Freitag 11.8.06 Grand Canyon, AZ - Bryce Canyon, UT (308 mi)

Heute ist eindeutig nicht unser Glückstag! Morgens bedeckt, 16 °C, naja, wir fahren los. Da wir kein Photo am Eingang des Grand Canyon NP gemacht haben, hoffen wir dies am East Exit nachholen zu können. Enttäuschung! Kein Schild. Dann doch noch ein Schild, allerdings nicht so schön, wie das am Südeingang und ohne Kamerahalter, aber "what shalls". Wir nehmen den Kofferraumdeckel als Kamerastütze und da sehen wir es: Unser linker hinterer Kotflügel hat ne Riesenbeule, die gestern nachmittag noch nicht da war! Ärgerlich! Welcher Depp ist denn da dagegen gefahren? Schließlich stand der Wagen die ganze Zeit direkt auf dem Parkplatz vor unserem Haus. Was nun? Müssen wir den Schaden bei der Polizei melden? Alamo anrufen geht auch nicht, null Empfang. Wir fahren etwas angenervt (vor allem Nico) weiter. Am Desert View stoppen wir und betrachten die wolkenverhangene Aussicht.

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Micha ist heute ganz besonders nett zu mir, er läßt mich durch's Fernglas schauen (Nico hat unser Fernglas sicher im tiefen Koffer verstaut...) und ans Lenkrad läßt er mich auch noch. Klasse!

Weiter geht's Richtung Page, am Horseshoe Bend mittlerweile maximale Minilaune bei Nico... da bin ich ja gar nicht gern in ihrer Nähe, wenn sie sooo ist, wie sie jetzt ist. Handy Empfang!!! Nach endlosen Minuten in der Alamo-Warteschleife, empfundene Stunden, (Micha ist sicherheitshalber schon mal ausgestiegen... weit weg von der Miesgelaunten) endlich jemand am Apparat. Nico kann den Schadensbericht durchgeben. Wir bekommen eine Schadensnummer, die wir bei der Abgabe des Wagens in zwei Wochen nennen sollen. Das ist alles, nix Polizeibericht, die Dame wünscht uns eine gute Weiterfahrt und freut sich richtig, als ihr die erleichterte Nico sagt, daß sie ihr super geholfen hätte. Schlagartig steigt die Laune der Reisegruppe wieder. ;-) Nico kann die Aussicht auf die beeindruckende Schleife des Colorado wieder genießen, kriegt sie nur nicht vernünftig aufs Photo gebannt.

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Bin ich wieder froh, daß ich getragen wurde... durch den Sand laufen ist echt anstrengend, einer Gruppe, die uns auf dem Rückweg entgegenkommt, müssen wir schon arg fertig vorgekommen sein. Die haben gefragt, ob es sehr anstrengend sei...?!

Mittlerweile sind 27 °C und unten fahren 3 Schlauchboote den Colorado entlang, hm, da hätten wir auch Spaß dran, passt nur nicht in unseren Zeitplan. Schließlich wollen wir heute noch zum Lower Antelope Canyon und zum Bryce Canyon. Ein Grund nochmals herzukommen. Übrigens die Dame der Hotline hat als erstes gefragt, ob wir an einer sicheren Stelle stehen, sehr nett und fürsorglich, obwohl Nico nach dem Auflegen meinte... nach den 20 Minuten Warteschleife hätte sie schon mehrfach überfahren worden sein können, hätten wir an einer unsicheren Stelle gestanden... immer was zu moppern die Dame! Wir sind dann trotz der Bewölkung und einzelner Tropfen zum Antelope Canyon, darauf hat sich Nico besonders gefreut, allerdings moppert sie schon wieder, zu spät, falsches Licht... hat die noch nicht gemerkt, daß die Sonne gar nicht scheint??? Wir sind dann hinein, charmantes Eintrittsgeld von $ 42, werden bis zum Ende von einem guide geführt. Von hier aus, sagt er, dürfen wir gerne wieder alleine zurück zum Eingang gehen oder hier aussteigen... wir wollen zurückgehen, schließlich haben wir noch kein Photo und das wollen wir doch trotz des miesen Lichts gerne machen. Nico packt ihr extra erstandenes Stativ aus, probiert etwas an der Belichtungszeit herum, macht ne Testaufnahme und dann werden wir von 3 guides aus dem Canyon gescheucht, da ein Gewitter aufzieht... und Überschwemmungsgefahr für den slot canyon besteht. ENTTÄUSCHUNG!!! In diesem Moment ärgern wir uns über unsere feste Reiseplanung... die Stimmung sinkt wieder rapide.

