7.1 miles! Nr. 50 taufen wir Henry. Danach auf der Upper Wagonwheel Road und der Birdon Road, keinen einzigen mehr, vielleicht ist das Wasser hier nicht tief genug? Micha ermittelt die Fluggeschwindigkeit der Bremsen auf ca. 25-30 mph. Da hilft wohl auch kein Wegrennen. Wieder auf dem Tamiami Trail (US 41 Richtung Naples) sichten wir noch mal 5 Alligatoren, 10 Schildkröten (die ziemlich lustig aussehen... man sieht einen Panzer und ein Stück davor ragt wie ein Periskop der Kopf aus dem Wasser, irgendwie losgelöst vom Rest), unzählige Vögel, von denen wir 3 als Anhingas identifizieren können: 2 Damen und ein Herr. Haha, wir haben was gelernt auf der Tram Tour! Die Lady Anhingas sind die mit dem beigen Rolli. Insgesamt also ne Menge los hier.

Todesmutig wagen wir uns noch auf den Big Cypress Boardwalk... Micha und Nico haben den Off-Spray nämlich schlauerweise sicher im Appartment gelassen. Wir haben ja natürliches Schutz-Fell.

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Micha erwischt es zweimal, damit steht die "Gestochen-im-Sumpf-Bilanz" aktuell 2:2 unentschieden zwischen Micha und Nico (Nico 2 in 2004 zu Micha 2 in 2007). Ach ja, einen Al E. Gator sehen wir auch noch (gähn) Nummer 58 für heute und viele Eidechsen und "Flips" in allen Altersstufen und Farben. Gute Bilanz.

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Jetzt ist uns allen nach Fellpflege, also ab nach Hause. Dort werfen wir uns auf die Couch, Nico und Micha gehen noch an den Pool. Zum Abendessen setzen die beiden wieder Ofen und Mikrowelle ein und zaubern Knoblauchbrot und Chili. Yummy!

Dann steht Navy CIS auf dem Programm. Übrigens 2 Nationalpark Stempel hat Nico mit heute bereits ergattert und warm war es heute 30 °C

 

23.5.07 Mittwoch Naples, FL (61 mi)

Gääähn, Nico weckt uns schon kurz nach Sieben. Muß das sein? Puh ist das warm hier, erst mal die Klimaanlage wieder einschalten, das Ding ist im Schlafzimmer und so laut, dass Nico nur mit Oropax dabei schlafen kann, uns und Micha stört das gar nicht. Wir schauen Nico beim Spülen über die Schulter, sie ist gar nicht bös, dass wir nicht helfen (außer mit schlauen Kommentaren), sie meint nur, wenn wir nasse Pfoten bekämen und sie uns dann noch trocknen dürfte, hätte sie ja nur noch mehr Arbeit damit. Prima! Wir kommentieren weiter. Beim Garten-Frühstück turnen zig Eidechsen um uns herum, Nico überlegt, ob die Fliegengitter vor den Fenstern nicht nur der Abwehr fliegenden Getiers, sondern auch der Abwehr krabbelnden Tierzeugs dienen sollen... Schließlich steht auf dem Infozettel der im Wohnzimmer ausliegt: "Front door must always remain shut or our friendly lizards will attempt to enter. They love shade and are like the last party guest to get rid of."

Für heute steht das Corkscrew Swamp Sanctuary auf der Agenda, also kleistern sich Nico und Micha dick mit Off Spray ein, haben offenbar was aus gestern gelernt. Puh, das stinkt vielleicht im Auto kann ich euch sagen. Was Menschen alles machen müssen... wir werden nicht gebissen auch ohne uns mit Nervengift einzunebeln. Im Sumpf angekommen, lachen wir uns ins Pfötchen. Hier steht, dass dies kein Moskitogebiet sei und daher die meisten kein repellent bräuchten. Zudem ist der "Sumpf" aktuell knochentrocken und auch der See, erfahren wir, da es seit Januar nicht mehr geregnet hätte. Irgendwie will da kein Sumpfgefühl aufkommen wie in Georgia in 2004. Dennoch sehen wir ne Menge Pflanzen, Nico hat aus dem Bel Mar Buchleihbestand einen Naturführer über den Corkscrew Swamp ausgeliehen und erklärt uns besondere Farne etc. gääähn! Zudem gibt es hier viele Infotafeln, die ja auch alle gelesen sein wollen... von Nico. Wir wollen Tiere, keine Pflanzen. Na endlich, ein freundlicher Parkangestellter zeigt uns mit einem Fernglas zwei Eulen, die im Baum vor uns sitzen, Mutter und Nachwuchs. Außerdem sehen wir noch 2 redshouldered hawks, braune und grüne lizards, ne Menge undefinierte Vögel und einen Alligator, der offenbar den Rückzug des Wassers verpennt hat und nun auf dem Trockenen sitzt. Nach etwa 2h haben wir alles erlaufen, mittlerweile ist es 13.00 Uhr. Wir fahren zurück, Nico geht an den Pool wir auf die Couch und Micha in den Irish Pub auf der 5th Avenue, um das Championsleague Finale Liverpool vs. Mailand zu sehen.

Abends spazieren wir alle noch zum Naples Pier. Die Pelikane hier sind echt unterhaltsam, wie sie das so vor unserer Nase ins Wasser stürzen. Ein Delphin gibt sich auch noch die Ehre... schöner Abschied von dieser ausnehmend hübschen, gepflegten Gemeinde.

