Dienstag 6.5.08 DUS → Philadelphia, PA (132 mi)

Iiihh, um 5 Uhr aufstehen ... Trotzdem kommen wir erst um halb Sieben los und stecken natürlich direkt im Berufsverkehr auf dem größten Parkplatz des Ruhrgebiets fest- auf der A40. Dennoch kommen wir ganz gut durch und auch das Langzeitparkhaus am Flughafen vermeldet "freie Plätze". Die scheinen allerdings gewisse Ähnlichkeiten mit Ostereiern zu haben... sie sind nicht zu finden. In der 3. Etage, nachdem wir uns schon schwindelig gefahren haben, finden wir endlich ein freies Plätzchen für unser Töfftöff. Nico und Micha schleppen die Koffer elendig weit zum Syktrain und sehen unterwegs dort, wo das Parkleitsystem "belegt" gemeldet hat, jede Menge freie Plätze. Optimierungsbedürftiges System ...

Wir checken ein, Nico hatte alle Angaben bereits von daheim aus gemacht, da hat die Dame am Schalter fast nix zu tun, sogar die Sitzplätze hatte Nico schon im Onlinesystem der Lufthansa angegeben. Was heute so alles geht.

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Ich informier mich schon mal was gerade "drüben" los ist

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Wir machen es uns richtig gemütlich und breiten uns aus.

Fast pünktlich starten wir mit einem halbvollen Flieger, prima, wir können uns über 4 Plätze ausbreiten und alle Pfoten von uns strecken. Das Personal ist auch ausnehmend gut gelaunt und hilfsbereit. Nach der obligatorischen Huhn- oder Pastafrage, wird uns nach dem Essen Cognac oder Baileys serviert. Kurz vor der Landung gibt es als Snack noch eine Pizza, mjam. Ganz nach unserem Geschmack, Sunny leckt sich immer noch die Pfoten.

Ziemlich hoppelig gehen wir zu Boden und deshalb brauchen gleich zwei in unserer unmittelbaren Nähe ihre Spucktüten. Uns geht's gut, falls das irgendwen von Euch interessiert.

Nach nur 8 h kommen wir gegen 12 Uhr mittags an. An den Immigrationschaltern wieder die bekannte Boa, auch die bringen wir hinter uns, mit Sightseeing. Von hier aus können wir nämlich durch die große Glasfront die Skyline von Manhattan inklusive der Freiheitsstatue bewundern. Einen Vorteil hat es ja, so lange bei Immigration anzustehen, das Gepäck ist immer schon vollständig da, spannenderweise steht an dem Band "München", naja vielleicht war der Flieger ja von dort über Düsseldorf geflogen.