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Hier ist unser einziges Testbild aus dem Antelope Canyon... könnt ihr mich auf dem Bild überhaupt erkennen?

Ziemlich enttäuscht fahren wir nach Page, dort kaufen wir erst mal in Ruhe im Walmart und im Safeway (noch ne Clubcarte mehr ;-)) ein, essen was bei Denny's und fahren dann weiter Richtung Bryce Canyon. Durch die andere Zeitzone ist es jetzt eh schon 17.00 Uhr, alles egal. Auf dem Weg kommt doch noch tatsächlich die Sonne raus (wer hätte das gedacht?) und läßt die ersten richtig roten Felsen, die wir sehen, erglühen. Gegen halb acht kommen wir am Ruby's Inn an und hier steppt der Ty, also ich, also der Bär. Wir schauen uns im Laden um, kaufen noch nen Kühlschrankmagneten mit zwei Waschbären am Lagerfeuer, hat Micha ausgesucht und liegen um 23.00 Uhr im Bett.

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Sunset oben und Red Canyon unten.

 

Samstag 12.8.06 Bryce Canyon, UT (53 mi)

Iiih, heute sieht das Wetter gar nicht gut aus, ach ne, bitte nicht noch ein Regentag. Ich seh dann gar nix, weil sie mich dann immer in den Rucksack stecken, angeblich nur zu meinem Besten... Um Sieben sitzen wir am gedeckten Frühstückstisch in unserem Zimmer, # 7615 hat wieder ne Mikrowelle und nen Kühlschrank. Es gibt Joghurt (jaja das Calcium), Kaffee, Muffins und Sandwiches. Plötzlich kommt die Sonne raus, jetzt aber fix! Wir fahren bis zum Rainbow Point und laufen den Bristlecone Loop, nur ne Meile, pah das laufen wir mit einer Pfote!

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Bryce Canyon NP Entrance

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Rainbow Point

Danach fahren wir langsam durch den Park zurück und halten an fast jeder Milchkanne, sprich viewpoint.

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Ty at Agua Canyon view point and a new friend

Micha findet hier sind eindeutig zu viele Italiener (jaja das WM Spiel ;-)) Am Inspiration Point kommt mal wieder die Sonne zwischen den Wolken durch, so kann Nico noch ein paar Photos machen.

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Ty at Inspiration Point

Am Sunrise Point fängt's an zu donnern. Hey, ich bin ganz sicher ich hab in den Parkinfos gelesen "weg vom rim, wenn's donnert", können die beiden nicht mal schneller laufen! Als es anfängt zu blitzen, rennt Nico endlich mit mir zum Auto. Geht doch! Wir fahren weiter und dann fängt es an zu hageln, aber wie! Wir warten am Fairyland Point bis es aufhört. Der Parkranger fährt vorbei und schaut nach dem Rechten. Hoffentlich hat das Auto jetzt nicht auch noch Hagelbeulen zusätzlich zur Delle hinten? Micha schaut nach, sieht gut aus, nix passiert. Was hat bloß die Gruppe Reiter und die Pferde gemacht, die wir vorhin am Sunrise Point getroffen haben? Brr, nur gut daß ich Fell habe und Nico ihre warme, winddichte Fleecejacke, es sind nur noch 13 °C. Wir haben Hunger und wollen unsere Vorräte auf dem Zimmer plündern, Ärgerlich, hier wird gerade saubergemacht. Also haben wir im Diner des Ruby's Inn gegessen, zuvor hatten wir gelesen, es sei hier superteuer. Das Essen im Diner ist hier auch nicht teurer als das Essen in den Supermärkten. Weiter geht's zum Mossy Cave Trail, der liegt nördlich im Park, außerhalb des Parkeingangs.

Am Mossy Cave Trail erwartet uns eine, nein zwei Überraschungen. Hoodoos mal von unten und nicht von oben vor strahlend blauem Himmel und ein Bächlein, das zum ordentlichem Fluss mit größerem Wasserfall geworden ist. Das Wasser ist schlammig braun und Teile des Wanderwegs sind überspült oder gleich ganz weggespült. Hier kam, bzw. kommt gerade noch das gesammelte Wasser des Gewitters von vorhin angeflossen. Zu dumm, Nico's Kameraakku hat am Sunrise Point schlappgemacht. Eine Familie, die wir hier treffen, meint, sie seien gestern auch hier gewesen, da wär's ein klares blaues Flüßchen gewesen. Gegen halb vier sind wir wieder im Hotel, lassen das schöne Wetter, schönes Wetter sein. Trinken stattdessen Kaffee und Bier, essen Kekse und Chips während Harry Potter 2 im Fernsehen läuft. Ach ja, Nico hat einen weiteren National Park Stempel, auf den Sie stolz ist.

