Montag 19.5.08 Chincoteague Island, VA (19 mi)

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, ha, listig lockt sie uns... der Wind ist aber verdammt frisch. Nico braucht die winddichte Fleecejacke als Fellersatz, die Arme hat ja keines wie wir. Da wir gestern schon den Strand und das Visitor Center bewundert haben, fahren wir heute nicht nochmal nach Assateague Island. Auch wenn dort ein nettes Schild stand, das wir gerne aufs Zelluloid gebannt hätten oder wohl eher auf die Speicherkarte. Dieses Schild verwehrt uns nämlich den Eintritt in den Nationalpark: "No pets, no alcohol", kennen die uns? Obwohl Micha ja nie trinkt, wenn er fährt, dann dürfen immer nur Nico und wir ein Sam Adams oder Anchor Steam genießen, ach ja, das Glas Chardonnay gestern war übrigens sehr lecker kommentiert Nico gerade dazu. Dummerweise hat Nico gestern ihr Notizbuch nicht dabeigehabt und somit auch keinen Stempel vom Nationalpark, im Nachhinein ärgert sie sich heute, dass sie den Stempel nicht einfach auf einen x-beliebigen Zettel hat stempeln lassen. Allerdings will sie auch keine $ 5 für erneuten Eintritt nur für nen Stempel zahlen. So nun ist genug gestempelt...

Stattdessen fahren wir zum NASA Visitor Center Wallops Flight Facility und stöbern danach durch alle Souvenirläden von Chincoteague. Nico wird fündig und findet so einen niedlichen roten Taucheranzug mit Reißverschluß für Bierflaschen. In so einem Aufzug haben wir letztes Jahr im LaTeDa in Key West an der Bar das Bier bekommen und sie fand es so niedlich, dass sie auch einen wollte. Jetzt gibt es nur noch bekleidetes Bier für Nico, Micha verweigert sein Bier anzuziehen.

Nachmittags spielen wir eine Runde Phase 10, ehrlich, mit Nico bin ich immer im Loserteam beim Spielen. Diesmal haben wir wieder deutlich gegen Sunny & Micha verloren und das, obwohl wir zunächst in Führung lagen. Nach dem Picknick auf dem Zimmer setzen wir uns mit Nico auf den Balkon, sonnen, lesen und etwas faulenzen. Es gibt deutlich Schlimmeres, oder? Eine schöne Aussicht haben wir noch dazu, was will Bär mehr. Micha schaut wieder Basketball, es geht wohl für die Boston Celtics in die spannende Phase. Ein paar Gäste kommen an, mit kleinem Kind und die wagen sich tatsächlich in den Pool. Beeindruckend, das ist uns dann definitiv doch zu kalt.

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Main Street Chincoteague

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View from our balcony

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Micha hat heute nachmittag in einem der Souvenirläden einen nachsprechenden Stoff-Papagei entdeckt, den er nicht mitnehmen mochte und jetzt wohl doch ganz gerne hätte. Also laufen wir noch mal hin. Mist, hat um 17.00 Uhr zu gemacht und jetzt ist es kurz nach 18.00 Uhr. Morgen ab 10.00 Uhr wieder geöffnet, schade, das ist zu spät für uns, da wir pünktlich bei der Fähre sein müssen. Tja, manchmal ist kurzentschlossen handeln doch besser. Wo wir schon mal hier herum laufen, können wir auch gleich was Essen gehen. Wir werfen eine Münze, Village Restaurant oder A.J.'s? Die Münze entscheidet für das Village Restaurant. Wir sind zufrieden, leckere Coconut Shrimps und Garnelen, dazu ein schönes Sam Adams für jeden, denn wir sind ja "zu Pfote" hier. Das bezahlt Nico dann allerdings noch mit nem Mücken(?)stich auf dem Heimweg, blöde Fliegviecher.

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Der Bärenkollege vor dem Souvenirladen empfängt uns ganz freundlich.

18 °C, Sonne und Wind.

 

Dienstag 20.05.08 Chincoteague Island, VA → Pleasantville (Atlantic City), NJ (135 mi)

Um halb Zehn wollen wir spätestens los, da wir um 11.45 Uhr in Lewes sein müssen, um die reservierte Fähre nach Cape May zu bekommen... und was soll ich sagen, wir schaffen es! Kurz vor halb Zehn verlassen wir Chincoteague oder "Chinconico" wie Micha es nennt. Kurz noch getankt und schon als wir Virginia verlassen und Maryland und Delaware queren, sehen wir "gute Entscheidung", denn hier ist das Benzin teurer. Im Wartebereich des Ferryterminals in Lewes entdeckt Micha ein Gallagar Spielautomaten (schreibt der sich so?) und ist ne halbe Stunde für einen kleinen Dollar sehr beschäftigt. Dann noch Autorennen, da war offenbar noch Guthaben von einem Vorspieler, der von der nahenden Fähre gestört wurde, so wie wir jetzt. Ab auf's Schiff, wir fahren zum ersten mal selber mit einem Auto auf einer Fähre, also nicht nur Sunny und ich sondern auch N+M. So ca. 90 Minuten lang schaukeln wir ganz ordentlich über die Mündung des Delaware in den Atlantik. Nico hat Hunger und isst erst mal nen Salad, Essen soll ja vor Seekrankheit schützen und ihre Serpentinenpillen hat sie natürlich irgendwo im Koffer und nicht hier. Wer denkt bei ner kleinen Fähre über ein kleines Stück Wasser denn auch an so was...