So, jetzt ab mit unserem ganzen Geraffel zu Hertz, dummerweise gibt es an diesem Flughafen keine Shuttlebusse zum Autovermieter, sondern auch nen Skytrain. Etwas nervig. Nervig auch, unser gebuchter Wagen ist nicht vorrätig. Wir lassen uns mit Micha und dem Gepäck erst mal auf einer Bank nieder, soll Nico das erledigen. Die nimmt die Herausforderung auch ganz tapfer an. Die Dame am Schalter sucht im Computer, telefoniert ne Runde, wartet ne Runde, telefoniert wieder und verkündet dann freudig, sie hätte zum gleichen Preis einen größeren Wagen für uns. Hurra! Sie klappt die Katalogseite um auf ne Kategorie höher. Ob der denn auch das gebuchte Navi hätte, fragt Nico... erschrockener Blick, "nö". Also: wieder tippen im PC, telefonieren, warten. Endlich, sie blättert noch ne Kategorie höher und tippt mit dem Stift auf nen Cadillac, das Modell kann Nico nicht zuordnen, gelingt uns auch in den folgenden Wochen nicht :-). Den könnten wir ohne Aufpreis haben und das Navi bekämen wir günstiger als Entschädigung für's lange Warten, außerdem drückt sie Nico noch die Broschüre für Satellitenradio in die Pfote, das hat der Wagen nämlich auch noch. Gebongt, Nico schlägt zu. Das Auto hat also Empfänger an jeder nur erdenklichen Stelle: Fenster, Motorhaube, Kofferraumdeckel, ich denke wir sind gut zu orten aus dem All. Wir beladen unser graues Schlachtschiff mit unserm Gepäck und entdecken: wir haben sogar Sitzlüftung, hihi. Dennoch müssen wir feststellen, dass der Chevy Impala immer noch den größten Kofferraum hat. Fix programmiert Nico das Navi mit der Adresse eines Savon Supermarktes in Philadelphia, unserem heutigen Ziel. So einfach, wie das Ding zu programmieren ist, so merkwürdig sind die Anweisungen, die die Dame von sich gibt. Sie möchte, dass wir uns auf dem Highway links halten, hier kommt noch die I95 rein, d.h. es ist 4-spurig und dann sollen wir sofort rechts raus fahren, spinnt die, innerhalb von 100 m sollen wir über 4 Spuren rüber. Geht natürlich überhaupt nicht, stattdessen finden wir uns auf der Toll-Strecke Richtung NY City wieder.... da wollen wir ja nun gar nicht hin. Wir sind heute abend in Philadelphia verabredet, das ist definitiv die andere Richtung. Mit Karte sind wir all die Jahre vorher nie falsch gefahren vom Flughafen aus und jetzt schon nach 500 m falsch mit Navi. Nico moppert, dass sie morgen erst mal den großen Rand Mc Nally aus dem Koffer holt und ins Auto packt, um zu kontrollieren, was die Dame hier so mit uns anstellt. Nix gegen die elektronischen Fräulein Rottenmeiers, zuhause nutzen wir sie ja auch, aber Kontrolle ist besser. Übrigens, wenn wir sie Deutsch sprechen lassen, dann können wir uns ab und zu das Grinsen nicht verkneifen, die Sechs heißt bei ihr nämlich "Sekt".

Endlich im Supermarkt angekommen, finden wir kein Bier... hm, off license? Müssen wir noch klären.

Wir laden unser Auto und das Gepäck im Hotel ab und machen uns derart erleichtert zu Fuß auf den Weg, um uns etwas in Philadelphia zu orientieren, damit wir wissen, was wir uns morgen alles genauer ansehen wollen. Abends fahren wir nach Radnor, um uns mit Bekannten zu treffen, bzw. neue kennenzulernen, denn den Mann von Kirstin kennen wir ja noch gar nicht.

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In Kirstins Garten

Wir verbringen zwei sehr nette lustige Stunden miteinander, und stellen fest, dass man manchmal ins Ausland muß, um Leute zu sehen, die man daheim nicht trifft. Perfekt bewirtet kommen wir gegen 22 Uhr zurück ins Hotel und sind rechtschaffen müde nach 23 h auf den Pfoten. Das mit dem Alkohol und dem Supermarkt lassen wir uns auch noch erklären: Alkohol gibt es in Pennsylvania nur in ganz wenigen Supermärkten, hier muß man den Weg zu einem Trinkerparadies antreten: Alkohol nur im Liquor Store!

25 °C, Room #703

 

Mittwoch 7.5.08 Philadelphia, PA (0 mi)

Um 4 bin ich wach und wecke die anderen, Nico kocht Kaffee und wir teilen uns einen übriggebliebenen Muffin von gestern. Fix Fell putzen und ab nach unten zum Hotelfrühstück, das ist richtig gut mit Muffins, Bagels, Toast, Waffeln, Biscuits, Wurst, Cornflakes, Haferflocken, Obst, Joghurt, Kaffee, Tee, Saft, alles was wir so brauchen, damit Bären gesund und satt sind. Frisch gefüttert machen wir uns als erstes auf zum Visitor Center, da Nico gelesen hatte, dass es die kostenlosen Tickets für die Besichtigung der Independence Hall nur hier gibt und wir doch auf jeden Fall heute dorthin wollen.

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Independence Hall

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Micha und ich lesen uns schnell noch was Wissen an.

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Schau Sunny, hier wurde Geschichte geschrieben!

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Ist das nicht das Treppenhaus, wo die im Film "Die Tempelritter" hochrennen?

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Was wir heute hier alles lernen....

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Independence Hall und Liberty Bell, die hat ein ganzes Gebäude für sich allein!