 

Sonntag 13.8.06 Bryce Canyon, UT - Las Vegas, NV (278 mi)

Huch verschlafen! Erst um 7.30 Uhr aufgewacht, gut, daß wir heute nachmittag in Nevada eine Stunde zurückbekommen. Es ist strahlend blauer Himmel bei frischen 17 °C. Wir sind heute früh dann als erstes noch mal zum Mossy Cave Trail gefahren, um ein paar Photos zu machen, dann weiter zum Zion NP. Vor dem Tunnel parken wir und laufen den Canyon Overlook Trail (ca. 1 h).

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Hier die Hoodoos am Anfang des Mossy Cave Trails.

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Oben noch mehr Zion. Ich sitze mal wieder wie immer bequem in der ersten Reihe. Könnt Ihr mich auf Michas Schulter überhaupt erkennen? Unten der Aussichtspunkt Canyon Overlook vorm Zion NP (ich hab mich mal wieder bequem tragen lassen, hihi)

Dann weiter zum Visitor Center, Parkplatzsuche nervtötend,nix zu machen. Nico springt raus, um wenigstens im Visitor Center einen Zion NP Stempel zu holen. Dann, Hurra! Gerade als Sie zurückkommt, wird dort, wo Micha mit dem Wagen gewartet hat, ein Parkplatz frei. Geht doch alles! Wir nehmen den kostenlosen Shuttlebus bis zur Endstation (naja, ist ja im NP Eintritt mit drin und ab hier macht sich auch unser NP Pass bezahlt) wir laufen den schattigen "riverside walk".

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Weiter geht die Fahrt nach Las Vegas, schon irre so eine Riesenstadt mitten in die Wüste zu bauen??? Ab ins Hotel Best Western Main Street Inn im Norden von Las Vegas, nicht die beste Gegend scheint es. Dann ab zum Walmart und zu Vons, Vorräte auffrischen und endlich ne Nagelschere kaufen, da man ja auch keine Schere mehr im Koffer haben durfte. Nico hat immer noch an beiden kleinen Zehen ne Blase, ich schlage Not OP vor, sonst wird das morgen nix von wegen am Strip entlang laufen, wenn Sie nicht laufen kann, sehe ich ja schließlich auch nichts! Mit Schere, Jod und Blasenpflastern wird heute abend dann operiert, mal sehen wie es morgen fußtechnisch aussieht? Es sind 40 °C und uns ist warm, wir wollen den Strip sehen und im HRC essen, also fahren wir mit dem Auto los.

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Ich bewundere den Strip von meinem dashboard Platz aus, könnt ihr das HRC Fähnchen in meiner Pfote erkennen. Micha hat zwei Spielwürfel im HRC geschenkt bekommen, wie passend...

Morgen können wir ausschlafen, wir wollen ins Outlet Center und das macht erst um 10 Uhr auf. Gefunden haben wir es beim Vorbeifahren allerdings noch nicht... na mal sehen.

 

Montag 14.8.06 Las Vegas (35 mi)

Juhu shopping!

Von 10-17 Uhr tummeln wir uns im Outlet Center im Norden des Strips, gefunden haben wir es doch, man muß halt nur richtig schauen, gell. Da wir direkt zur Öffnung da waren, gab es auch noch reichlich Parkplätze und heiß war es wieder: 40 °C. Zwischendurch haben wir immer mal wieder unsere Schätze ins Auto gebracht. Turnschuhe, Jeans und eine kurze Hose für Micha, Turnschuhe, ne lange Hose, ein paar Tops und ne neue Uhr für Nico... ich hab mal die Socken bei Hilfiger anprobiert, waren mir aber zu groß, außerdem hab ich ja Fell und brauche keine Kleidung. Manchmal ist es richtig gut Bär zu sein! Wir sind dann kurz ins Hotel, weil Micha und Nico dringend duschen wollten, bevor wir uns auf den Weg zum Strip machen. Geparkt wird für umsonst im MGM Parkhaus, ein Riesending. Gegenüber ist das Luxor und wir gönnen uns erstmal das Dinnerbuffet, uff, satt!