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass es wie aus Eimern gießt, schon den ganzen Morgen? Gegen 15 Uhr kommen wir dann im Hotel in Pleasantville kurz vor Atlantic City an. das hat allerdings nichts mit dem Pleasantville aus dem Film gemein. Wir fahren an einem Best Western auf der rechten Seite vorbei, "hey da ist es", meint Nico. "Ne", meint Micha, "das Navi sagt, unser Ziel ist links in ein paar Metern." "You have arrived", tönt es, als wir direkt vor einem Friedhof stehen. "Nein Danke", wir nehmen doch lieber das BW von gerade auf der anderen Seite, da sind die Betten bequemer. Wir bekommen ein großes Zimmer mit Küchenzeile, die deutlich sauberer aussieht, als die im Days Inn in Kill Devil Hills. So, nun wollen wir aber einen Blick auf Atlantic City werfen. Hm, das, was wir zu sehen bekommen gefällt uns allerdings gar nicht so recht... vielleicht liegt es am miesen Wetter, es sieht alles ziemlich trostlos aus, bei weitem nicht so einladend wie in Las Vegas. Nachdem es uns fast vom berühmten Boardwalk weht, gehen wir ins Hard Rock Cafe, kaufen ein und laufen dann durch's umgebende Taj Mahal Casino. Hier herrscht ohrenbetäubendes Geklingel und Gedudel, auch nicht so doll. Micha würd ja gern ein wenig pokern, aber Nico hier so rumwarten zu lassen, auch nicht so schön, also fahren wir zurück zum Hotel und fallen mal wieder darauf herein, dass es bei K-mart keine Lebensmittel gibt. Das können wir uns einfach nicht merken, zu dumm. Wir machen einen Supermarkt ausfindig, Genuardis, hm, den kennen wir noch gar nicht, gehört zu Safeway, also klappt es auch hier mit unserer Kundenkarte. Warum können Supermärkte bei uns nicht so schön sein, wie der hier oder Giant oder Albertsons Läden? Einfach ansprechend, freundlich, prima ausgeschildert mit einem riesigen Delibereich. Wir gönnen uns Pizza und Knoblauchbrot, weil a) hatten wir noch nicht in diesem Urlaub und b) wir nen Backofen im Zimmer haben.

Als Nico eben diesen Ofen einschaltet, geschieht es...

Ne Kakerlake schaut frech an der Wand dahinter hervor, will wohl wissen, was es heute zu Essen gibt oder ist es ihr einfach zu heiß geworden...? Egal... "iiihhhh". Wir erwischen sie nicht, also Micha, um ehrlich zu sein, den haben wir vorgeschickt. Sunny und ich verkriechen uns im Rucksack und machen von innen zu. Fiese Biester, mit denen wollen wir nichts zu tun haben. Nico klappt erst mal ihren Koffer zu, nicht, dass so ein Vieh noch mitreist. Micha schaut erst verwirrt und als sie ihm sagt warum, ist er auch ganz fix dabei und macht seinen Koffer zu. Nico schaut sehr sparsam, wie sie es wohl vor einigen Jahren geschafft hat, in Gran Canaria zu übernachten, da waren mehrere große Kakerlaken im Zimmer, die hier ist ja relativ klein. Auch die großen Madagaskar Fauchschaben an der Uni waren ihr sympathischer, die lagen wenigsten schon tot in der Sezierschale. N+M essen dennoch ihre Pizza, Micha meint, ihn störe das alles nicht, ach ja, warum hat er denn dann auch seinen Koffer zugemacht? Nico geht nicht mehr barfuss, sondern nur noch in Turnschuhen durch's Zimmer, Micha meint das sähe ganz schön doof aus, wenn man so aus der Dusche komme, haha. Nico macht weiter, kein Schritt ohne festes Fußkleid! Während sie so die Basketball Auslosung im Fernsehen schauen (die sie nicht verstehen), überlegt Nico, ob es möglich wäre, auf dem Hotelflur zu übernachten. Plötzlich: "da ist sie wieder!" diesmal hat Micha mehr Glück und erwischt sie mit dem Bestellpizzamenu aus dem Zimmer.  Ha, da ist ihr das Essen zum Verhängnis geworden! Nico hofft, dass sie nicht noch zig Verwandte hier hat...