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Penn's Landing

Wir besichtigen Independence Hall, Liberty Bell, City Tavern, Carpenters Hall, Franklin Row, Elfreth Alley, Penn's Landing... ach irgendwie alles. N+M haben mittags um 14 Uhr Plattfüße, wir können uns über platte Pfoten nicht beklagen... Nico meint ich solle nicht schon wieder darauf herumreiten, dass sie uns tragen. Aaahh, jetzt ein kaltes Wasser im Visitor Center und wir sind gestärkt für die Besichtigung des Turmes der City Hall. Micha probiert, ob wir tatsächlich mit der ec-Karte Geld ziehen können, klappt, haben wir nämlich noch nie getestet.

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Das ist der Turm der City Hall, da fahren wir jetzt hoch.

Wir bekommen gerade noch Karten für die nächste Führung und fahren mit einem klapprigen Fahrstuhl, der keine Tasten für Etagen hat, sondern von unserem Guide von Hand gesteuert wird. Von hier oben hat man ne prima Aussicht und der Guide erklärt, was wir da so vor uns sehen, schön, dass heute gutes Wetter ist, morgen ist nämlich Regen angesagt, bääh, dann müssen wir wieder in den Rucksack und sehen nix.

Wir machen noch schnell ein Photo an der Love Statue und eilen dann ins HRC, wir haben nämlich Bärenhunger. Die Kellnerin fragt uns, ob wir schon mal hier in diesem HRC waren, als wir dies verneinen, vertreibt sie uns die Zeit, indem sie uns die Ausstellungsstücke erklärt, vor allem das Deckengemälde. Echt nett, dafür bekommt sie auch mehr Trinkgeld. Im Hotel melden sich N+M noch schnell per Internet bei der aidafamily und gehen früh ins Bett. Wir sind soooo müde, dass wir schon um 19 Uhr einschlafen. Mist, jetzt haben wir verschlafen, wer der Böse in der Folge von Criminal Intent ist.

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Sonne, 25 °C

 

Donnerstag 8.5.08 Philadelphia, PA → Washington, DC (139 mi)

Ach nö, Nico ist schon wieder früh wach. Diesmal um 2.30 Uhr. Rekord glaub ich, aber da sie 7,5 h geschlafen hat, ist sie nun mal wach. Was nun? Das Übliche: wir dösen rum, sehen fern, trinken Kaffee und um 6 Uhr geht Nico duschen. Der Weather Channel, den wir Dank Nico hier ständig sehen dürfen (Sunny und ich bekommen die Fernbedienung einfach nicht in die Pfoten), sagt voraus, dass es heute ab nachmittags regnen soll, hm, vielleicht bekommen wir ja noch was im Trockenen zu sehen, wenn wir früh aufbrechen? Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir kurz vor 8 auf. Wir tuckern die I 95 entlang bis zu einem Supermarkt, einem Walmart Supercenter, das wir ganz zufällig finden. Wir sind je jetzt bereits in Maryland angekommen, vielleicht herrschen hier andere Regeln für den Bierverkauf im Supermarkt als in Pennsylvania? Tja Pech, hier gibt es auch nix. Dann greifen wir eben zu den Keksen und decken uns mit Chocolate Chip Cookies ein, ist ja fast dasselbe. Beim Weiterfahren entdecken wir liquor stores, aha! Wir halten bei dem nächsten, den Micha erspäht und siehe da, können ganz einfach unsere Kühlbox mit Sam Adams füllen. Die kommt natürlich in den Kofferraum, wie es sich hierzulande gehört. Sonst trinkt Sunny wohlmöglich noch während der Fahrt. Autsch! Das war ein gemeiner Pfotenhieb von links. So, jetzt wo das erledigt ist mit dem Bier für heute abend, können wir uns dem nächsten Programmpunkt zuwenden. Hard Rock Cafe in Baltimore, T Shirt kaufen für Micha. Wir parken am Pier 5 im Parkhaus für kleine $6 pro Stunde! Die spinnen doch. Also, schnell zum Pier 4 zum HRC, damit es nicht zu teuer wird. Oh, hier ist ein Buchladen, schnell zu machen könnte mit Nico in der Reisegruppe jetzt schwierig werden. Es geht, zielstrebig kauft Nico den neuen Elizabeth George "Careless in Red" und jetzt schnell eine Tür weiter ins HRC. Hier was zu Essen fällt flach, bei den Parkhauspreisen, eigentlich wollten wir ja heute auch in Annapolis Blue Crabs essen, dummerweise hat Nico die Adresse des Restaurants aber nicht aufgeschrieben. Mit lange rumsuchen könnte die Zeit für uns knapp werden, da wir kurz nach 16 Uhr am Washington Monument sein müssen, schließlich haben wir "timed tickets", die Nico bereits für uns zuhause geordert hat.