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Das MGM Grand

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Wer ist hier dick???

Dann sind wir losgelaufen, ähm also Micha und Nico, ich hab wieder bequem vom Rucksack aus alles gesehen... außerdem war ich sehr satt. Vorbei am Excalibur, NYNY, Monte Carlo, Bellagio von innen, Fontäne von außen. Innen im Bellagio gab es eine Modelleisenbahn mit einer Kamera an Bord, die Fahrt an den nachgebauten Sehenswürdigleiten der USA vorbei konnte man dann auch aus der Kameraperspektive am Bildschirm verfolgen, echt nett gemacht, ich wollte allerdings direkt mit dem Zug fahren. Nico meinte das ginge aber dann doch zu weit. Spielverderberin. Weiter ging's an Cesar's Palace vorbei, leider machten sich jetzt die notoperierten Stellen an den kleinen Zehen stark bemerkbar, so daß Nico nicht mehr weiterlaufen konnte. Also haben wir dann, es war mittlerweile gegen 23.00 Uhr, den Bus genommen (Deuce) zum Stratosphere, da wollte Nico unbedingt noch hinauf. Das Hotel ist irgendwie wenig einladend, dafür ist die Aussicht toll. Nach 40 min anstehen, können wir endlich in den Fahrstuhl, ($ 9.90 p.P. Bären frei). Oben super Aussicht über das nächtliche Las Vegas.

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Oben auf dem Stratosphere Tower

Micha hat es wohl auch gefallen, obwohl Nico ihn mit ihrer Laufschwäche arg genervt hat. Auf den Turm darf man keine Stative mitnehmen (deshalb ist das Bild beidem Wind da oben auch nicht ganz scharf), das hatte Nico im Netz in einem Reisebericht gelesen, wirklich sehr nützlich solche Berichte! ;-) In der Schlange vor uns vorm Fahrstuhl wußte das einer wohl nicht und war ziemlich angenervt, daß er sein Stativ nicht mitnehmen durfte. Wieder unten angekommen, sind wir rüber ins Sahara gelaufen und von dort mit der Monorail zurück ins MGM gefahren. Das two-ride-ticket können sich 2 teilen, Bären sind wieder frei...

Micha wollte doch so gerne was Spielen, mittlerweile ist es allerdings kurz vor 2. Er gibt auf, weil er meint, er bräuchte jetzt ca. 2 h und das wolle er uns nicht antun. Gute Laune ist was anderes, er wollte so gerne spielen und Nico's Fußbehinderung hat nen Strich durch die Rechnung gemacht... Nico hat ein ganz schlechtes Gewissen deswegen. Vielleicht haben die zwei auch nur die Aufenthaltsdauer für Vegas zu knapp kalkuliert? Micha meint, wir müßten deshalb nochmal wiederkommen. Freu! Am Hotel zurück sind Nico und ich direkt ins Bett, müüüde! Micha hat noch den Gutschein für die 2 Gratisbiere vom Hotel geschnappt und ist an die Bar... ohoh doch ziemlich sauer. Aus den 2 Bieren wurden dann doch wohl eher 4 und er kam gegen 4 Uhr erst zurück.

Ach ja, ich hatte ja vor einiger Zeit versprochen zu erklären, warum wir einen Chevy Impala "Christine" haben, die Erklärung gab es, als wir zum Auto im MGM Parkhaus zurückkamen. Wir laufen auf die Stelle zu, wo wir das Auto abgestellt hatten und fragen uns, ob es auch das richtige Auto sei, sah irgendwie anders aus... wir schauen 2x hin... ist es wirklich das richtige? Wo ist die Beule... und ja wirklich: die Beule ist weg!!! Offenbar hat sich das Plastik bei der Hitze selber wieder zurückgebogen. Nico traut sich jetzt auch uns zu sagen, daß sie schon die letzten Tage das Gefühl gehabt hätte, die Beule würde kleiner, aber nix gesagt hätte, weil sie glaubte, wir hätten sonst gesagt, sie hätte Halluzis. Na und ab da haben wir das Auto "Christine" genannt, wie der Wagen in Stephen Kings gleichnamigen Roman, der sich von selber repariert, allerdings mordet dieser Wagen auch... :-o Nico fragt sich die ganze Zeit, was denn wohl die Alamo Leute dazu sagen werden, wenn wir den Wagen zurückgeben und die so mühevoll gemeldete Beule ist weg??? Da sieht man es mal wieder, manche Probleme (auch die, von denen man es nicht erwartet) lösen sich von selbst.