Ach der Mückenstich oder sonstwas Biss, den Nico von gestern Abend hat, ist fies dick geworden und schmerzt, zur Vorsicht hat sie schon ne Allergietablette genommen, hilft nur nicht. Mist. Außerdem tun Micha die Augen weh... irgendwie ist es heute wie verhext, der Tag lief aber auch so gar nicht, wie er sollte.

Na zumindest der Regen hat endlich aufgehört. 13 °C, room # 305

 

Mittwoch 21.05.08 Pleasantville (Atlantic City), NJ → Somerset, NJ (239 mi, eigentlich 120 mi weniger)

Nach einer unruhigen Nacht für Nico und uns (Nico hat ständig auf die Küchenwand gestarrt, ob weitere Familienmitglieder der Verstorbenen auftauchen) geht sie gegen halb 8 in die Dusche. Ohne einmal barfuß den Boden des Zimmers zu berühren, gar nicht so einfach und auch nicht so elegant. Außerdem ist ihr Arm noch schlimmer geworden, na wenigstens die Sonne scheint wieder. Bevor wir losfahren, informiert Nico noch die Dame an der Rezeption über die zusätzlichen Bewohner unseres Zimmers, der ist das schrecklich peinlich und sie bietet uns Softdrinks oder Icecream als Entschädigung an, will Nico aber nicht. Wir fahren über eine, als scenic route gekennzeichnete, Strasse nach Jackson zum Outletcenter. So erstmal Couponbüchlein abholen (wozu ist Nico schließlich dort Mitglied) zur Toilette und los kann's gehen. 3 neue rote(!) Portemonnaies von Fossil für Nico, ebensoviele Paar neue Schuhe für Micha, ein altes Paar, das er anhat, beerdigen wir gleich an Ort und Stelle. Als Micha die ersten Schätze schwungvoll in den Kofferraum wirft, sprachloses Starren von uns allen. Die Gesichter von N+M hättet ihr sehen sollen, der Haken war, Micha konnte die Tüten wirklich hineinwerfen, das sollte eigentlich gar nicht möglich sein, es war jede Menge Platz im Kofferraum, denn... Michas Koffer fehlte!

Ohne ein einziges Wort, ach nein, eines fällt: "zurück", fahren wir die landschaftlich tolle Route (30 Meilen lang nur Kiefernwald) wieder nach Pleasantville zurück zum Hotel. Nico ruft von unterwegs im Hotel an und informiert die Dame am Empfang, der sie heute morgen noch das cockroach problem geschildert hatte. Im Hotel angekommen, steht der Koffer dann schon am Empfang bereit, da jetzt auch wieder eine biologische Pause angebracht ist, entdecken N+M, dass das Hotel doch ein business center hat, was sie nicht angenommen hatten, da sie keines auf Anhieb gestern gesehen hatten, manchmal muß man vielleicht doch nur fragen!

Wieder zurück über die scenic road (gähn) ins Outletcenter, mit 120 zusätzlichen Meilen auf dem Tacho, wir waren schließlich noch nicht fertig. Ein paar Kleidungsstücke später machen wir uns dann auf zu unserem Hotel für heute Nacht. Was für eine Überraschung, ein prima neues Hotel. Heute freies Abendessen (manager reception) inklusive Bier und Wein in der breakfast area, da aber das Championsleague Finale um 20 Uhr läuft und es jetzt kurz nach 19 Uhr ist, entscheiden wir uns für einen etwas stilvolleren Abschied aus diesem Urlaub und gehen zu Fuß auf ein Steak zu Ruby Tuesdays, das nur ein paar hundert Meter entfernt ist. Gut gefüttert können wir dann auf unseren 2 (!) Flachbildfernsehern beim Umpacken unseren ganzen Geraffels noch ManU zum Sieg gratulieren und schlafen dann unterm Federbett ein. Wirklich prima Hotel (siehe Hotelliste).

Room # 216, 20 °C vormittags Sonne, nachmittags Regen

 

Donnerstag 22.05.08 Somerset, NJ → Newark, NJ → DUS (? mi)

Gutes Bett, sehr bequem, Nico schaut Charmed und mag gar nicht aufstehen. Hilft alles nicht, wir müssen los, Auto abgeben und zum Flughafen. Vorher noch ein ausgiebiges Frühstück im Hotel, mit echtem Geschirr und Besteck, keine Wegwerfware, sogar der O-Saft schmeckt, das will was heißen.

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Wir genießen noch ein letztes Sam Adams am Flughafen und dann heißt es wieder bye bye bis zum nächsten Mal, begleitet uns doch wieder, wenn es heißt: USA Florida 2009 oder "Bären in Africa"