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Schau, da oben hoch fahren wir gleich

Der Eintritt an sich kostet nix, man zahlt dann nur den Versand. Gegen 15 Uhr kommen wir am Hotel an, dem Hampton Inn Convention Center, unserer teuersten Unterkunft der Reise, was klar an der Stadt liegt. Offizieller Check In ist ab 16 Uhr, freundlicherweise dürfen wir jetzt schon aufs Zimmer und können so unser Gepäck loswerden, bevor der Valet unser Auto entführt zum Parken. Jetzt schnell los: HRC (auch Nico kauft ein T Shirt), Visitor Center (ein Kühlschrankmagnet muss her), White House (weht hier auch die Fahne, wenn die zuhause sind wie bei der Queen?).

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 Schell doch mal an Sunny, mal sehen, ob die daheim sind.

Dann zum Washington Monument, die vorbestellten Tickets waren ne gute Idee, als wir ankommen hängt dort ein Schild: "all tickets for today sold". Die Aussicht von hier oben ist einfach toll, schade, dass das Wetter nicht mehr so gut ist.

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Richtung Capitol

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White House

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WW II Memorial, mit Reflecting Pool und Lincoln Memorial

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Lincoln Memorial mit Flieger

Anschließend gehen wir noch am World War II Denkmal vorbei zum Lincoln Memorial, das wo er überlebensgroß auf einem Stuhl sitzt: Hier steht auch ein Schild: "Quiet, please", welches alle kräftig ignorieren.

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Jetzt fängt es auch noch an zu regnen, iihh. Wir entscheiden uns dafür, zurück zu gehen. Wegen des Regens müssen wir jetzt in den Rucksack und unter den Schirm. Nico und Micha können wir dennoch über die lästigen, massenweise hier vorhandenen Fliegviecher schimpfen hören, die unter den Bäumen auf dem Weg parallel zum reflecting pool tonnenweise herumfliegen.

Als wir wieder beim WW II Memorial sind hört der Regen auf und wir können wieder an die Luft. Müde, hungrig und fußfaul gehen wir ins Ruby Tuesday auf der 7th street in der Nähe vom Hotel. Bei Ruby Tuesday haben wir noch nie gegessen, wir sind gespannt. Spannenderweise werden wir nach dem Ausweis gefragt für's Bier, das dient offenbar der Gleichbehandlung und ist kein Kompliment an Nico's Antifaltencreme. Egal, es gibt leckere Burger und Sam Adams, wir denken wir kommen noch mal wieder. Fertig (in allen Belangen) wollen wir nur noch ins Hotel und ins Bett. Micha versucht allerdings noch das Eishockey WM Spiel USA-Deutschland zu sehen, wird aber nicht übertragen, zumindest kann er am kostenfreien Internet Terminal im Hotel den Spielstand nachvollziehen 3:2 für USA.

Unser Zimmer # 519 direkt gegenüber der Ice machine, mit Kühlschrank, Kaffeekocher und Mikrowelle. Wetter heute: Sonne und Regen, 20-27°C. Valet Parking $ 28.