 

Dienstag 15.8.06 Las Vegas - Death Valley (190 mi)

Nico und ich haben bis halb Acht geschlafen, Micha nölt, wir hätten ihn ja ruhig noch ne Stunde schlafen lassen können, schließlich hatte er nur 4 h Schlaf. Wir haben, wie gestern auch, im Hotel Restaurant gefrühstückt und sind dann gegen Elf recht spät los, bereits um 14.00 Uhr sind wir allerdings schon im Death Valley an der Furnace Creek Ranch angekommen.

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Ich bin ganz beeindruckt von der Landschaft, als wir das Death Valley erreichen... das hier ist die weniger steile Einfahrt ins Tal über die 190 von Las Vegas aus. In 2004 hat ein Unwetter die Strasse hier weggespült, deshalb ist sie jetzt so neu.

Hier ist richtig was los, ne Menge Leute will einchecken, offenbar sind auch andere so verrückt wie wir und kommen im August hierher. Die Dame am Empfang erklärt, daß leider der Golfplatz momentan nicht zu benutzen sei (wie schade aber auch bei über 40 °C) dafür sei der neue Pool seit gestern eröffnet (na das klingt doch wie Musik!). Wir beziehen unser Zimmer im 7000 Gebäude ganz am Ende des Geländes, hm nett, wir können aus dem ebenerdigen Zimmer raus auf den Rasen und haben dort auch zwei Stühle stehen. Allerdings ist es eindeutig zu warm für "draussen sitzen". Micha schläft ein Stündchen und Nico und ich sehen etwas fern. Nachmittags gegen halb Fünf ziehen wir nochmals los, zuerst zum Vistor Center, damit Nico auch wieder Ihren NP Stempel bekommt. Auf dieser Seite gibt es eine Liste aller Stempel Stationen, eigentlich soll man die Stempel zusammen mit so einer Art Briefmarke im dafür vorgesehenen Passport sammeln, Nico hat dafür einfach ihr Reisetagebuch genommen. Das hat nämlich auch eine leere Extraseite für Fundstücke, Zeichnungen... oder eben Nationalparkstempel! Wir haben Glück, das tiefgekühlte Visitor Center hat bis 17.00 Uhr auf und wir bekommen neben dem Stempel noch ein paar Infos. Wir fahren nach Badwater, laut Reiseführer der tiefste Punkt der westlichen Hemisphäre (wir fragen uns allerdings wo die Ihre Grenzen hat?).

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Micha und ich am badwater sign, auf den Bildern, finde ich, sieht man richtig die heiße Luft. Es waren auch nur 47 °C und starker Wind, echtes Föngefühl auf Stufe heiß, max. Das "shipwrecked" auf Michas T-Shirt passt ja total zur Wüste... das nenn ich mal falsche Kleidung!

Empfohlen wird, im Sommer nicht zum ehemaligen Lake Manly zu laufen... jede Menge Leute sind da dennoch unterwegs. Mir wird in meinem Fell sehr, sehr heiß, kann ich euch sagen.

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Zwischen Badwater und Artist's Drive: Könnt Ihr mich in dem Felsen sitzen sehen? Micha hat freundlicherweise erst geschaut, daß auch ja keine Schlange drinsitzt, bevor er mich hineingesetzt hat. Ich beherzige den important safety tip, always wear hat and sunglasses. (Micha hat mir seine Sonnenbrille und Nico den Hut geliehen.)

Wir fahren weiter, am Artist's Drive an bunten Felsen vorbei, hier wird es unserem Auto auch etwas wärmer und wir schalten die Klimaanlage aus und die Heizung ein. Jetzt geht es dem Auto schnell besser, dafür wird es uns jetzt ordentlich heiß, aber was tun wir nicht alles für Christine, schließlichsoll sie uns auch brav noch weiter gut fahren die restliche Zeit. Ich habe allerdings auch die leise Vermutung, daß Nico nicht herausfinden möchte, wie sehr unsere Christine dem Romanauto ähnelt ;-) Weiter zum Zabriskie Point. Hier können wir uns nicht entscheiden, weiter zum Dante's View (ziemlich weit noch), hierbleiben zum Sonnenuntergang (noch ne halbe Stunde) oder zurückfahren, hm? Wir entscheiden uns aufgrund der Lichtverhältnisse (Dante's View soll bei Sonnenaufgang besser sein, wenn man die Sonne im Rücken hat) und der Hitze (immer noch 45 °C um 19.00 Uhr!) für's Hierbleiben und machen es uns auf einer Bank bequem.