An einer Palme entdeckt Nico beim Spaziergang ne Fledermaus, könnt ihr sie auf dem unteren Bild wiederfinden? Die ist ziemlich klein.

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Micha findet sein Traumhaus in der Nähe des Naples Piers.

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Wir Vier am Pier...

 

24.5.07 Donnerstag Naples, FL - St. Pete Beach, FL (160 mi)

Der Handywecker klingelt, da Nico gelesen hatte, dass das Baseballspiel, zu dem wir Karten haben (Geschenk der lieben AIDA Family!) bereits kurz nach 13.00 Uhr beginnt. Sie ist etwas verwirrt, dass sie die Zeit bei der Planung so knapp kalkuliert hat. Allerdings steht 15.10 Uhr auf den Tickets und Micha liest auch 15.10 in der Zeitung. Hm? Wir fahren dennoch früh los, um sicher zu sein. Gemütlich tuckern wir die US 41 entlang bis St. Petersburg, hier auf den kleineren Strassen gibt es mehr zu sehen als auf dem Highway, da nehmen wir gerne die längere Fahrzeit von etwa 4h in Kauf. Man sieht ja auch Wichtiges für's Leben: Starbucks gibt es als Drive thru... interessant.

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Die normale Eincheckzeit im Pasa Tiempo ist 16.00 Uhr, allerdings hatte Nico uns vor ein paar Wochen per mail für ca. 13.00 Uhr angekündigt und wir haben daraufhin eine sehr freundliche Antwort erhalten, das sei ok, falls das Zimmer dann noch nicht hergerichtet sei, dann würden sie unsere Gepäck unterstellen und für uns auf das Zimmer bringen sobald es fertig sei. Wir sollten ganz in Ruhe unser Spiel geniessen. Super nett! Wir kommen im Pasa Tiempo an und werden extrem freundlich begrüsst, ob wir ein Glas Sekt wollen, wir lehnen dankend ab, wir müssen noch fahren und es sind 30°C im Schatten, wenn wir da Sekt trinken, erleben wir den Nachmittag nicht mehr (obwohl, Sunny und ich müssen ja nicht ans Steuer...). Stattdessen bekommt jeder von uns ne Flasche Wasser in die Hand gedrückt. Rose, die Besitzerin vom Bel Mar war ja auch sehr nett, aber hier die Damen wie Ivone, die Besitzerin, sind richtig herzlich. Die ganze Anlage ist einfach traumhaft: Garten, Springbrunnen, ein deck mit Sitzgelegenheiten über dem Wasser, Pool direkt am Wasser (das Hotel ist direkt an der Boca Ciega Bay), einfach herrlich! Es gibt einen social room, der 24 h geöffnet ist und je nach Tageszeit unterscheidlich "bestückt" ist. Morgens Frühstück, nachmittags Kaffee, Tee, selbstgemachte Limo, Kekse und Kuchen, abends noch Baileys und Amaretto dazu. Tageszeitung liegt aus und ein kostenloses Internetterminal steht auch bereit. Frühstück kann man morgens per Tablett mitnehmen und draussen im Garten, am Meer oder auf dem Zimmer geniessen. Unser Zimmer No. 20 ist ebenfalls traumhaft, vom Bett blicken wir auf den Pool und die Bucht. Leise Musik läuft als wir hereinkommen, ein Wein (extrem leckerer Chardonnay) ist für uns kalt im Kühlschrank als Geschenk und jeden Tag frisches Wasser im Kühlschrank als Service.

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Lange können wir den Anblick momentan nicht geniessen, wir müssen los zum Baseball. Wir düsen los, hoffentlich sitzen wir nicht in der prallen Sonne???!!! Überraschung! Wir frieren sogar auf unseren Plätzen, denn das ganze Tropicana Field ist überdacht und gut klimagekühlt - Modell Kühlschrank. Nach dem 4. Inning steht es 12:4 für die Tampa Bay Devil Rays gegen die Seattle Mariners. Sollten wir ausnahmsweise der Heimmannschaft mal Glück bringen? Oh nein, die Gäste kommen wieder heran auf 12:10, dann ein Homerun für die Rays 13:10 und dann kann Tampa Bay alles klar machen. Nur noch drei Schläger ausschalten, aber nein, Seattle macht 2 Punkte gut13:12. Das 9. Inning, nächster Versuch... alle stehen schon, so spannend ist es (naja bis auf die Seattle Fans neben uns) und JA! Wir gewinnen 13:12. Ob es an den geschenkten Tickets lag, oder daran, dass Nico ein Tampa Bay Shirt angezogen hat oder daran, dass wir so doll die Pfoten gedrückt haben... egal, gewonnen!

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At Tropicana Field

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At Philthy Phil's

Zurück im Pasa Tiempo haben wir Hunger, Ivone hatte uns eine Auswahl an Prospekten und Speisekarten von umliegenden Restaurants geliehen, damit wir uns was aussuchen können, wir entscheiden uns für Philthy Phil's, Ivone gibt uns noch die Wegbeschreibung und los geht es zu Pfote. Es gibt Mahi-Mahi Sandwich und "peel it yourself shrimps". Nach dem Essen sind wir alle rechtschaffen müde und lassen uns in die weichen Kissen sinken.