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Neue Freunde

 

Freitag 9.5.08 Washington, DC → Front Royal, VA (112 mi)

Mitten in der Nacht werden Nico und ich wach, direkt über uns tobt ein Gewitter. Micha und Sunny schlafen seelenruhig weiter, die kriegen sowas ja nie mit, sondern schlafen wie die Steine. Die Wassermassen sind gewaltig, die da runter kommen, wir überlegen, ob unser Auto in der Tiefgarage schon ertrinkt? Trotzdem gehen wir wieder ins Bett und wachen gegen 5 wieder auf (hey, viel länger geschlafen als gestern!). Mist, es regnet immer noch, obwohl die Wettervorhersage es gestern so angekündigt hatte, haben wir auf eine bessere Realität gehofft. Wandern in den Bergen in den nächsten Tagen im Dauerregen, keine schönen Aussichten. Und heute? Sunny ist gerade wachgeworden, weil ich das Licht zum Schreiben angemacht habe, "I won't walk across a battlefield in the mud" kommentiert sie. Wenn sie verschlafen ist, dann spricht sie schon mal Englisch, naja, sie ist ja auch noch nicht so lange in Deutschland wie ich und ihr Deutsch halt auch noch nicht so gut wie meins. Uff, jetzt hat sie mich wieder geknufft. Aber irgendwie hat sie ja auch recht, Manassas im Regen stelle ich mir auch nicht so toll vor, mal sehen, was uns einfällt.

Nach dem Frühstück schnappen wir uns unser trockenes! Auto und düsen los in Richtung Manassas, dort ist eine mall, in der es bei Sears auch Land's End Kleidung im Laden und nicht wie bei uns daheim nur per Internet gibt. Es regnet fast ununterbrochen, deshalb kauft Nico ne neue Regenjacke und 6 T-Shirts für unter $100. Ein Schnapper und das in einem normalen Laden, keinem Outletcenter. Als wir frisch gefüttert aus der mall kommen, großes Sub von Subway's im Angebot wegen Preisgefecht mit Quizno's, hat es tatsächlich aufgehört zu regnen. Hm, was nun? Wir entscheiden uns für den Versuch, das Schlachtfeld bei Manassas zu besichtigen. Im Visitor Center bezahlen wir brav unseren Eintritt von $3 pP, unsere National Park Karte ist ja abgelaufen und eine neue rechnet sich für dieses Jahr nicht, da sie jetzt $80 statt wie bisher $50 kostet. Im Visitor Center lassen wir uns noch von einem Modell den Verlauf der ersten Schlacht bei Manassas erklären und wagen uns dann auf den ca 1 Meile langen self guided walk über das Schlachtfeld auf dem Henry Hill. Auf die Führung zu warten, haben wir keine Lust, wer weiß, ob es bis dann nicht wieder regnet.

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Dummerweise gibt es hier keine Wege, sondern N+M müssen quer über die Wiese zu den einzelnen Hinweistafeln, das gibt nasse Füße. Kurz vor der Statue von Stonewall Jackson schaut Micha nach oben, meint "ah...", will uns offenbar etwas mitteilen und patsch, beide treten in eine Megapfütze, jetzt sind die Füße richtig nass.

a) haben wir nicht erfahren, was Micha uns sagen oder zeigen wollte und b) dass diese Pfütze offenbar die größte weit und breit ist, hätten die beiden auch sehen können, schließlich schwamm ne echte Ente drin rum, ehrlich.

Gut, dass wir bei so einer Rundreise ja alles dabei haben, denn so können N+M die nassen Socken und Schuhe gegen trockene aus dem Koffer tauschen.

Von hier fahren wir weiter zum Virginia Welcome Center, das eigentlich von der Autobahn aus angefahren wird, eigentlich! Wir nähern uns vom Mitarbeiterhintereingang, egal. Nico geht rein und wir warten im Auto. Hm, sie kommt nicht wieder, jetzt gehen wir sie suchen. Da steht sie quatscht mit den Angestellten und sucht ewig in den Prospekten rum und fragt, wo wir denn die Aufkleber mit dem Slogan von Virginia: "Virginia is for lovers" herbekommen können, im Internet konnten wir ihn nicht bestellen, ne deutsche Adresse ließ sich nicht eingeben. Der Herr greift unter die Theke und schenkt uns gleich 5 davon. Freu!

Gemütlich fahren wir weiter über kleine Strassen durch das hügelige Piedmont, das Vorland der Appalachen, eine wunderschöne Gegend, es sieht alles aus wie in einem Park, hier könnte man leben.

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Auf dem Weg nach Front Royal, decken wir uns im Supermarkt für ein Bett-Picknick ein und was sollen wir sagen, es gibt Bier im Supermarkt und sogar Anchor Steam. Prima Staat, Virginia!