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Zabriskie Point, schön, wieviele verschiedene Farben beim Sonnenuntergang entstehen.

Wenigstens frieren müssen wir ja nicht. Nach Sonnenuntergang fahren wir zum Hotel zurück, jetzt aber ab in den Pool, ich bin ja nicht so für's Schwimmen, daher beobachte ich das Treiben lieber von einer Liege am Beckenrand aus. Micha und Nico finden, das Schwimmen hier ist bisher so ziemlich das Beste an diesem Urlaub. Sie finden es einfach herrlich (und ein wenig pervers), mitten in der Nacht in der Wüste schwimmen zu können. Das Wasser ist angenehm warm sagen sie... ich glaub es, ohne zu testen, plötzlich fliegt über meinem Kopf ein tierischer Kollege um die Laterne, eine Fledermaus. Als sie aus dem Wasser kommen, schaffen es die beiden doch tatsächlich, in der Wüste zu frieren... das hält allerdings nur ein paar Minuten an. Der Sternenhimmel abseits der Lichterzivilisation ist einfach gigantisch, daher beschließen wir unser Abendessen, also die Sandwiches aus dem Supermarkt in Las Vegas, auf der Terrasse zu verzehren. Wir sitzen auf der Wiese vorm Zimmer, bewundern die Sterne, quatschen und philosophieren eine Weile... das Bier (leckeres Anchor Steam), das wir dabei unter freiem Himmel genossen haben, sieht ja im Dunkeln keiner ;-)

 

Mittwoch 16.8.06 Death Valley - Yosemite (Mariposa) (377 mi)

Wir fahren früh los, damit es noch nicht so heiß ist, schließlich geht es über den Pass der Panamint Mountains und wir wollen Christine nicht allzu sehr quälen. Allerdings sind um 7.30 Uhr, als wir abfahren, bereits 31° bei superblauem Himmel. Heute haben wir ca. 10h Fahrt vor uns, da wir im Yosemite einen Umweg fahren müssen, die 140 bei El Portal ist wegen eines Erdrutsches seit einigen Wochen gesperrt hat Nico im Internet gelesen. Wir fahren also los, an den Dünen von Stovepipe Wells vorbei, auch hierüber haben wir eine der Horrorgeschichten im Visitorcenter (oder war es in der Parkinfozeitung?) gelesen von Leuten, die sich überschätzt und die Natur unterschätzt haben und dies dann mit dem Leben bezahlt haben. Während wir die Berge hochfahren, um das Tal zu verlassen, denken wir an die, die dies zu Fuß gemacht haben, oh Mann, Hölle! Damit unserer Christine nicht zu warm wird, schalten wir zwischendurch die Klimaanlage aus. Nach kurzem Stopp oben auf dem Berg und einem Blick zurück, geht es weiter Richtung Lone Pine.

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Das hier sind die Dünen bei Stovepipe Wells und unten sind wir oben auf der Panamint Range angekommen, hier am Westeingang des Parks sind morgens um 9 Uhr auf ca. 1500 m Höhe angenehme 23 °C. Durchatmen!

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Joshua Trees zwischen Death Valley und Owens Valley, man muß nicht in den Joshua Tree NP, um welche zu sehen.

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Oben: Tschüß Death Valley, unten das Owens Valley. Hinten links im Bild deutet sich der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas an.

Vor Lone Pine gibt es ein neues Wilderness Visitor Center, da schauen wir uns ein wenig um. Nico hat Micha erzählt, daß in den nahegelegenen Alabama Hills hinter dem Ort, viele Western gedreht wurden. Im Visitor Center durchsucht er also alles, bis er tatsächlich in einem der Bücher eine Liste der Filme findet, die hier gedreht wurden: u.a. Star Trek, 40 Wagen westwärts (einer unserer Lieblingswestern, grins), Gladiator, Maverick und viele Filme mit John Wayne. Als wir dann so durch den niedlichen Ort fahren, fällt mein knurrender Magen auf, wir haben ja auch noch nicht gefrühstückt! Am Coffee House halten wir und genießen ein üppiges gemütliches Frühstück. Hier war es voll, das hielten wir für ein gutes Zeichen und so war es auch. Micha meint, das war das beste Frühstück der letzten 2 Wochen. Neben uns sitzt eine holländische Familie, die sollten wir ab jetzt öfter treffen. Weiter geht es durch das Owens Valley mit Schnee auf den Gipfeln der Sierra Nevada, naja nomen est omen. In der Nähe der Mammoth Lakes findet es Nico extrem nett: grün, Wasser, 80% des Jahres blauer Himmel laut Statistik, angenehme 25°, hier will sie wohl nochmal hin...in Bishop ist auch ein ganz neues La Quinta... ;-) Weiter geht's zum Mono Lake. Mono heißt Fliege hat Nico gelesen!?

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Fliegen gibt es hier wirklich in Massen, glücklicherweise stechen sie nicht. Das neue Visitor Center ist sehr zu empfehlen, echt nett gemacht, vor allem der Film ist interessant. Dann sind wir zum See, um Tufas zu sehen. Im County Park kann man kostenlos an die Dinger ran, wie ihr hier sehen könnt. Guter Tipp aus einem Reisebericht der Travelmäuse. Während Micha den See bewundert, nutzen Nico und ich die Gelegenheit zu einem Sonnenbad.

Dann geht es ab über den Tioga Pass in den Yosemite NP, hier lag vor ein paar Wochen noch massig Schnee, kaum vorstellbar. Wir machen kurze Picknickpause am Tenaya Lake, hier ist es ein wenig frisch mit 18 °C, manchmal bin ich richtig froh über mein Fell. Nächster Stopp, das Visitor Center der Tuolumne Meadows. Hier kriegt Nico sogar zwei Stempel, der zweite ist statt mit Datum und NP Name ein Bild vom half dome. Wir stoppen am Tunnel Viewpoint, um wenigstens einen ersten Blick ins Tal zu erhaschen, die Lichtverhältnisse sollen am Nachmittag für diese Stelle auch ganz gut sein hatte Nico gelesen.

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Entering Tioga Pass Road, der Himmel sieht aus als hätten sich da oben gerade zwei Flugzeuge gekreuzt. 

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Am Tenaya Lake. Ich komm schon noch an den Kartoffelsalat heran! 

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In der Umgebung von Tuolumne Meadows.

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Am Tunnel view point Ich nutze die Gelegenheit, mich etwas über die Geologie des Tals fortzubilden.

Da die Strasse bei El Portal noch gesperrt ist, das hatte Nico am Visitor Center nochmals abgefragt, müssen wir den Umweg über den Südausgang des Parks also über Oakhurst nach Mariposa fahren. In Oakhurst nutzen wir noch schnell die Chance, bei Vons unser Abendessen zu kaufen und sind dann gegen 19.30 Uhr im Motel Best Western Yosemite Way Station. Im Hotel erfahren wir, daß die Strasse ab Freitag wieder behelfsmäßig befahrbar sein soll, klasse timing, am Freitag sind wir schon auf dem Weg nach San Francisco, nützt uns also nix. Nach dem Essen schauen Micha und ich fern und Nico wurschtelt etwas in unseren Unterlagen rum.

 

Donnerstag 17.8.06 Yosemite NP (185 mi)

So, einen ganzen Tag Zeit für den Yosemite! Nico ist heute scheinbar mit dem falschen Fuß aufgestanden und wenig gesprächig, das färbt auf Micha ab...Nach einem überraschend üppigen Inklusivfrühstück im Hotel, fahren wir in den Park und wieder den Umweg über Oakhurst... Nico war gestern auf der Serpentinenstrasse schon ganz komisch, deshalb kaut sie heute wohl auf ihrem Anti-Spuck-Kaugummi rum? Man soll früh im Park sein, damit die beliebtesten Stellen nicht so voll sind, gut gesagt bei der langen Anfahrt! Am Parkeingang lange Schlangen...hm, die Spur "Parkmitarbeiter" ist deutlich kürzer... der da vor uns arbeitet doch nie und nimmer hier und wird durchgelassen, wir versuchen es auch und ein sehr ökologisch aussehender junger Mann läßt uns passieren. Als erstes zum Glacier Point, bietet sich an, erfüllt das Kriterium: beliebt und ist auf dem Weg. Wir genießen eine Weile die Aussicht und das tolle Wetter, ursprünglich wollten wir zum Sentinel Dome laufen, die lange Anfahrt hat uns allerdings Zeit gekostet und wir lassen es. Außerdem ist es hier ziemlich voll...? Stattdessen fahren wir ins Yosemite Valley, ergattern einen Parkplatz und laufen ins Visitor Center, Stempel, ihr wißt schon. Hier schauen wir uns ein wenig um, sehen den preisgekrönten Film über Yosemite, Micha meint er hätte mehr erwartet, sei ja nur ein schmalziger Werbefilm, woraufhin Nico noch mehr muffelt. Hallo, sie hat den Film doch nicht gedreht, wieso ist sie jetzt eingeschnappt? Versteh einer die Frauen!