Wir übernachten im Hampton Inn Front Royal, Room # 216 mit Kühlschrank, Mikrowelle und Kaffeemaschine. Wetter heute: Regen, etwas Sonne 15 °C.

 

Samstag 10.5.08 Front Royal, VA → Waynesboro, VA (139 mi)

Wir trödeln rum, erst beim Frühstück, dann im Internet, Micha will wissen, wie die Duisburger gespielt haben, tsts, wen interessiert das. Als wir endlich zum Eingang des Shenandoah National Parks kommen ist es bereits fast halb 11, d.h. unser geplantes Programm schaffen wir heute auf keinen Fall. Wandern fällt eh ins Wasser, im wahrsten Sinne, denn es regnet, ist windig und Sichtweite, naja, wie weit man in den Wolken halt so sehen kann, bis zur Nasenspitze eben, da fänden wir noch nicht mal den Wanderweg. Außerdem sind heute morgen nur 10°C...

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Auf dem Weg zum Visitor Center des National Parks sitzt ein Eichhörnchen mitten auf der Straße und frisst... Hey Kumpel, weg da! Nix! Micha muss tatsächlich drum herum fahren und es schaut uns frech hinterher. Tststs. Hier im Visitor Center kann Nico ihren ersten Nationalpark Stempel holen, das hat sie gestern in Manassas total verpennt. Wir schauen uns den Film und die Ausstellung an, Micha kauft den obligatorischen Kühlschrankmagneten, dann fahren wir weiter, naja schleichen trifft es eher bei der Sicht. Nach einer Weile verlassen wir den Skyline Drive, um die Luray Caverns zu besichtigen, das sind die größten Tropfsteinhöhlen, die N+M je gesehen haben, für Sunny und mich sind es die ersten Höhlen überhaupt. Peinlich so als Bär... Hier in der Höhle gibt es jede Menge durchgehende Säulen, wie heißen die eigentlich, wenn Stalagmit auf Stalaktit trifft?

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Aus dem Shop muß jetzt auch noch ein Kühlschrankmagnet "Virginia is for lovers" mit. Im Eintrittspreis von $19 pP ist auch der Eintritt zum Car & Carriage Museum inbegriffen, als wir dort herauskommen, zeigt sich am Himmel ne Ahnung von Sonne.

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Wir picknicken auf dem Parkplatz, hier scheint heute ein Corvette Treffen stattzufinden. Weiter geht es auf dem Skyline Drive zum nächsten Visitor Center in Big Meadows, das Wetter ist mittlerweile so gut, dass wir zumindest ab und zu etwas an den Aussichtspunkten sehen können.

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Hier sehen wir auch unsere ersten white tailed deer in diesem Jahr, fast hätten wir sie übersehen, so gut getarnt sind sie, aber Micha findet ja alle Viecher. Ich wäre ja hier im Land auch gut getarnt mit meinem braunen Fell, aber Sunny in Pink! Wenn sie sich weiter so schmutzig macht, hat sich das mit dem Pink auch bald erledigt, hihi.

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Das Wetter wird immer besser und wir verlassen den Skyline Drive gegen 18.00 Uhr bei blauem Himmel. Eigentlich wollten wir nach dem Einchecken noch nach Staunton aber das Visitor Center dort hat jetzt eh nicht mehr auf und gefahren sind wir auch schon genug. Wir entscheiden uns hierzubleiben und N+M gehen nach nebenan zu T-Bone Jacks, ein Steakhouse. Hey was ist denn mit uns, wir sitzen doch noch hier im Auto! Die vergessen uns glatt und haben hinterher noch die Frechheit, uns zu erzählen, wie toll es war. Mal wieder peanut shells auf dem Boden, leckere süße Hefebrötchen mit Honigbutter, Salat und leckere Steaks, pah! Wir haben dafür aus Rache die Chocolate Chip Cookies aufgegessen.

Room # 207 im Best Western Waynesboro Inn, neben dem Fahrstuhl, mit Kaffeemaschine, Mikrowelle und Kühlschrank. Wetter: Nebel, Regen 10°C, nachmittags Sonne 15 °C.