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Glacier Point: Wir sitzen hier echt lange herum und genießen die Aussicht. Könnt ihr mich da zwischen Nico und Micha sehen?

Mit dem Shuttle Bus fahren wir zu den Yosemite Falls und laufen zu den Lower Yosemite Falls, hier ist die Luftfeuchte höher und ich merke die Wärme stärker, puh. Also erstmal ausruhen... geht allerdings kaum, denn hier steppen meine Kollegen, also der Bär. Wir verschwinden wieder mit dem Shuttle in den Ort und kaufen den obligatorischen Andenken Kühlschrankmagneten. Wir erwischen mal wieder die langsamste Kassenschlange, die vor uns sollen für ne handvoll Dinge über $ 100 bezahlen und protestieren, während wir drei mit unserem einen kleinen Magneten die Daumen, bzw. Pfoten drehen. Letztendlich korrigiert die Kassiererin ihre Buchung und sie müssen nur ca. $ 40 zahlen, das Paar moppert, bei wie vielen sie denn damit schon durchgekommen sei. Eigentlich wollten wir ja noch zu den Vernal Falls laufen, aber Wärme, Menschenmengen und Zeit halten uns davon ab und Nico's Laune... stattdessen entscheiden wir uns für ein Picknick im Schatten: Salat, Obst, Joghurt (da ist es wieder das Calcium für starke Bärenknochen und Zähne, wichtig, wichtig!) und Brot mit Dip. Praktischerweise hat unser Hotelzimmer mal wieder einen Kühlschrank, außerdem nutzen wir immer unsere Kühlbox, die wir hier direkt beim ersten Einkauf des Urlaubs erstanden haben, gekühlt mit eisgefüllten Ziploc Beuteln.

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Bear safe food storage, ha das ich nicht lache und wenn ich das Ding nicht aufkriege, dann versuche ich es einfach bei Micha mit niedlich dreinschauen... von wegen "save a bear: don't feed the wildlife!" Ich hab Hunger!

Wir entschließen uns, so langsam den Rückweg anzutreten und fahren zu den Bridalveil Falls, hier klettern wir etwas halsbrecherisch rum und auch Micha ist damit wieder in seinem Element und glücklich. Nico's Laune schien abzufärben, sie hat sich auch entschuldigt, es gibt so Tage da ist alles doof, gell? (Krabbelkäfer doof und Italien ganz dolle doof...). Nico manövriert sich auf einem der rutschigen Felsen in die Manövrierunfähigkeit lernt dabei aber gleich Leute kennen, weil sie ja den Weg blockiert, hihi.

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In den Felsen unterhalb des Bridalveil Falls

Letzte Station die Mariposa Grove, wir wollen, also Nico, doch noch die Riesenbäume sehen, wir gönnen es der Biologin und traben hinterher und staunen auf Aufforderung, ja ok ich bin auch mit aufs Bild gegangen...

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Mariposa Grove

Also Yosemite ist toll: landschaftlich, allerdings haben uns die vielen Leute da ganz schön gestört, überall sonst, wo wir waren, war es erheblich leerer. OK mal abgesehen vielleicht von Disneyland am Nachmittag...

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Ein letzter bewundernder Blick zurück, am Südausgang des Parks.

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Auf dem Rückweg nach Mariposa.

Zurück in Mariposa beschließen wir zu Fuß in eines der ortsansässigen Restaurants aufzusuchen. Wir nehmen wieder die Strategie, da wo es voll ist, ist es auch gut und landen im Charles Street Dinner House. Sehr gemütlich und lauschig, leckeres Steak und gutes Anchor Steam... können wir beherzt weiterempfehlen. Nico's und unserer aller Laune ist spätestens jetzt wieder richtig gut...ich sags ja immer, gutes Essen ist ja soooo wichtig, brumm. Hier lernen wir auch, daß Mariposa Schmetterling bedeutet, aha!