 

Sonntag 11.5.08 Waynesboro, VA → Charlottesville, VA → Waynesboro, VA (80 mi)

Für heute Nachmittag ist Regen und Gewitter angesagt, daher hat Nico frühes Aufstehen auf das Programm gesetzt. Eigentlich wollten wir ja bei Shoney's frühstücken, da hat es N+M 2004 so gut gefallen, aber früh los und lange Frühstücken, das haut irgendwie nicht hin, also essen wir eben im Hotel. Vielleicht klappt's ja morgen?

Um 9.00 Uhr sind wir pünktlich zur Öffnung am Monticello Visitor Center, die Empfangsdame ist auch noch mehr damit beschäftigt ihren Stuhl einzurichten, statt uns zu begrüßen. Wir schlendern ganz gemütlich durch die Ausstellung, kaufen uns nen Kühlschrankmagneten und den President's Pass, der den Eintritt für alle 3 Sehenswürdigkeiten des heutigen Plans abdeckt: Monticello, Michie's Tavern und Ashlawn. Den Pass muss man vorzeigen und bekommt dann vor Ort die richtigen Tickets. In Monticello erhalten wir Tickets für 10.20 Uhr, genug Zeit, uns noch in wenig auf dem Gelände umzuschauen. Schade, dass N+M kein Bärenfell haben, dann wäre es ihnen jetzt nicht so kalt, es sind nämlich nur 10 °C und es nieselt. Prima Sommerurlaub, zuhause sind 25 °C, pfui!

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Monticello

Monticello ist ziemlich witzig gebaut, es gibt keine quadratischen Zimmer und die Betten sind Alkoven, der von Jefferson ist zu zwei Seiten offen. Sieht lustig aus, so ein Bett in der Wand. Nach der Tour geht es am Grab von Jefferson vorbei zurück zum Parkplatz. Jetzt weiter zu Michie's Tavern. Hier ist die nächste Führung um 12.30 Uhr, während wir warten stürmen Sunny und ich die Bar.

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Hey, nicht vollaufen lassen!

Die Führung hier ist ebenso gut, wie schon die in Monticello, obwohl die Dame hier, uns alle noch zum Tanzen bringt und das mit N+M, kaum zu glauben. 2 Paare aus der Gruppe sprechen uns an, weil N+M uns ja zu Beginn jeder Führung auf die obligate Frage, wo wir denn alle herkommen, als Deutsche outen müssen. Na jedenfalls wollen sie wissen, ob wir hier wohnen oder Ferien machen. Nach der Führung entscheiden wir uns für Mittagessen in Michie's Tavern, "Southern Style Buffet"...uff jetzt sind auch N+M "stuffed" nicht nur wir, hihi. Bis wir die Abwicklung des Buffets verstanden haben, hat es allerdings nen Moment gedauert. Aber jetzt keine Müdigkeit vortäuschen, wir sind ja schließlich nicht zum Vergnügen hier ;-) Ab nach Ashlawn-Highland, dem Sitz von Präsident James Monroe. Nach der Führung und all den Infos der letzten Tage, bekommen wir sogar die ersten 5 Präsidenten der USA in der richtigen Reihenfolge auswendig hin. Bildungsurlaub. Niedlich auch, dass alle Führer immer wieder Geschichtswissen von den Gästen abfragen und wir als Germans immer "excused" sind Heute hätten wir fast die richtige Antwort hinbekommen, waren aber schon excused, bevor wir antworten konnten, aber das kriegen wir auch noch hin. Mitten auf dem Gelände von Ashlawn fängt es an zu gewittern, unsere Motivation jetzt noch die historic downtown von Charlottesville zu besichtigen, sinkt rapide. Wir fahren lieber an der von Jefferson entworfenen University of Virginia vorbei nach Crozet, hier spielen die Katzenkrimis, die Nico ganz gerne liest.

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Jetzt noch schnell zu Walmart: Obst, Gemüsesticks und Mikrowellenfutter besorgen, schließlich läuft "Natürlich Blond" heute im Fernsehen.

Wetter 14 °C, nachmittags Gewitter.

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Zurück zum Hotel durch die Rockfish Gap